Die Hauptstadt der Philippines heisst Manila und liegt direkt am Meer, an der Bucht von Manila. Sie wurde 1574 gegründet und ist heute Heim für gute 1.6 Millionen Menschen. Die Hauptstadt ist Teil der Metro Manila, welche mit 11.5 Millionen Einwohnern etwas grösser als Bangkok ist. Allerdings beinhaltet die Metro auch 16 verschiedene Städte, die unterdessen komplett zusammengewachsen sind, sodass man als Besucher nur eine Stadt wahrnimmt. Die Städte unterscheiden sich jedoch stark. Ich konnte zwei davon besser kennenlernen: Manila selbst und Makati.
Manila
In Manila konnte ich zwei von 16 Distrikten besichtigen, Malate und Intramuros. Malate ist das Rotlichtmilieu der Stadt, hat aber einen sehr einzigartigen und familiären Charakter, da es nicht viele Hochhäuser und wenig Autos hat. So gibt es auch Essensstände auf der Strasse, wie man es sich in Bangkok gewöhnt ist. Die Strassen sind eher eng und an den Strassenrändern säumen sich kleine Hotels, Restaurants, Karaoke-Bars und andere Läden. Karaoke-Bars sind was hier als Rotlicht verstanden wird. So werden mieten die Kunden einen privaten Karaokeraum, um ungestört Lieder zu singen und können bei Bedarf noch das (oder die) eine oder andere dazubestellen. Ich habe in einem kleinen Café ein paar nette lokale Leute kennengelernt, welche mich danach zu einem Spätnachtessen mitgenommen haben. Es hat viele Filipinos unterwegs, welche sich nach der Arbeit noch ein wenig entspannen möchten. Auch wird man – vor allem als Tourist – von seltsamen Gestalten angesprochen, die einem (wie in Bangkok gesehen) an einen tollen Ort bringen möchten. Jedoch gibt es Bettler, vor allem Kinder, wie man es in Thailand nicht sieht (Dort sitzen die Bettler am Boden, haben aber sehr wahrscheinlich genug zu essen und ein Dach über dem Kopf, da man sie immer wieder sieht). So wird man von Kindern verfolgt, welche nach Essen oder Geld betteln. An einem anderen Abend habe ich dort einen Club besucht, „Club Socialista“, welcher als das Nonplusultra in diesem Stadtviertel gilt. Es ist eine sehr kleine aber schön eingerichtete Disco, mit vielen anständigen Gästen, von welchen man sehr schnell einige kennenlernen kann.
Intramuros hingegen ist der historische Distrikt der Stadt. Umzogen von einer alten Stadtmauer, beherbergt die Stadt unter anderem eine Kathedrale und Fort Santiago. Die Besichtigung habe ich per Velotaxi unternommen. Das Velotaxi ist ein dreirädriges Gefährt, welches von einem Velofahrer getreten wird und holpernd über den Asphalt fährt. Diese Taxis sieht man auch im restlichen Manila oft – ähnlich den Tuk-Tuks in Bangkok. So begegnet man manchmal ganzen Taxivereins, wo duzende solche Velotaxis auf der Strasse beieinander stehen. Intramuros liegt auch direkt am Pasig Fluss, welcher sich durch ganz Manila schlängelt. Von Intramuros hat mich meine Nase dann in den angrenzenden Rizal Park geführt, welcher vor allem am Wochenende von den Manilaner fleissig besucht wird. Der Japanische Garten, welchen man für eine Gebühr von 15 Rappen betreten darf, war jedoch eine Enttäuschung („Wo ist der Japanische Garten?“). Sobald man den Rizal Park verlässt, und sich an der Amerikanische Botschaft (welche momentan kräftig ausgebaut wird, um ein Asiatisches Kommandozentrum zu erschaffen) vorbeigeschlichen hat, erreicht man den Baywalk. An diesem Uferweg spazieren viele Philippiner um ein wenig Meerluft zu schnuppern oder um sich ein Eis zu gönnen (Die Eisverkäufer auf den Philippinen spielen eine andere Musik als die in Thailand). Allerdings dürfte hier am Abend nicht viel los sein, da es keine feste Stände, Bars oder Restaurants hat.
Gewohnt habe ich zuerst eine Nacht in Malate, konnte dann aber ein besseres Hotel neben der Universität La Solla (wo nur die Superreichen studieren) finden. Es heisst Taft Tower Hotel und bietet grosse und schöne Zimmer auf dem 30ten Stockwerk für einen Spotpreis von 30 Franken die Nacht.
Makati
Der wohlhabenste Ort auf den Philippinen ist Makati City, die Geschäftsstadt von Metro Manila. Hier leben etwa eine halbe Million Menschen, welche sich die Stadt mit einigen Hochhäusern teilen müssen. Neben dem besten Hotel der Stadt, dem Peninsula Hotel, findet man auch das Einkaufszentrum Greenbelt. Dieses liegt um einen Park und besteht aus mehreren Gebäude, welche viele teure Läden beherbergen. Um den Park säumen sich zahlreiche Restaurants, und in der Mitte findet man (wer hätte es nicht gedacht) eine Kirche. Auf dem dritten Stock findet man zahlreiche Bars und Lounges, welche bis spät in die Nacht geöffnet haben. Greenbelt ist das Epizentrum des Nachtlebens in Makati. Es ist interessant, wie Manila sehr (ungeplant) strukturiert ist. So ist jedes Viertel komplett anders. In Makati sind die Strassen und die Gehsteige breit (wie in Europa), nicht so in anderen Stadtvierteln. Man findet auch keine Bettler, keine Strassenstände oder nichts dergleichen, wie man es sich von Bangkok gewöhnt ist, wo die ganze Stadt mehr oder weniger homogen durchmischt ist. So hat ein Taxifahrer die Türen verschlossen, als wir von Makati nach Manila gefahren sind, da er meinte, in Manila sei es gefährlich. Neben dem Greenbelt gibt es eine Strasse, die Burgos heisst. Hier versammeln sich vor allem ältere ausländische Herren, welche sich eine tolle Show ansehen möchten. Ich habe in Makati einen Club besucht, den Embassy Club, welcher als bester Club der ganzen Metro gilt. So bezahlt man 15 Franken eintritt, erhält dafür aber drei Gratisgetränke. Auf den Philippinen ist es scheinbar üblich, dass die Auswahl der Gratisgetränke auf ein spezielles Menü beschränkt ist; in Thailand sind die Getränke normalerweise preislich beschränkt, d.h. man bezahlt bei Wahl eines teuren Getränks noch drauf. Die Leute im Embassy Club waren sehr posch und der Abend war einiges weniger familiär als eine Nacht in Malate. Sogar in Greenbelt wurde ich von den Angestellten freundlich mit einem Gratisgetränkt begrüsst.
Verkehr
Im Gegensatz zu Bangkok sind Taxis in Manila weniger modern und weniger häufig anzutreffen. Auch wird hier der Taximeter weniger gern angestellt, vielleicht auch weil ich ein Tourist bin; jedoch wird der genau gleiche Taximeter verbaut wie in Bangkoks Taxis. Die Manilaner bewegen sich oft mit farbenfrohen Jeeps (längliche Pick-ups mit Dach) fort. Sie haben eine feste Route, welche aussen angeschrieben ist und sobald man den richtigen Jeep erspäht hat, setzt man sich einfach rein und bezahlt beim Aussteigen. Daneben gibt es auch noch vereinzelte Busse, welche einiges moderner als in Bangkok sind. In Manila gibt es auch ein Zugnetz (MRT und LRT), welches gewisse Strecken fährt. Wie in jeder Grossstadt gibt es hier oft Staus, welche aber weniger extrem als in Bangkok sind. Interessanterweise gibt es fast keine Motorräder. Das Strassennetz ist viel weniger dicht und kompakt wie jenes von Bangkok.