Posts Tagged ‘transportation’

Manila

Monday, March 30th, 2009

Die Hauptstadt der Philippines heisst Manila und liegt direkt am Meer, an der Bucht von Manila. Sie wurde 1574 gegründet und ist heute Heim für gute 1.6 Millionen Menschen. Die Hauptstadt ist Teil der Metro Manila, welche mit 11.5 Millionen Einwohnern etwas grösser als Bangkok ist. Allerdings beinhaltet die Metro auch 16 verschiedene Städte, die unterdessen komplett zusammengewachsen sind, sodass man als Besucher nur eine Stadt wahrnimmt. Die Städte unterscheiden sich jedoch stark. Ich konnte zwei davon besser kennenlernen: Manila selbst und Makati.

Manila
In Manila konnte ich zwei von 16 Distrikten besichtigen, Malate und Intramuros. Malate ist das Rotlichtmilieu der Stadt, hat aber einen sehr einzigartigen und familiären Charakter, da es nicht viele Hochhäuser und wenig Autos hat. So gibt es auch Essensstände auf der Strasse, wie man es sich in Bangkok gewöhnt ist. Die Strassen sind eher eng und an den Strassenrändern säumen sich kleine Hotels, Restaurants, Karaoke-Bars und andere Läden. Karaoke-Bars sind was hier als Rotlicht verstanden wird. So werden mieten die Kunden einen privaten Karaokeraum, um ungestört Lieder zu singen und können bei Bedarf noch das (oder die) eine oder andere dazubestellen. Ich habe in einem kleinen Café ein paar nette lokale Leute kennengelernt, welche mich danach zu einem Spätnachtessen mitgenommen haben. Es hat viele Filipinos unterwegs, welche sich nach der Arbeit noch ein wenig entspannen möchten. Auch wird man – vor allem als Tourist – von seltsamen Gestalten angesprochen, die einem (wie in Bangkok gesehen) an einen tollen Ort bringen möchten. Jedoch gibt es Bettler, vor allem Kinder, wie man es in Thailand nicht sieht (Dort sitzen die Bettler am Boden, haben aber sehr wahrscheinlich genug zu essen und ein Dach über dem Kopf, da man sie immer wieder sieht). So wird man von Kindern verfolgt, welche nach Essen oder Geld betteln. An einem anderen Abend habe ich dort einen Club besucht, „Club Socialista“, welcher als das Nonplusultra in diesem Stadtviertel gilt. Es ist eine sehr kleine aber schön eingerichtete Disco, mit vielen anständigen Gästen, von welchen man sehr schnell einige kennenlernen kann.

Intramuros hingegen ist der historische Distrikt der Stadt. Umzogen von einer alten Stadtmauer, beherbergt die Stadt unter anderem eine Kathedrale und Fort Santiago. Die Besichtigung habe ich per Velotaxi unternommen. Das Velotaxi ist ein dreirädriges Gefährt, welches von einem Velofahrer getreten wird und holpernd über den Asphalt fährt. Diese Taxis sieht man auch im restlichen Manila oft – ähnlich den Tuk-Tuks in Bangkok. So begegnet man manchmal ganzen Taxivereins, wo duzende solche Velotaxis auf der Strasse beieinander stehen. Intramuros liegt auch direkt am Pasig Fluss, welcher sich durch ganz Manila schlängelt. Von Intramuros hat mich meine Nase dann in den angrenzenden Rizal Park geführt, welcher vor allem am Wochenende von den Manilaner fleissig besucht wird. Der Japanische Garten, welchen man für eine Gebühr von 15 Rappen betreten darf, war jedoch eine Enttäuschung („Wo ist der Japanische Garten?“). Sobald man den Rizal Park verlässt, und sich an der Amerikanische Botschaft (welche momentan kräftig ausgebaut wird, um ein Asiatisches Kommandozentrum zu erschaffen) vorbeigeschlichen hat, erreicht man den Baywalk. An diesem Uferweg spazieren viele Philippiner um ein wenig Meerluft zu schnuppern oder um sich ein Eis zu gönnen (Die Eisverkäufer auf den Philippinen spielen eine andere Musik als die in Thailand). Allerdings dürfte hier am Abend nicht viel los sein, da es keine feste Stände, Bars oder Restaurants hat.

Gewohnt habe ich zuerst eine Nacht in Malate, konnte dann aber ein besseres Hotel neben der Universität La Solla (wo nur die Superreichen studieren) finden. Es heisst Taft Tower Hotel und bietet grosse und schöne Zimmer auf dem 30ten Stockwerk für einen Spotpreis von 30 Franken die Nacht.

Makati
Der wohlhabenste Ort auf den Philippinen ist Makati City, die Geschäftsstadt von Metro Manila. Hier leben etwa eine halbe Million Menschen, welche sich die Stadt mit einigen Hochhäusern teilen müssen. Neben dem besten Hotel der Stadt, dem Peninsula Hotel, findet man auch das Einkaufszentrum Greenbelt. Dieses liegt um einen Park und besteht aus mehreren Gebäude, welche viele teure Läden beherbergen. Um den Park säumen sich zahlreiche Restaurants, und in der Mitte findet man (wer hätte es nicht gedacht) eine Kirche. Auf dem dritten Stock findet man zahlreiche Bars und Lounges, welche bis spät in die Nacht geöffnet haben. Greenbelt ist das Epizentrum des Nachtlebens in Makati. Es ist interessant, wie Manila sehr (ungeplant) strukturiert ist. So ist jedes Viertel komplett anders. In Makati sind die Strassen und die Gehsteige breit (wie in Europa), nicht so in anderen Stadtvierteln. Man findet auch keine Bettler, keine Strassenstände oder nichts dergleichen, wie man es sich von Bangkok gewöhnt ist, wo die ganze Stadt mehr oder weniger homogen durchmischt ist. So hat ein Taxifahrer die Türen verschlossen, als wir von Makati nach Manila gefahren sind, da er meinte, in Manila sei es gefährlich. Neben dem Greenbelt gibt es eine Strasse, die Burgos heisst. Hier versammeln sich vor allem ältere ausländische Herren, welche sich eine tolle Show ansehen möchten. Ich habe in Makati einen Club besucht, den Embassy Club, welcher als bester Club der ganzen Metro gilt. So bezahlt man 15 Franken eintritt, erhält dafür aber drei Gratisgetränke. Auf den Philippinen ist es scheinbar üblich, dass die Auswahl der Gratisgetränke auf ein spezielles Menü beschränkt ist; in Thailand sind die Getränke normalerweise preislich beschränkt, d.h. man bezahlt bei Wahl eines teuren Getränks noch drauf. Die Leute im Embassy Club waren sehr posch und der Abend war einiges weniger familiär als eine Nacht in Malate. Sogar in Greenbelt wurde ich von den Angestellten freundlich mit einem Gratisgetränkt begrüsst.

Verkehr
Im Gegensatz zu Bangkok sind Taxis in Manila weniger modern und weniger häufig anzutreffen. Auch wird hier der Taximeter weniger gern angestellt, vielleicht auch weil ich ein Tourist bin; jedoch wird der genau gleiche Taximeter verbaut wie in Bangkoks Taxis. Die Manilaner bewegen sich oft mit farbenfrohen Jeeps (längliche Pick-ups mit Dach) fort. Sie haben eine feste Route, welche aussen angeschrieben ist und sobald man den richtigen Jeep erspäht hat, setzt man sich einfach rein und bezahlt beim Aussteigen. Daneben gibt es auch noch vereinzelte Busse, welche einiges moderner als in Bangkok sind. In Manila gibt es auch ein Zugnetz (MRT und LRT), welches gewisse Strecken fährt. Wie in jeder Grossstadt gibt es hier oft Staus, welche aber weniger extrem als in Bangkok sind. Interessanterweise gibt es fast keine Motorräder. Das Strassennetz ist viel weniger dicht und kompakt wie jenes von Bangkok.

Chiang Mai

Sunday, December 28th, 2008

Um dem enormen Verkehr aus Bangkok zu entkommen, haben wir uns für zehn Tage nach Chiang Mai zurückgezogen. Die Stadt ist mit 150000 Einwohnern die grösste Stadt des Nordens; die Region um Chiang Mai hat eine gute Million Einwohner. Die Stadt ist die modernste Stadt nach Bangkok. Der Kern der Stadt ist die Altstadt, welche von Stadtmauern und einem Wassergraben umgeben ist. Hier gibt es ein Dutzend Tempel, viele kleine Restaurants, Coffeeshops, Hotels und einen Sonntagsmarkt. Das Leben der Stadt spielt sich heutzutage jedoch ausserhalb der Stadtmauern ab. Am Abend findet der sehr bekannte Night Market und Night Bazaar statt. Der Night Market besteht aus dutzenden Restaurants, welche sich mit guten Fischen und Meeresfrüchten oder nordischen Spezialitäten anpreisen. Der Night Bazaar, welcher sich gleich an den Night Market anschliesst, besteht aus hunderten kleinen Ständen, welche Kleider, Taschen, handgefertigte Kunstwerke, etc. anpreisen. Einen Teil der Dinge ist natürlich gefälscht: Lacoste Shirts, Fussball Kleider oder Uhren. Die Verkäufer sind alle recht freundlich, jedoch muss man immer um den Preis verhandeln, da man sonst zu viel bezahlt. Ein Kunstwerk für 1000 Baht kann man sicherlich für 600-700 Baht ergattern. Die Regel ist hier, dass man den halben Preis des ursprünglichen Preises vorschlagen soll. Man landet dann irgendwo dazwischen. Man muss aber hier ein wenig Feingefühl haben, denn nicht bei allen Ständen ist es angebracht, um den Preis zu verhandeln.

Auch kulinarisch hat der Norden einiges zu bieten. Es gibt ganz viele Spezialitäten, welche mir besonders schmecken. “Nam Prik Ong” zum Beispiel besteht aus einer Art Chili-Tomaten-Paste und verschiedenem rohen oder gekochtem Gemüse, welches dann mit der Paste und Reis gegessen wird. Ich werde dann später ausführlich über unsere kulinarischen Abenteuer (westlich und thailändisch) berichten.

Unser Hotel, “Holiday Garden Hotel & Resort“, befindet sich an einer Hauptstrasse, welche immer sehr stark befahren ist. Dabei fällt natürlich das Entkommen aus dem Verkehr etwas schwer. Dank einer Preisreduktion von fast 50% lohnt es sich jedoch schon. Auch das Thaibox-Training befindet sich gleich um die Ecke. Die erste Nacht mussten wir in einem Zweibett-Zimmer verbringen und auch das Zimmer selbst war sehr dürftig. Die Decke über der Dusche scheint schonmal eingebrochen und wieder repariert worden zu sein, wobei sich einen Teil schon wieder ein wenig gelöst hatte. Am zweiten Tag habe ich dann um einen Zimmerwechsel gebeten und allem Anschein nach, haben wir gratis eine bessere Klasse erhalten: Doppelbett, ein wenig grösser, bessere Aussicht und eine intakte Decke. Das Hotel selbst ist aber sehr schön. Es hat einen kleinen aber schönen Garten mit modernem Swimmingpool, in welchem man sich nach einem Sonnenbad abkühlen kann. Zur Zeit hat es sehr viele Thailänder, welche scheinbar einen Kongress abhalten. Dieser findet täglich im Kongressraum des Hotels statt. Viele Firmen aus Bangkok veranstalten ihre Seminare oder Kongresse in Chiang Mai. Ich nehme an, sie tun dies wegen dem angenehmen Wetter, der schönen Stadt, den etwas günstigeren Hotels und dem etwas ruhigeren Leben als in Bangkok.

Hier bewegt man sich am besten per Tuk-Tuks fort. Dies sind Dreiräder, welche von einem Motor angetrieben werden. Diese Fahrzeuge gibt es überall in Thailand, in Chiang Mai jedoch besonders viele, da es hier fast keine normalen Taxis gibt (im Gegensatz zu Bangkok). Jedoch gibt es hier “Songthaew”, das sind rote, umgebaute Pickup-Trucks, welche eine überdachte Ladefläche und dessen Bänke Platz für 12 Personen bieten. Auch sieht man oft Ausländer mit einem Fahrrad, da sich der Verkehr in Chiang Mai sehr in Grenzen hält; lediglich einige wenige Hauptstrassen sind stark befahren. Gestern waren wir in einem Tuk-Tuk mit einem Haasen. Da die Freundin des Fahrers keine Zeit für ihren Haasen hat, hat er den Haasen auf die Sitzbank gesetzt und mit einer Kette angebunden. Somit sitzt der Haase den ganzen Tag auf der Sitzbank und kann von allen Gästen gestreichelt und bewunder werden. Unglücklicherweise (und zu meinem Vergnügen) hat er Annchalee auf den Schoss geschissen. Glück im Unglück: Die Haasenkacke ist sehr trocken und hinterlässt keine Nassen Spuren…

Prinzipiell kann man von Chiang Mai aus sehr viele Dinge unternehmen. Zum einen gibt es viele Trekking-Angebote, welche auf eine ein bis drei tägige Tour in den Jungel einladen. Dies haben ich und Janis vor drei Jahren bereits unternommen. Die Wanderungen sind sehr schön, jedoch sind die Gruppen zu gross, und der Abenteuereffekt hält sich stark in Grenzen. Vor einem Jahr waren wir in “Pai”. Das ist ein Ort in den Hügeln von Chiang Mai, in der Nähe zur burmesischen Grenze. Dort leben viele Hippies und nur etwa 2000 Thais. Somit ist man wirklich sehr von der Zivilisation abgeschottet und kann das natürliche Leben sehr gut geniessen. Chiang Mai bietet auch sehr viele Resorts an, welche sich ein paar Duzend Kilometer ausserhalb der Stadt befinden. Dort kann man sich wunderbar entspannen, ist dann jedoch wirklich weg von jeglichen Aktivitäten, da es ausser dem Hotel dann nichts anderes gibt. Wir haben jedoch beschlossen, für diese Zeit in Chiang Mai zu bleiben, so dass wir uns auch gut entspannen können.