Posts Tagged ‘temple’

Muang Boran

Sunday, February 1st, 2009

Die antike Stadt von Thailand befindet ein wenig ausserhalb von Bangkok. Muang auf Thailändisch heisst Stadt, Boran bedeutet antik. Dieser Ort ist nicht zu verwechseln mit Ayutthaya, welche die alte Hauptstadt von Thailand ist. Muang Boran ist ein grosser Park, welcher kulturelle Objekte beinhaltet. So hat es einerseits viele Replikas von bekannten Tempeln, Palästen und Stupas, welche sich in Thailand befinden. Andererseits werden gewisse Originale in die antike Stadt verlegt, wo sie dann restauriert werden. Ausserdem findet man auch kreative Kunst. Als kreative Kunst werden diejenigen Objekte bezeichnet, welche zwar alt aussehen, aber neu und extra für diesen Park errichtet wurden. Diese Objekte sind teilweise extrem eindrücklich und sehenswert. Sie verleihen dem Park auch eine gewisse Legitimität, da er ansonsten nur aus Replikas bestehen würde, die man eigentlich lieber im Original anschauen geht.

Da der Park relativ gross ist (eine komplette Tour ist sicherlich 20 Kilometer lang), haben wir uns zwei Golfautos gemietet, mit welchen man gemütlich und bequem durch den Park fahren kann. Man findet hier insgesamt 116 grosse Objekte; daneben gibt es aber auch noch duzende kleine und nicht bezeichnete Objekte. Im ganzen Park hat es Gewässer, welche sich um die kulturellen Paläste und Pavilions schlängeln. Damit man keine nassen Füsse kriegt, wurden Brücken errichet, einige davon sind sehr speziell. So gibt es eine Regenbogen Brücke, welche sich wunderschön im Wasser spiegelt.

Der Park wird vor allem auch von vielen lokalen Thais besucht, welche die ruhige Atmosphäre geniessen möchten. Dank der Grösse des Parks verteilen sich die Besucher gut und man ist oft alleine unterwegs. Leider hatten wir ein bisschen zuwenig Zeit um den ganzen Park besichtigen zu können. Man sollte sich einen ganzen Tag Zeit nehmen und schon am Vormittag dort sein.

Luang Prabang

Sunday, January 11th, 2009

Angekommen in Luang Prabang, der dritt grössten Stadt in Laos, machten wir uns sogleich auf die Zimmersuche. Wir fanden beim dritten Anlauf ein wunderschönes Guesthouse, Tavandaeng Guesthouse, welches uns für 30 Franken die Nacht neben einem kleinen aber schön dekorierten Zimmer auch eine heisse Dusche offerierte. Luang Prabang ist eine kleine, heimische und freundliche Stadt mit gut 100000 Einwohnern, welche noch wenig modernisiert ist. So gibt fast keine ATMs (Geldautomaten), keine Convenient Stores (z.B. 7/11) noch sonstige Dinge, welche eine grosse Stadt bietet.

Um 5 Uhr morgens ertönen Gongschläge, gefolgt von Trommelmusik, zu welcher Mönche auf den Strassen herumgehen und von den Menschen Reis erhalten. Allgemein gibt es auch in dieser Stadt viele Tempel. Der bekannteste, der Wat Chedi Phousi haben wir auch besichtigt. Dieser liegt auf einem Hügel in der Stadtmitte, von welchem man eine herrliche Aussicht über die ganze Region erhält. Der Aufstieg war mehr als 300 Stufen durch einen kleinen Wald und führte dann zum Phousi Stupa. Eindrücklich war vor allem die Aussicht. Auch sah man ein altes Kanonengestell und Schiessscharten, was darauf hindeutet, dass hier die Franzosen eine kleine Festung errichtet hatten.

Gegenüber von unserem Hotel befand sich das Polizeihauptquartier. Ernst nehmen konnte man die Polizei überhaupt nicht. Der Eingang wurde nicht kontrolliert und am Abend fand eine regelrechte Versammlung von jungen Männern statt, welche sich vergnügten (ja, zusammen mit der Polizei). Auch haben wir eine Auseinandersetzung beobachtet, und zwei Polizisten, welche bereits Feierabend hatten, schauten zwar herüber, gingen jedoch tatenlos daran vorbei. Die Uniformen sehen schlechter aus als die von thailändischen Sicherheitsbeamten.

Der Verkehr bewegt sich nur sehr langsam vorwärts, dafür fahren alle durcheinander. Es gibt so gut wie keine Verkehrsregeln. Dies wurde vor allem auf dem Weg zu Vientiane deutlich, da sich die wenigsten Motorradfahrer die Mühe machten, dem Bus auch nach einem Hupen für ein Überholen Platz zu machen. Generell gibt es wenige Autos, dafür viele Motorräder und auch einige Fahrräder.

Eine weitere Sehenswürdigkeit war der alte Königspalast, welcher jetzt als Nationalsmuseum fungiert. Dort gab es auch einen bekannten Tempel und eine Statue, umgeben von einem schönen Park mit grossen Palmen. Das Wetter war perfekt. Am Tag war es schön warm bei einem strahlend blauen Himmel. In der Nacht kühlte die Luft stark ab und es wurde gegen die 5 Grad kalt. Luang Prabang ist von Hügeln umgeben, weshalb die Kälte von der Höhe herunterschleicht.

Am Abend gibt es einen wunderbaren Markt, wo man ausschliesslich lokale, handgefertigte Souvenirs kaufen kann. So gibt es Textilien, Kunsthandwerke, Taschen und andere Dinge. Auch habe ich Lao Whiskey gesehen, in welchem sich eine Schlange befindet. Ich habe jedoch auf den Kauf verzichtet, da der Whiskey sehr wahrscheinlich eine schlechte Qualität hat. Unter Whiskey ist hier natürlich Reisschnaps zu verstehen. Ich habe mir dafür ein Schachspiel gekauft, welches aus Stein und Holz gefertig ist und dessen Figuren in einem laotischen Stil gemacht sind. Die Menschen sind sehr freundlich und zurückhaltend, im Gegensatz zu den lauten und eher aggressiven touristischen Märkten an gewissen Orten in Thailand. Auch gab es keine gefälschten Artikel zu kaufen.

Das Essen ist, wie bereits erwähnt, dem thailändischen Essen sehr ähnlich. Dennoch konnte ich auch hier wieder Spezialitäten entdecken. So hatten wir Crevetten in Tamarindensauce, welche ausgezeichnet schmeckten. Auch probierte ich “Sa Gai”, welches ähnlich “Laab Gai” (thailändisches Essen aus Isaan), aus gehacktem Pouletfleisch, Knoblauch und Gewürzen besteht. Zusätzlich wurde die Blüte der Bananenstude hineingemischt. Es schmeckte ganz gut. Auch probierten wir die laotische Wurst, welche aus verschiedenen Zutaten besteht. Auch diese schmeckte ganz gut. Wir konnten auch einen Ingwertee ausprobieren. Hier wird lediglich frischer Ingwer aufgeschnitten und im heissen Wasser gesodet. So sieht der Tee zwar langweilig aus, schmeckt aber köstlich und gesund. Bei uns ist der Ingwer scheinbar zu trocken, als dass man daraus einen guten Tee brodeln könnte.

Am zweiten Tag besuchten wir die Kuang Si Wasserfälle. Diese liegen knappe 30 Kilometer ausserhalb der Stadt. Die Fahrt mit dem Taxi führte uns durch die Hügel und zeigte einige eindrucksvolle Momente. So sahen wir, wie die Kinder zur Schule gehen. Die Jugendlichen parkierten ihr Mofa mitten auf dem Schulgelände unter einem Baum und sassen auf der Wiese. Auch gibt es keine Schuluniformen, im Gegensatz zu Thailand. Die Felder werden oft immer noch mit einem Büffel gepflügt, in Thailand ist dies seit etwa 15 Jahren nicht mehr üblich. Angekommen beim Wasserfall findet man eine Reihe von kleinen Läden vor, welche Essen verkaufen, jedoch hatte es keine anderen Touristen. Dies war deshalb der Fall, da das Wetter gräulich und eher kühl war – eine Seltenheit zu dieser Jahreszeit. Das Wasser war türkis blau und es gab einige, nahezu perfekte, Bassins wo man schwimmen gehen konnte. Der Hauptwasserfall ist etwa dreissig Meter hoch und sieht aus wie aus einem Bilderbuch. Wir erklimmten den steilen Weg neben dem Wasserfall um eine schöne, aber begrenzte, Aussicht auf die Gegend zu erhalten. Danach gingen wir im eiskalten Wasser schwimmen. Das Wasser war von ausserordentlicher Qualität und auch hatte es keinerlei Tiere, mit welchen man den Badespass teilen musste.

Am letzten Abend besuchten wir die “Hive Bar”, welche die modernste Bar in der Gegend ist. Sie serviert vor allem moderne Vorspeisen (Tapas), Cocktails und natürlich Bier Lao. So haben auch unsere Freunde mit uns ein Bier genommen und wir konnten das Abenteuer nochmals ein wenig feiern. Die Bar ist aber ganz einfach und eher vergleichbar mit einer modernen Bar auf einer kleinen thailändischen Insel. Am Morgen darauf machten wir uns dann auf die Reise nach Vientiane, die Hauptstadt von Laos.

300 Tempel

Thursday, January 1st, 2009

In Chiang Mai hausen über dreihundert Tempel. Wer alle besichtigen möchte, kann folglich ein ganzes Jahr damit verbringen. Ich habe mir die Mühe genommen, zumindest ein paar davon anzuschauen. Der erste Tempel ist “Wat Phra Singh”. “Wat” bedeutet Tempel auf Thailändisch. Dieser Tempel ist bekannt und befindet sich in der alten Stadt. Ein weiterer Tempel ist der “Wat Doi Suthep”, welcher auf einem nahe gelegenen Hügel liegt. Diesen Tempel hatte ich vor zwei Jahren besucht. Von diesem, im Jahre 1383 errichteten, Tempel aus hat man einen wunderbaren Ausblick über die ganze Gegend. Ein dritter ist der “Wat Chedi Luang”, der sich auch in der alten Stadt befindet. Der Tempel, welcher in 1401 errichtet worden war, wurde von einem Erdbeben teilweise zerstört. “Chedi” bedeutet soviel wie Stupa. Ein Stupa ist ein buddhistisches Monument. Man stellt sich am besten eine Art Felsen vor, auf welchem dann der Tempel steht. Im Stupa befinden sich oft buddhistische Relikte.

Thais gehen oft zum Tempel. Dabei kauft man sich beim Eingang ein Zeremonieset, bestehend aus Räucherstäbchen, einer Kerze, einer Blume und Goldpapier. Zuerst werden die Räucherstäbchen angezündet und zu bestehenden Räucherstäbchen gesteckt. Die Kerze wird dann an einem bestimmten Ort angezündet und hingestellt. Die Blume wird oft neben einem Buddha in einer Vase mit Wasser versorgt. Das Goldpapier schlussendlich wird an einem Buddha aufgeklebt. Jenachdem, welche Probleme man lösen will oder welchen Wunsch man erfüllen möchte, klebt man das Papier an einem anderen Körperteil des Buddhas an. Bevor man den Tempel betritt, müssen die Schuhe ausgezogen werden. Auch muss man auf die korrekte Kleidung achten; Frauen dürfen zum Beispiel keine Shorts tragen (es gibt extra Tücher, welche sie sich umbinden können). In gewissen Tempeln wird Frauen den Zutritt verweigert. Bei allen Tempeln leben Mönche, welche ausser einem gelben/orangen Gewand und Sandalen nichts tragen. Die Mönche, egal welchen Alters, sind hoch respektiert. So sollte man ihnen immer Vortritt gewähren oder den Sitzplatz im Bus freigeben. Auch ist es unter keinen Umständen erlaubt, dass sie oder ihr Gewand von einer Frau berührt werden. Ansonsten würde der Mönch beschmutzt. Vor allem in Bangkok sieht man oft, wie eine Frau zur Seite steht und wartet bis ein Mönch vorbei ist, um kein Risiko einzugehen. Zum Beten kniet man sich vor dem Buddha nieder und wiederholt dreimal die drei “Wai”. Ein Wai ist eine gängige Begrüssung in Thailand. Dazu werden die Handflächen vor der Brust zusammengebracht und man verbeugt sich leicht. Dieser Gruss ist sehr wichtig, da er Höflichkeit und Respekt zeigt. Jedoch sollte man nicht zu sozial niedrigeren Personen ein “Wai” aussprechen. Zum Beispiel ist es unangebracht, im Restaurant oder in einem Laden ein “Wai” auszusprechen (ausser evtl. dem Koch vom Restaurant). Es reicht mündlich seinen Dank auszusprechen. Grundsätzlich gilt, je tiefer man den Kopf neigt, desto höflicher ist der Gruss. Beim Gebet gibt es nun drei verschiedene “Wai”. Der erste Wai wird zur Brust gemacht und der zweite Wai zum Kopf. Der erste heisst Annchalee (von wo meine Freundin ihren Namen hat), der zweite heiss Wan Tha. Der letzte wird zum Boden gemacht und entspricht einer traditionellen Verbeugung, so wie wir sie aus dem Fernsehen kennen (beide Hände und der Kopf am Boden) und nennt sich Aphi Waat.

Nebem dem Gebet gibt es noch andere Zeremonien, welche man in einem Tempel machen kann. So kann man sich zum Beispiel von einem Mönch mit Wasser segnen lassen. Danach wird einem ein weisses Stoffbändchen um das Handgelenk gebunden, welches Glück bringen soll. Dieses darf man auf keinen Fall abtrennen sondern muss warten, bis es auf eine “natürliche” Art und Weise abfällt. Thais zerstören dann das Bändchen bis zum letzten Faden, sodass die Natur dem Bändchen dann schnell den Rest geben kann. Auch gibt es Zukunftsvorhersagen und andere buddhistische Traditionen, welche ich aber erstens nicht verstehe, da sie komplett in Thai sind und mit der westlichen Tradition überhaupt nicht verwandt sind. Um mehr darüber herauszufinden müsste ich für eine Weile als Mönche in einem Tempel leben, was durchaus möglich ist. Was man aber sehr schnell herausfindet ist, dass in allen Tempeln monetäre Spenden sehr willkommen sind.

Khmer, Chinesisch, Thailändisch und Australisch

Thursday, October 16th, 2008

Kanchanaburi ist ganz multi-kulturell. Im Umkreis von nur einer knappen Fahrtstunde gibt es mindestens vier Kulturen zu erleben (mehr oder weniger). Diese Erlebnisse werde ich nun ein wenig genauer beschreiben.

 

Prasat Muang Singh

Dies ist eine alte Stadt, welche von den Khmer errichtet wurde. Die Ruinen können auf das 13. Jahrhundert zurückdatiert werden. Unter anderem wurden Skelette, Werkzeuge und Ornamente gefunden. Muang Singh war ein wichtiger Aussenposten von Wat Angkor (Cambodia). Es gab zwei Gebäude zu sehen, von welchen das Hauptgebäude einen Turm besass. In diesem war eine alte Buddha Statue zu finden. Die Stadt liegt im wunderschönen Grün und ist von Bäumen umgeben. Es war wunderbar still und nur die Vögel zwitscherten.

 

Wat Tham Suea & Wat Tham Khao Noi

Diese beide Nachbartempel sind nicht weit von der Stadt Kanchanaburi entfernt. Sie liegen auf einem kleinen Hügel, welchen man durch eine lange, steile Treppe besteigen kann. Die Treppe ist ganz farbig und an beiden Seiten schlägelt sich ein Drachen runter. Bevor man jedoch diese Wanderung unternimmt, gibt es am Fuss des Hügels einen anderen, kleinen Tempel. Dieser betritt man durch ein Tor, welches man nach dem Überqueren einer kleinen Brücke erreicht. Im Wasser unter der Brücke hat es riesige Fische und eine mindestens 1-1.5 Meter lange Schildkröte. Diese Tiere hatten wir mit ein wenig Brot gefüttert. Im Tempel war es ganz still und andächtig.

Sobald man dann auf dem Hügel ist sieht man Tempel, wie man es zuvor noch nie gesehen hat. Wat Tham Suea (Wat = Tempel) ist in einem thäiländisches Stil gebaut, während Wat Tham Khaoi Noi in einem chinesischen Stil gebaut ist. Der erste Tempel besitzt eine riesige Buddha Statue, welche fast 20 Meter hoch ist. Die Aussicht ist wunderschön, man sieht über die ganze Landschaft, welche vollständig grün ist. Auch hat es eine natürliche Wasserquelle, von welcher wir trinken konnten. Der andere Tempel besitzt viele Stockwerke, welche man durch eine Wendeltreppe erreicht. Zuvor muss man jedoch, wie bei allen Tempel, die Schuhe ausziehen. Auf jedem Stockwerk hatte es bei jedem Fenster einen Buddha. Das oberste Stockwerk ist alles goldig, mit einem schön dekorierten Buddha in der mitte, der fast die Decke erreicht.

 

Don Rak

Don Rak ist ein Kriegsfriedhof mitten in der Stadt selber. Dort sind fast 7000 alliierte Soldaten (ich habe nur australische Krieger gesehen) begraben. Diese mussten als Kriegsgefangene den Todeszug bauen und sind dabei gestorben. Es war eine schöne Parklandschaft und den Kriegern kann so ihre Ehre gewürdigt werden.