Angekommen in Luang Prabang, der dritt grössten Stadt in Laos, machten wir uns sogleich auf die Zimmersuche. Wir fanden beim dritten Anlauf ein wunderschönes Guesthouse, Tavandaeng Guesthouse, welches uns für 30 Franken die Nacht neben einem kleinen aber schön dekorierten Zimmer auch eine heisse Dusche offerierte. Luang Prabang ist eine kleine, heimische und freundliche Stadt mit gut 100000 Einwohnern, welche noch wenig modernisiert ist. So gibt fast keine ATMs (Geldautomaten), keine Convenient Stores (z.B. 7/11) noch sonstige Dinge, welche eine grosse Stadt bietet.
Um 5 Uhr morgens ertönen Gongschläge, gefolgt von Trommelmusik, zu welcher Mönche auf den Strassen herumgehen und von den Menschen Reis erhalten. Allgemein gibt es auch in dieser Stadt viele Tempel. Der bekannteste, der Wat Chedi Phousi haben wir auch besichtigt. Dieser liegt auf einem Hügel in der Stadtmitte, von welchem man eine herrliche Aussicht über die ganze Region erhält. Der Aufstieg war mehr als 300 Stufen durch einen kleinen Wald und führte dann zum Phousi Stupa. Eindrücklich war vor allem die Aussicht. Auch sah man ein altes Kanonengestell und Schiessscharten, was darauf hindeutet, dass hier die Franzosen eine kleine Festung errichtet hatten.
Gegenüber von unserem Hotel befand sich das Polizeihauptquartier. Ernst nehmen konnte man die Polizei überhaupt nicht. Der Eingang wurde nicht kontrolliert und am Abend fand eine regelrechte Versammlung von jungen Männern statt, welche sich vergnügten (ja, zusammen mit der Polizei). Auch haben wir eine Auseinandersetzung beobachtet, und zwei Polizisten, welche bereits Feierabend hatten, schauten zwar herüber, gingen jedoch tatenlos daran vorbei. Die Uniformen sehen schlechter aus als die von thailändischen Sicherheitsbeamten.
Der Verkehr bewegt sich nur sehr langsam vorwärts, dafür fahren alle durcheinander. Es gibt so gut wie keine Verkehrsregeln. Dies wurde vor allem auf dem Weg zu Vientiane deutlich, da sich die wenigsten Motorradfahrer die Mühe machten, dem Bus auch nach einem Hupen für ein Überholen Platz zu machen. Generell gibt es wenige Autos, dafür viele Motorräder und auch einige Fahrräder.
Eine weitere Sehenswürdigkeit war der alte Königspalast, welcher jetzt als Nationalsmuseum fungiert. Dort gab es auch einen bekannten Tempel und eine Statue, umgeben von einem schönen Park mit grossen Palmen. Das Wetter war perfekt. Am Tag war es schön warm bei einem strahlend blauen Himmel. In der Nacht kühlte die Luft stark ab und es wurde gegen die 5 Grad kalt. Luang Prabang ist von Hügeln umgeben, weshalb die Kälte von der Höhe herunterschleicht.
Am Abend gibt es einen wunderbaren Markt, wo man ausschliesslich lokale, handgefertigte Souvenirs kaufen kann. So gibt es Textilien, Kunsthandwerke, Taschen und andere Dinge. Auch habe ich Lao Whiskey gesehen, in welchem sich eine Schlange befindet. Ich habe jedoch auf den Kauf verzichtet, da der Whiskey sehr wahrscheinlich eine schlechte Qualität hat. Unter Whiskey ist hier natürlich Reisschnaps zu verstehen. Ich habe mir dafür ein Schachspiel gekauft, welches aus Stein und Holz gefertig ist und dessen Figuren in einem laotischen Stil gemacht sind. Die Menschen sind sehr freundlich und zurückhaltend, im Gegensatz zu den lauten und eher aggressiven touristischen Märkten an gewissen Orten in Thailand. Auch gab es keine gefälschten Artikel zu kaufen.
Das Essen ist, wie bereits erwähnt, dem thailändischen Essen sehr ähnlich. Dennoch konnte ich auch hier wieder Spezialitäten entdecken. So hatten wir Crevetten in Tamarindensauce, welche ausgezeichnet schmeckten. Auch probierte ich “Sa Gai”, welches ähnlich “Laab Gai” (thailändisches Essen aus Isaan), aus gehacktem Pouletfleisch, Knoblauch und Gewürzen besteht. Zusätzlich wurde die Blüte der Bananenstude hineingemischt. Es schmeckte ganz gut. Auch probierten wir die laotische Wurst, welche aus verschiedenen Zutaten besteht. Auch diese schmeckte ganz gut. Wir konnten auch einen Ingwertee ausprobieren. Hier wird lediglich frischer Ingwer aufgeschnitten und im heissen Wasser gesodet. So sieht der Tee zwar langweilig aus, schmeckt aber köstlich und gesund. Bei uns ist der Ingwer scheinbar zu trocken, als dass man daraus einen guten Tee brodeln könnte.
Am zweiten Tag besuchten wir die Kuang Si Wasserfälle. Diese liegen knappe 30 Kilometer ausserhalb der Stadt. Die Fahrt mit dem Taxi führte uns durch die Hügel und zeigte einige eindrucksvolle Momente. So sahen wir, wie die Kinder zur Schule gehen. Die Jugendlichen parkierten ihr Mofa mitten auf dem Schulgelände unter einem Baum und sassen auf der Wiese. Auch gibt es keine Schuluniformen, im Gegensatz zu Thailand. Die Felder werden oft immer noch mit einem Büffel gepflügt, in Thailand ist dies seit etwa 15 Jahren nicht mehr üblich. Angekommen beim Wasserfall findet man eine Reihe von kleinen Läden vor, welche Essen verkaufen, jedoch hatte es keine anderen Touristen. Dies war deshalb der Fall, da das Wetter gräulich und eher kühl war – eine Seltenheit zu dieser Jahreszeit. Das Wasser war türkis blau und es gab einige, nahezu perfekte, Bassins wo man schwimmen gehen konnte. Der Hauptwasserfall ist etwa dreissig Meter hoch und sieht aus wie aus einem Bilderbuch. Wir erklimmten den steilen Weg neben dem Wasserfall um eine schöne, aber begrenzte, Aussicht auf die Gegend zu erhalten. Danach gingen wir im eiskalten Wasser schwimmen. Das Wasser war von ausserordentlicher Qualität und auch hatte es keinerlei Tiere, mit welchen man den Badespass teilen musste.
Am letzten Abend besuchten wir die “Hive Bar”, welche die modernste Bar in der Gegend ist. Sie serviert vor allem moderne Vorspeisen (Tapas), Cocktails und natürlich Bier Lao. So haben auch unsere Freunde mit uns ein Bier genommen und wir konnten das Abenteuer nochmals ein wenig feiern. Die Bar ist aber ganz einfach und eher vergleichbar mit einer modernen Bar auf einer kleinen thailändischen Insel. Am Morgen darauf machten wir uns dann auf die Reise nach Vientiane, die Hauptstadt von Laos.