Eine der bekanntesten Touristenattraktionen der Philippinen ist die Insel Boracay, welche gute 300 Kilometer südlich von Manila liegt. Mit guten 12000 Einwohnern und einer Grösse von 10 Quadratkilometern ist die Insel sehr klein. White Beach ist der Strand, an dem das Leben stattfindet. Hier habe ich auch gewohnt, in der Villa Simprosa. Für 40 Franken die Nacht erhielt ich ein schönes, neues und sauberes Zimmer. Boracay ist teurer als Manila, vor allem das Essen schlägt zu Buche. Man isst vor allem Westlich, was für mich ein wenig schade war. Scheinbar gibt es nicht wirklich eine bekannte traditionelle Philippinische Küche, so wie man sie in Thailand vorfindet. Am Abend wird am ganzen vier Kilometer langen Strand entlang grilliert. Zugang zu einem all-you-can-eat Buffet erhält man bereits ab fünf Franken. Der Strand ist in drei Bootstationen aufgeteilt, wobei ich an der mittleren Station gelebt habe. Dort liegt auch das grösste Hotel der Insel, das Regency Boracay Hotel and Resort, welches einerseits von älteren Touristen und reichen philippinischen Familien beschlafen wird. Neben dem Luxushotel (welches standardmässig ab 200 Franken zu haben ist) befindet sich D’Mall. D’Mall ist eine Ansammlung von Restaurants und kleinen Läden, welche Kleider, Flugtickets, Lebensmittel und andere Dinge verkaufen. So gibt es auch einen dreistöckigen Boracay Department Store. Ich finde dies sehr interessant, da die Insel ja viel kleiner als zum Beispiel Phuket ist, jedoch einiges mehr an einen Ferienort in Spanien oder ähnlich erinnert (bezüglich den Einrichtungen). Auch hier ist die Nähe zur westlichen Kultur wieder gegeben. Auf der Insel bewegt man sich per Tricycle (ein Motorrad mit Seitenanhänger) fort. So habe ich einen Ausflug an die Puka Beach gewagt, welche als eine der schönsten Strände der Welt ausgezeichnet wurde. Dort badet man fast alleine, das Wasser ist glasklar und der Sand ist so fein, dass man am liebsten dort bleiben würde. Bei der White Beach, welche im Westen der Insel liegt, tummeln sich immer viele Leute. Am Abend kann man sich gemütlich an eine Strandbar setzen und sich mit den lokalen Leuten unterhalten und neue Freundschaften (oder mehr?) schliessen. Ich habe mich ab der Bar „Hey Jude“ erfreut, wo ein DJ immer gute Musik auflegte. Tagsüber stellen die Bars Sonnenschirme und Liegestühle auf, wo man sich gratis braten darf, sofern man etwas konsumiert. Ab Mitternacht verlassen dann einige Gäste den Strand zugunsten eines tiefen Schlafs, jedoch ist die Nacht noch längst nicht gelaufen. So trifft man einen achtfachen Bar-Weltmeister im Bambooze und kann sich dort noch unbekannte Gaumenfreuden gönnen. Im Bombom kann man sich gemütlich hinkuscheln und wird von lokalen Gitaristen mit einer sehr guten Stimme unterhalten. Wie überall auf meiner Reise, konnte ich (fast) nie lokale Lieder hören. Ausserhalb der Discos, werden oft bekannte Pop- und Rock-Lieder aus dem Westen gespielt. Sobald die Nacht komplett eingebrochen ist, fangen die Überlebenden aus den Bars an zu tanzen und gehen entweder ins Gullis (am nördlichen Ende des Strandes) oder ins Juice (in der Mitte des Strandes). Am nächsten Morgen begibt man sich dann wieder an den Strand, um die Sonne zu geniessen. Am zweiten Tag von meinen drei Tagen Aufenthalt, habe ich dann eine Sonnenuntergangsbootsfahrt unternommen. Die Sonnenuntergänge auf Boracay sind traumhaft schön, da zu dieser Jahreszeit das Wetter perfekt mitspielt und keine einzige Wolke sichtbar ist. So sieht man kurz nach sechs Uhr wie die Sonne, welche einen kreisrunden roten Feuerball darstellt, im Meer versinkt. Vor allem die schwarzen Silhouetten von Segelbooten oder Fallschirmen machen einen solchen Sonnenuntergang zu einem Traumbild. Nach diesen drei Tagen musste ich, mit ein wenig Wehmut, diese Trauminsel verlassen und ins Alltagsleben zurückkehren. Für mich ist klar, es war nicht das letzte Mal hier.
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Boracay
Monday, March 30th, 2009Manila
Monday, March 30th, 2009Die Hauptstadt der Philippines heisst Manila und liegt direkt am Meer, an der Bucht von Manila. Sie wurde 1574 gegründet und ist heute Heim für gute 1.6 Millionen Menschen. Die Hauptstadt ist Teil der Metro Manila, welche mit 11.5 Millionen Einwohnern etwas grösser als Bangkok ist. Allerdings beinhaltet die Metro auch 16 verschiedene Städte, die unterdessen komplett zusammengewachsen sind, sodass man als Besucher nur eine Stadt wahrnimmt. Die Städte unterscheiden sich jedoch stark. Ich konnte zwei davon besser kennenlernen: Manila selbst und Makati.
Manila
In Manila konnte ich zwei von 16 Distrikten besichtigen, Malate und Intramuros. Malate ist das Rotlichtmilieu der Stadt, hat aber einen sehr einzigartigen und familiären Charakter, da es nicht viele Hochhäuser und wenig Autos hat. So gibt es auch Essensstände auf der Strasse, wie man es sich in Bangkok gewöhnt ist. Die Strassen sind eher eng und an den Strassenrändern säumen sich kleine Hotels, Restaurants, Karaoke-Bars und andere Läden. Karaoke-Bars sind was hier als Rotlicht verstanden wird. So werden mieten die Kunden einen privaten Karaokeraum, um ungestört Lieder zu singen und können bei Bedarf noch das (oder die) eine oder andere dazubestellen. Ich habe in einem kleinen Café ein paar nette lokale Leute kennengelernt, welche mich danach zu einem Spätnachtessen mitgenommen haben. Es hat viele Filipinos unterwegs, welche sich nach der Arbeit noch ein wenig entspannen möchten. Auch wird man – vor allem als Tourist – von seltsamen Gestalten angesprochen, die einem (wie in Bangkok gesehen) an einen tollen Ort bringen möchten. Jedoch gibt es Bettler, vor allem Kinder, wie man es in Thailand nicht sieht (Dort sitzen die Bettler am Boden, haben aber sehr wahrscheinlich genug zu essen und ein Dach über dem Kopf, da man sie immer wieder sieht). So wird man von Kindern verfolgt, welche nach Essen oder Geld betteln. An einem anderen Abend habe ich dort einen Club besucht, „Club Socialista“, welcher als das Nonplusultra in diesem Stadtviertel gilt. Es ist eine sehr kleine aber schön eingerichtete Disco, mit vielen anständigen Gästen, von welchen man sehr schnell einige kennenlernen kann.
Intramuros hingegen ist der historische Distrikt der Stadt. Umzogen von einer alten Stadtmauer, beherbergt die Stadt unter anderem eine Kathedrale und Fort Santiago. Die Besichtigung habe ich per Velotaxi unternommen. Das Velotaxi ist ein dreirädriges Gefährt, welches von einem Velofahrer getreten wird und holpernd über den Asphalt fährt. Diese Taxis sieht man auch im restlichen Manila oft – ähnlich den Tuk-Tuks in Bangkok. So begegnet man manchmal ganzen Taxivereins, wo duzende solche Velotaxis auf der Strasse beieinander stehen. Intramuros liegt auch direkt am Pasig Fluss, welcher sich durch ganz Manila schlängelt. Von Intramuros hat mich meine Nase dann in den angrenzenden Rizal Park geführt, welcher vor allem am Wochenende von den Manilaner fleissig besucht wird. Der Japanische Garten, welchen man für eine Gebühr von 15 Rappen betreten darf, war jedoch eine Enttäuschung („Wo ist der Japanische Garten?“). Sobald man den Rizal Park verlässt, und sich an der Amerikanische Botschaft (welche momentan kräftig ausgebaut wird, um ein Asiatisches Kommandozentrum zu erschaffen) vorbeigeschlichen hat, erreicht man den Baywalk. An diesem Uferweg spazieren viele Philippiner um ein wenig Meerluft zu schnuppern oder um sich ein Eis zu gönnen (Die Eisverkäufer auf den Philippinen spielen eine andere Musik als die in Thailand). Allerdings dürfte hier am Abend nicht viel los sein, da es keine feste Stände, Bars oder Restaurants hat.
Gewohnt habe ich zuerst eine Nacht in Malate, konnte dann aber ein besseres Hotel neben der Universität La Solla (wo nur die Superreichen studieren) finden. Es heisst Taft Tower Hotel und bietet grosse und schöne Zimmer auf dem 30ten Stockwerk für einen Spotpreis von 30 Franken die Nacht.
Makati
Der wohlhabenste Ort auf den Philippinen ist Makati City, die Geschäftsstadt von Metro Manila. Hier leben etwa eine halbe Million Menschen, welche sich die Stadt mit einigen Hochhäusern teilen müssen. Neben dem besten Hotel der Stadt, dem Peninsula Hotel, findet man auch das Einkaufszentrum Greenbelt. Dieses liegt um einen Park und besteht aus mehreren Gebäude, welche viele teure Läden beherbergen. Um den Park säumen sich zahlreiche Restaurants, und in der Mitte findet man (wer hätte es nicht gedacht) eine Kirche. Auf dem dritten Stock findet man zahlreiche Bars und Lounges, welche bis spät in die Nacht geöffnet haben. Greenbelt ist das Epizentrum des Nachtlebens in Makati. Es ist interessant, wie Manila sehr (ungeplant) strukturiert ist. So ist jedes Viertel komplett anders. In Makati sind die Strassen und die Gehsteige breit (wie in Europa), nicht so in anderen Stadtvierteln. Man findet auch keine Bettler, keine Strassenstände oder nichts dergleichen, wie man es sich von Bangkok gewöhnt ist, wo die ganze Stadt mehr oder weniger homogen durchmischt ist. So hat ein Taxifahrer die Türen verschlossen, als wir von Makati nach Manila gefahren sind, da er meinte, in Manila sei es gefährlich. Neben dem Greenbelt gibt es eine Strasse, die Burgos heisst. Hier versammeln sich vor allem ältere ausländische Herren, welche sich eine tolle Show ansehen möchten. Ich habe in Makati einen Club besucht, den Embassy Club, welcher als bester Club der ganzen Metro gilt. So bezahlt man 15 Franken eintritt, erhält dafür aber drei Gratisgetränke. Auf den Philippinen ist es scheinbar üblich, dass die Auswahl der Gratisgetränke auf ein spezielles Menü beschränkt ist; in Thailand sind die Getränke normalerweise preislich beschränkt, d.h. man bezahlt bei Wahl eines teuren Getränks noch drauf. Die Leute im Embassy Club waren sehr posch und der Abend war einiges weniger familiär als eine Nacht in Malate. Sogar in Greenbelt wurde ich von den Angestellten freundlich mit einem Gratisgetränkt begrüsst.
Verkehr
Im Gegensatz zu Bangkok sind Taxis in Manila weniger modern und weniger häufig anzutreffen. Auch wird hier der Taximeter weniger gern angestellt, vielleicht auch weil ich ein Tourist bin; jedoch wird der genau gleiche Taximeter verbaut wie in Bangkoks Taxis. Die Manilaner bewegen sich oft mit farbenfrohen Jeeps (längliche Pick-ups mit Dach) fort. Sie haben eine feste Route, welche aussen angeschrieben ist und sobald man den richtigen Jeep erspäht hat, setzt man sich einfach rein und bezahlt beim Aussteigen. Daneben gibt es auch noch vereinzelte Busse, welche einiges moderner als in Bangkok sind. In Manila gibt es auch ein Zugnetz (MRT und LRT), welches gewisse Strecken fährt. Wie in jeder Grossstadt gibt es hier oft Staus, welche aber weniger extrem als in Bangkok sind. Interessanterweise gibt es fast keine Motorräder. Das Strassennetz ist viel weniger dicht und kompakt wie jenes von Bangkok.
Mabuhay Filipinas
Saturday, March 28th, 2009Für Gott, die Menschen, die Natur und das Land; so lautet das Motto der gut 92 Millionen Philippinen, die auf über 7100 Inseln verstreut leben. Mit dieser Zahl kommen die Philippinen auf Platz 12 der Weltrangliste. In der Vergangenheit wurde das Land einmal von den Spaniern und einmal von den Amerikanern kolonisiert. Deshalb sind auch gute 90% der Bevölkerung Christen. Thailand ist fast doppelt so gross, hat jedoch nur gute 63 Millionen Einwohner. Ökonomisch betrachtet sind die Thais jedoch einiges reicher als die Filipinos. Auf das jeweilige Preisniveau justiert, verdient ein Thai 8700 Dollar im Jahr, ein Filipino lediglich 3500 Dollar. Interessanterweise fällt einem dieser Unterschied nicht so stark auf, einzig dass mehr und offensiver gebettelt wird, aber das könnte genauso gut an der Kultur liegen.
Die Philippiner können sehr gut Englisch sprechen, da Englisch die offizielle Sprache ist (neben Filipino). Filipino ist die Nationalsprache der Philippiner und entstand aus der Sprache Tagalog. Sie tönt für mich (ich kann weder Italienisch noch Spanisch) sehr spanisch. Mir wurde gesagt, dass viele Wörter aus dem Spanischen übernommen wurden (ein Resultat der Kolonialzeit). Jedoch ist Tagalog eine eigene Sprache und ist bereits über 1000 Jahre alt und benutzte in der Vergangenheit auch ein eigenes Alphabet.
Mir erscheint das Land als eine Mischung aus Asien und Südamerika. Viele kulturelle Aspekte, die ich bisher in Asien vorgefunden habe, sind hier nicht vorhanden. So sind die Menschen Christen und haben eine ganz andere Welteinstellung als Buddhisten. Ich würde behaupten, dass die Buddhisten die Welt gelassener nehmen als die Christen, was sich dann auch im Alltagsleben niederschlägt. Jedoch sind die Philippiner ganz offene, herzliche und freundliche Menschen, was wieder ganz typisch asiatisch ist. Leider konnte ich nur eine Woche hier verbringen, vier Nächte in Manila und drei Nächte auf Boracay. Ich müsste hier mehr Zeit verbringen, um die Kultur besser kennen zu lernen.
Die Menschen hier sind sehr religiös, sehr ähnlich zu den Thais, einfach wird hier zur Kirche gegangen. Auch haben viele Filipinos eine Halskette mit einem Kreuz – die männlichen Thais tragen einen Buddhaanhänger. Der Sonntag ist hier demnach, wie bei uns, ein Ruhetag. Anders als bei uns gehen die meisten Filipinos zur Kirche – es werden gleich mehrere Messen pro Tag angeboten. Die Kirchentüren sind, wetterbedingt, offen und die Gläubigen versammeln sich sogar ausserhalb der Kirche, um die Messe zu geniessen. Zur Kirche gehen hat demnach einen sehr hohen Stellenwert im Leben der Philippiner, ähnlich wie der Tempelgang für die Thais.
Hier ein ein paar wichtige Filipino Wörter, die ich aufschnappen konnte:
- Mabuhay = Willkommen
- Salamad = Danke
- Komosta = Hallo
- Isa, Dalawa, Tatlo = Eins, Zwei, Drei
- Magandaka = Du bist schön