Die Hauptstadt von Laos, Vientiane (ausgesprochen: “Wiengtschan”), erinnert start – ganz im Kontrast zu Luang Prabang – an die Zeit der französischen Kolonisierung. So befinden sich zum einen ausgesprochen viele französische Touristen und Geschäftsleute in der Stadt, zum anderen hat es noch ganz viele Gebäude aus jener Zeit in der Stadt. Auch die Strassen sind in zwei Sprachen angeschrieben: Französisch und Laotisch. Die französische Gesellschaft scheint hier noch stark vertreten zu sein. So gibt es zum Beispiel einen französischen Club, welcher von Zeit zu Zeit spezielle Fester organisiert. Im Allgemeinen scheint sich die lokale Kultur nur schwer mit dem französischen Überbleibsel zu vermischen. Eine Ausnahme stellen die einheimischen Geschäftsleute dar, welche auch gut Französisch sprechen. Offenbar wird an der Universität nach wie vor auch Französisch gelehrt. Die Stadt befindet sich direkt an der Grenze zu Thailand – am Ufer vom Mekhong kann man direkt zum Nachbarland hinüber schauen. Mit etwa 200000 Einwohnern ist dies die grösste Stadt in Laos.
Nach einer 12-stündigen Busfahrt über mehrere Hügelpässe sind wir von Luang Prabang nach Vientiane gereist. Auf dem Weg haben wir einige eindrucksvolle Bergdörfer gesehen. Es gibt nur eine Strasse, welche die beiden Städte verbindet. Diese Strasse ist zudem durchwegs zweispurig. Dies ist besonders dann mühsam, wenn es viele Motorräder hat, welche die Bahn nicht freigeben und der Bus ständig abbremsen und wieder beschleunigen muss. Nach dieser etwas anstrengenden Fahrt sind wir an der Busstation angekommen, wo wir zu meiner Überraschung nicht von Taxifahrern begrüsst wurden. Zum Glück hatten es wir noch auf einen der Sammeltaxis ins Zentrum geschafft, da die Busstation einige Kilometer ausserhalb des Stadtzentrums liegt. Im Zentrum hat uns dann ein Tuk-tuk-fahrer zu einem ansprechenden Hotel gebracht. Wir fanden für unsere zwei Nächte eine Unterkunft im “Day Inn Hotel”, welches ein ansprechendes Zimmer für etwas zuviel Geld anbot.Â
Pha That Luang
Eine der grossen Attraktionen der Stadt ist der Goldene Stupa. Dies ist ein goldener Tempel, welcher sich auf einer kleinen Erhebung befindet. Um diesen Tempel herum gibt es einen schönen Platz, wo man auch einige Souveniers kaufen kann. Die Mehrheit der Touristen stellten Thais dar, welche schnell über die Grenze gesprungen wird (eine Gruppe jedoch kam ganz aus dem Süden von Thailand). Der ganze Platz vor dem Eingang wird soeben neu betoniert und wir vielleicht gut aussehen, sobald er fertig gestellt ist. Auch gibt es ein kommunistisches Monument, welches komplett in weiss gestrichen ist. Der ganze Platz mit Park sollte in meinen Augen in ein paar Monaten fertig gestellt sein und wird sicherlich ansprechend aussehen. Hoffentlich gibt es dann auch einige Essensstände, welche die Gegend ein wenig einladender machen.
Patouxay
Eine Kopie vom Arc de Triomphe wurde hier aufgestellt. Es ist ein wenig höher als die parisische Version und hat vier Tore (statt nur zwei). Der Ausblick von oben ist grossartig, jedoch hat die Stadt wenige grossartige Gebäude zu präsentieren. Rund um das Siegestor befinden sich einige Springbrunnen und es gibt viele Bänke zum sich hinsetzen. Wir hatten die Gelegenheit benutzt, um den Magen ein wenig aufzufüllen. Dabei hatten wir beim einzigen Restaurant einige thailändische Spezialitäten gekauft. Ich wollte das Essen unbedingt um ein Ei ergänzen. Das Ei hat sich dann unter Freude eines alten Franzosen als ein Entenei herausgestellt. Nicht nur das, sondern es war ein gekochtes Embryoei. Unter gutem Zureden vom Alten hatte ich dann das Eiweiss (welches hart war) und das Eigelb (welches wie normales Eigelb schmeckte) gegessen. Den Embryo, an dem man bereits den Entenschnabel erkennen konnte, hatte ich dann aber ohne grösseres Zögern ausgelassen. Wenn man das Essen mit einem kalten Beer Lao herunterspühlt, sieht man schnell über den Schnabel hinweg.
Old European Quarter
Dieser Platz wird auch als Nampu bezeichnet und wird von den besten Restaurants der Stadt umgeben. Diese sind fast ausschliesslich französisch oder italienisch. Der Platz befindet sich ganz in der Nähe vom Fluss, an welchem es auch einige kleine Restaurants oder Bars gibt. Unser Hotel war auch ganz in der Nähe des Platzes. Eine weitere Attraktion, auch ganz in der Nähe, heisst That Dam und ist ein ganz alter Stupa. Richtung Fluss befindet sich dann der Präsidentenpalast, welchen man leider nur durch Gitter beobachten kann. Dafür kann man den Wat Hophakeo besichtigen, welcher sich gleich neben dem Palast befindet. Dieser Tempel ist von einem schönen Garten umgeben und beinhaltet eine Kollektion von vielen Buddhas, welche mich aber nicht wirklich beeindrucken konnte.
Fa Ngoum
Ein paar Kilometer Richtung Flughafen befindet sich “Fa Ngoum King”. Dies ist eine Statue eines Königs. Ein paar Minuten weiter hatten wir uns in eine “Disco” gewagt. Eigentlich wollten wir den Club im Don Chan Palace Hotel besuchen. Dieses Hotel ist die bekannte fünfstern Residenz, welche zu Gunsten einiger Regierungen, die dort getagt hatten, geschlossen war. Deshalb gingen wir ins “Future”, welches sich eher als antik herausgestellt hatte. Trotz dem Angebot für einen über tausend Franken teuren Whiskey konnten wir uns nicht wirklich mit der Bude anfreunden. Das Nachtleben in der ganzen Stadt scheint nicht wirklich an einen thailändischen Standard heranzukommen und konnte auch nicht mit dem ländlichen Charme von Luang Prabang auftrumpfen.
Buddha Park
Auf dem Weg zur thailändischen Grenze machten wir einen Halt beim Buddha Park, auch Xieng Khuan genannt. Dieser Park ist wunderschön und beinhaltet viele alte Buddhas aus Stein. Der Park scheint eine Art Geschichte von Buddha zu erzählen. Meiner Ansicht nach erzählt die Geschichte von den Dämonen, welche der Buddha auf dem Weg zur Erleuchtung bekämpfen musste um schliesslich Nirvana zu erlangen. Die Stimmung war sehr mystisch und konnte mich faszinieren.
Der Weg hat dann aus dem Park über die Freundschaftsbrücke an die Grenze geführt. Die Grenze hat sich wieder mal als einen Witz herausgestellt. Einheimische Personen versuchten sich an der Schlange vorbeizudrängeln und der Passbeamte hat nach dem Abstempeln den Pass lustlos auf den Tresen geworfen. Tuk-tuks probierten uns für 200 Baht an die thailändische Grenze zu bringen, jedoch konnten wir für einen Zehntel vom Preis dieselbe Strecke mit einem überfüllten Bus zurücklegen. Nach einer fünf minütigen Fahrt kamen wir dann an der thailändischen Grenze an, wo die Kontrolle wieder geregelt ablief. Die Grenzstadt heisst Nong Khai. Glücklicherweise hatten wir es noch auf verspäteten Zug nach Korat geschafft, wo wir dann auf den Bus nach Bangkok umgestiegen sind (die weitere Zugfahrt hätte zeitlich zulange gedauert). Thais reisten gratis mit dem Zug, für mich hatte die sieben-stündige Fahrt etwa zwei Franken gekostet.