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Vientiane

Thursday, January 22nd, 2009

Die Hauptstadt von Laos, Vientiane (ausgesprochen: “Wiengtschan”), erinnert start – ganz im Kontrast zu Luang Prabang – an die Zeit der französischen Kolonisierung. So befinden sich zum einen ausgesprochen viele französische Touristen und Geschäftsleute in der Stadt, zum anderen hat es noch ganz viele Gebäude aus jener Zeit in der Stadt. Auch die Strassen sind in zwei Sprachen angeschrieben: Französisch und Laotisch. Die französische Gesellschaft scheint hier noch stark vertreten zu sein. So gibt es zum Beispiel einen französischen Club, welcher von Zeit zu Zeit spezielle Fester organisiert. Im Allgemeinen scheint sich die lokale Kultur nur schwer mit dem französischen Überbleibsel zu vermischen. Eine Ausnahme stellen die einheimischen Geschäftsleute dar, welche auch gut Französisch sprechen. Offenbar wird an der Universität nach wie vor auch Französisch gelehrt. Die Stadt befindet sich direkt an der Grenze zu Thailand – am Ufer vom Mekhong kann man direkt zum Nachbarland hinüber schauen. Mit etwa 200000 Einwohnern ist dies die grösste Stadt in Laos.

Nach einer 12-stündigen Busfahrt über mehrere Hügelpässe sind wir von Luang Prabang nach Vientiane gereist. Auf dem Weg haben wir einige eindrucksvolle Bergdörfer gesehen. Es gibt nur eine Strasse, welche die beiden Städte verbindet. Diese Strasse ist zudem durchwegs zweispurig. Dies ist besonders dann mühsam, wenn es viele Motorräder hat, welche die Bahn nicht freigeben und der Bus ständig abbremsen und wieder beschleunigen muss. Nach dieser etwas anstrengenden Fahrt sind wir an der Busstation angekommen, wo wir zu meiner Überraschung nicht von Taxifahrern begrüsst wurden. Zum Glück hatten es wir noch auf einen der Sammeltaxis ins Zentrum geschafft, da die Busstation einige Kilometer ausserhalb des Stadtzentrums liegt. Im Zentrum hat uns dann ein Tuk-tuk-fahrer zu einem ansprechenden Hotel gebracht. Wir fanden für unsere zwei Nächte eine Unterkunft im “Day Inn Hotel”, welches ein ansprechendes Zimmer für etwas zuviel Geld anbot. 

Pha That Luang
Eine der grossen Attraktionen der Stadt ist der Goldene Stupa. Dies ist ein goldener Tempel, welcher sich auf einer kleinen Erhebung befindet. Um diesen Tempel herum gibt es einen schönen Platz, wo man auch einige Souveniers kaufen kann. Die Mehrheit der Touristen stellten Thais dar, welche schnell über die Grenze gesprungen wird (eine Gruppe jedoch kam ganz aus dem Süden von Thailand). Der ganze Platz vor dem Eingang wird soeben neu betoniert und wir vielleicht gut aussehen, sobald er fertig gestellt ist. Auch gibt es ein kommunistisches Monument, welches komplett in weiss gestrichen ist. Der ganze Platz mit Park sollte in meinen Augen in ein paar Monaten fertig gestellt sein und wird sicherlich ansprechend aussehen. Hoffentlich gibt es dann auch einige Essensstände, welche die Gegend ein wenig einladender machen.

Patouxay
Eine Kopie vom Arc de Triomphe wurde hier aufgestellt. Es ist ein wenig höher als die parisische Version und hat vier Tore (statt nur zwei). Der Ausblick von oben ist grossartig, jedoch hat die Stadt wenige grossartige Gebäude zu präsentieren. Rund um das Siegestor befinden sich einige Springbrunnen und es gibt viele Bänke zum sich hinsetzen. Wir hatten die Gelegenheit benutzt, um den Magen ein wenig aufzufüllen. Dabei hatten wir beim einzigen Restaurant einige thailändische Spezialitäten gekauft. Ich wollte das Essen unbedingt um ein Ei ergänzen. Das Ei hat sich dann unter Freude eines alten Franzosen als ein Entenei herausgestellt. Nicht nur das, sondern es war ein gekochtes Embryoei. Unter gutem Zureden vom Alten hatte ich dann das Eiweiss (welches hart war) und das Eigelb (welches wie normales Eigelb schmeckte) gegessen. Den Embryo, an dem man bereits den Entenschnabel erkennen konnte, hatte ich dann aber ohne grösseres Zögern ausgelassen. Wenn man das Essen mit einem kalten Beer Lao herunterspühlt, sieht man schnell über den Schnabel hinweg.

Old European Quarter
Dieser Platz wird auch als Nampu bezeichnet und wird von den besten Restaurants der Stadt umgeben. Diese sind fast ausschliesslich französisch oder italienisch. Der Platz befindet sich ganz in der Nähe vom Fluss, an welchem es auch einige kleine Restaurants oder Bars gibt. Unser Hotel war auch ganz in der Nähe des Platzes. Eine weitere Attraktion, auch ganz in der Nähe, heisst That Dam und ist ein ganz alter Stupa. Richtung Fluss befindet sich dann der Präsidentenpalast, welchen man leider nur durch Gitter beobachten kann. Dafür kann man den Wat Hophakeo besichtigen, welcher sich gleich neben dem Palast befindet. Dieser Tempel ist von einem schönen Garten umgeben und beinhaltet eine Kollektion von vielen Buddhas, welche mich aber nicht wirklich beeindrucken konnte.

Fa Ngoum
Ein paar Kilometer Richtung Flughafen befindet sich “Fa Ngoum King”. Dies ist eine Statue eines Königs. Ein paar Minuten weiter hatten wir uns in eine “Disco” gewagt. Eigentlich wollten wir den Club im Don Chan Palace Hotel besuchen. Dieses Hotel ist die bekannte fünfstern Residenz, welche zu Gunsten einiger Regierungen, die dort getagt hatten, geschlossen war. Deshalb gingen wir ins “Future”, welches sich eher als antik herausgestellt hatte. Trotz dem Angebot für einen über tausend Franken teuren Whiskey konnten wir uns nicht wirklich mit der Bude anfreunden. Das Nachtleben in der ganzen Stadt scheint nicht wirklich an einen thailändischen Standard heranzukommen und konnte auch nicht mit dem ländlichen Charme von Luang Prabang auftrumpfen.

Buddha Park
Auf dem Weg zur thailändischen Grenze machten wir einen Halt beim Buddha Park, auch Xieng Khuan genannt. Dieser Park ist wunderschön und beinhaltet viele alte Buddhas aus Stein. Der Park scheint eine Art Geschichte von Buddha zu erzählen. Meiner Ansicht nach erzählt die Geschichte von den Dämonen, welche der Buddha auf dem Weg zur Erleuchtung bekämpfen musste um schliesslich Nirvana zu erlangen. Die Stimmung war sehr mystisch und konnte mich faszinieren.

Der Weg hat dann aus dem Park über die Freundschaftsbrücke an die Grenze geführt. Die Grenze hat sich wieder mal als einen Witz herausgestellt. Einheimische Personen versuchten sich an der Schlange vorbeizudrängeln und der Passbeamte hat nach dem Abstempeln den Pass lustlos auf den Tresen geworfen. Tuk-tuks probierten uns für 200 Baht an die thailändische Grenze zu bringen, jedoch konnten wir für einen Zehntel vom Preis dieselbe Strecke mit einem überfüllten Bus zurücklegen. Nach einer fünf minütigen Fahrt kamen wir dann an der thailändischen Grenze an, wo die Kontrolle wieder geregelt ablief. Die Grenzstadt heisst Nong Khai. Glücklicherweise hatten wir es noch auf verspäteten Zug nach Korat geschafft, wo wir dann auf den Bus nach Bangkok umgestiegen sind (die weitere Zugfahrt hätte zeitlich zulange gedauert). Thais reisten gratis mit dem Zug, für mich hatte die sieben-stündige Fahrt etwa zwei Franken gekostet.

Luang Prabang

Sunday, January 11th, 2009

Angekommen in Luang Prabang, der dritt grössten Stadt in Laos, machten wir uns sogleich auf die Zimmersuche. Wir fanden beim dritten Anlauf ein wunderschönes Guesthouse, Tavandaeng Guesthouse, welches uns für 30 Franken die Nacht neben einem kleinen aber schön dekorierten Zimmer auch eine heisse Dusche offerierte. Luang Prabang ist eine kleine, heimische und freundliche Stadt mit gut 100000 Einwohnern, welche noch wenig modernisiert ist. So gibt fast keine ATMs (Geldautomaten), keine Convenient Stores (z.B. 7/11) noch sonstige Dinge, welche eine grosse Stadt bietet.

Um 5 Uhr morgens ertönen Gongschläge, gefolgt von Trommelmusik, zu welcher Mönche auf den Strassen herumgehen und von den Menschen Reis erhalten. Allgemein gibt es auch in dieser Stadt viele Tempel. Der bekannteste, der Wat Chedi Phousi haben wir auch besichtigt. Dieser liegt auf einem Hügel in der Stadtmitte, von welchem man eine herrliche Aussicht über die ganze Region erhält. Der Aufstieg war mehr als 300 Stufen durch einen kleinen Wald und führte dann zum Phousi Stupa. Eindrücklich war vor allem die Aussicht. Auch sah man ein altes Kanonengestell und Schiessscharten, was darauf hindeutet, dass hier die Franzosen eine kleine Festung errichtet hatten.

Gegenüber von unserem Hotel befand sich das Polizeihauptquartier. Ernst nehmen konnte man die Polizei überhaupt nicht. Der Eingang wurde nicht kontrolliert und am Abend fand eine regelrechte Versammlung von jungen Männern statt, welche sich vergnügten (ja, zusammen mit der Polizei). Auch haben wir eine Auseinandersetzung beobachtet, und zwei Polizisten, welche bereits Feierabend hatten, schauten zwar herüber, gingen jedoch tatenlos daran vorbei. Die Uniformen sehen schlechter aus als die von thailändischen Sicherheitsbeamten.

Der Verkehr bewegt sich nur sehr langsam vorwärts, dafür fahren alle durcheinander. Es gibt so gut wie keine Verkehrsregeln. Dies wurde vor allem auf dem Weg zu Vientiane deutlich, da sich die wenigsten Motorradfahrer die Mühe machten, dem Bus auch nach einem Hupen für ein Überholen Platz zu machen. Generell gibt es wenige Autos, dafür viele Motorräder und auch einige Fahrräder.

Eine weitere Sehenswürdigkeit war der alte Königspalast, welcher jetzt als Nationalsmuseum fungiert. Dort gab es auch einen bekannten Tempel und eine Statue, umgeben von einem schönen Park mit grossen Palmen. Das Wetter war perfekt. Am Tag war es schön warm bei einem strahlend blauen Himmel. In der Nacht kühlte die Luft stark ab und es wurde gegen die 5 Grad kalt. Luang Prabang ist von Hügeln umgeben, weshalb die Kälte von der Höhe herunterschleicht.

Am Abend gibt es einen wunderbaren Markt, wo man ausschliesslich lokale, handgefertigte Souvenirs kaufen kann. So gibt es Textilien, Kunsthandwerke, Taschen und andere Dinge. Auch habe ich Lao Whiskey gesehen, in welchem sich eine Schlange befindet. Ich habe jedoch auf den Kauf verzichtet, da der Whiskey sehr wahrscheinlich eine schlechte Qualität hat. Unter Whiskey ist hier natürlich Reisschnaps zu verstehen. Ich habe mir dafür ein Schachspiel gekauft, welches aus Stein und Holz gefertig ist und dessen Figuren in einem laotischen Stil gemacht sind. Die Menschen sind sehr freundlich und zurückhaltend, im Gegensatz zu den lauten und eher aggressiven touristischen Märkten an gewissen Orten in Thailand. Auch gab es keine gefälschten Artikel zu kaufen.

Das Essen ist, wie bereits erwähnt, dem thailändischen Essen sehr ähnlich. Dennoch konnte ich auch hier wieder Spezialitäten entdecken. So hatten wir Crevetten in Tamarindensauce, welche ausgezeichnet schmeckten. Auch probierte ich “Sa Gai”, welches ähnlich “Laab Gai” (thailändisches Essen aus Isaan), aus gehacktem Pouletfleisch, Knoblauch und Gewürzen besteht. Zusätzlich wurde die Blüte der Bananenstude hineingemischt. Es schmeckte ganz gut. Auch probierten wir die laotische Wurst, welche aus verschiedenen Zutaten besteht. Auch diese schmeckte ganz gut. Wir konnten auch einen Ingwertee ausprobieren. Hier wird lediglich frischer Ingwer aufgeschnitten und im heissen Wasser gesodet. So sieht der Tee zwar langweilig aus, schmeckt aber köstlich und gesund. Bei uns ist der Ingwer scheinbar zu trocken, als dass man daraus einen guten Tee brodeln könnte.

Am zweiten Tag besuchten wir die Kuang Si Wasserfälle. Diese liegen knappe 30 Kilometer ausserhalb der Stadt. Die Fahrt mit dem Taxi führte uns durch die Hügel und zeigte einige eindrucksvolle Momente. So sahen wir, wie die Kinder zur Schule gehen. Die Jugendlichen parkierten ihr Mofa mitten auf dem Schulgelände unter einem Baum und sassen auf der Wiese. Auch gibt es keine Schuluniformen, im Gegensatz zu Thailand. Die Felder werden oft immer noch mit einem Büffel gepflügt, in Thailand ist dies seit etwa 15 Jahren nicht mehr üblich. Angekommen beim Wasserfall findet man eine Reihe von kleinen Läden vor, welche Essen verkaufen, jedoch hatte es keine anderen Touristen. Dies war deshalb der Fall, da das Wetter gräulich und eher kühl war – eine Seltenheit zu dieser Jahreszeit. Das Wasser war türkis blau und es gab einige, nahezu perfekte, Bassins wo man schwimmen gehen konnte. Der Hauptwasserfall ist etwa dreissig Meter hoch und sieht aus wie aus einem Bilderbuch. Wir erklimmten den steilen Weg neben dem Wasserfall um eine schöne, aber begrenzte, Aussicht auf die Gegend zu erhalten. Danach gingen wir im eiskalten Wasser schwimmen. Das Wasser war von ausserordentlicher Qualität und auch hatte es keinerlei Tiere, mit welchen man den Badespass teilen musste.

Am letzten Abend besuchten wir die “Hive Bar”, welche die modernste Bar in der Gegend ist. Sie serviert vor allem moderne Vorspeisen (Tapas), Cocktails und natürlich Bier Lao. So haben auch unsere Freunde mit uns ein Bier genommen und wir konnten das Abenteuer nochmals ein wenig feiern. Die Bar ist aber ganz einfach und eher vergleichbar mit einer modernen Bar auf einer kleinen thailändischen Insel. Am Morgen darauf machten wir uns dann auf die Reise nach Vientiane, die Hauptstadt von Laos.

Auf dem Mekhong

Sunday, January 11th, 2009

Tag 1
Nach der ruhigen Nacht in Huay Xai begaben wir uns bereits um 7.30 Uhr per Tuk-Tuk an den Pier, welcher knappe zwei Kilometer vom Ortszentrum entfernt liegt. Dort erfuhren wir, dass Tickets erst um 8 Uhr gekauft werden können und dass das Boot erst um 11 Uhr abfährt (entgegen meinen Informationen aus dem Internet). Somit konnten wir erstmals ausgiebig frühstücken.

In Thailand ist Kaaw Dtom das traditionelle Frühstück. Dieses Gericht ist eine Reissuppe mit gehacktem Grünen der Frühlingszwiebel, angebratenem Knoblauch und gekochtem gehacktem Poulet- oder Schweinefleisch. Am Schluss wird ein Ei in die Suppe gegeben, welches dann ab der kochenden Suppe sofort fest wird. Bevor dieses Gericht gegessen wird, gibt man nach eigenem Geschmack Chilipulver, Fischsauce, eine Art Zitronensaft und ein bisschen Zucker dazu. Dieses Gericht ist dank den Zwiebeln und Chilis sehr erfrischend, hat dank dem Ei und dem Fleisch wichtige Proteine, tut nach einem Schlaf dank der heissen Suppe sehr gut, und lässt sich wegen dem weichen Reis sehr leicht essen und liegt nicht schwer auf.

Beim Frühstück lernten wir ein schwules Päärchen, einen Deutschen und einen Thailänder, kennen. Diese Freundschaft begleitete uns dann während den folgenden Tagen bis nach Luang Prabang. So kauften wir zusammen die Tickets für die Bootsfahrt nach Luang Prabang. Pro Person musste man gute 30 Franken bezahlen. Da es keine reservierten Sitzplätze gibt, machten wir uns um 9.30 Uhr auf den Weg zum Boot, wo wir ein paar der ersten Passagiere waren. Gemeinsam warteten wir dann gespannt bis 11 Uhr, wobei es dann 12 Uhr wurde bis das Boot abfuhr. Kurz vor der Abfahrt erschienen dann nochmals einige Touristen am Pier, welche sich weigern wollten dieses Boot zu besteigen. Da es scheinbar nur ein Boot am Tag gibt, zwängten sich dann diese Menschen auch noch auf das Boot, wodurch es ein wenig eng wurde. Man sitzt zu zweit auf Holzbänken, wobei Laotier hinten im Maschinenraum am Boden hocken müssen.

Die Fahrt am ersten Tag dauerte sechs Stunden und führte uns nach Pakbeng. Das Wetter war perfekt, jedoch war es auf dem Boot wegen dem Fahrtwind ein wenig kühl. Viele Touristen machen am ersten Tag ständig Fotos, unterlassen dies aber am zweiten Tag, da sich die Landschaft kaum ändert. Links und rechts vom Fluss gibt es grüne Hügel, auf welchen ab und zu ein kleines Dorf zu finden ist. Das Boot hielt etwa drei Mal, um Passagiere oder Waren ein- oder auszuladen. Bei einem Halt erschienen plötzlich etwa 20 Kinder aus dem Nichts und haben gewunken, geschaut und posiert. Auch sieht man zum Teil Büffel, welche sich sonnen oder Kinder, welche nackt im Fluss baden.

Pakbeng
Um 18 Uhr hielt unser Boot in Pakbeng, wo die Nacht verbracht wird. Dieses Dorf mit 2500 Seelen ernährt sich hauptsächlich vom Touristen, welche sich gezwungenermassen ein Zimmer, ein Abendessen und ein Frühstück finanzieren müssen. Jedes Boot bringt etwa 100 gehende Geldbeutel mit sich. Aus diesem Grund warten dann auch bereits viele junge Männer und Kinder, sobald das Boot am Ufer anlegt. Unglücklicherweise ging die Sonne bereits unter, weshalb es dann nach dem Aussteigen sogleich stockfinster war. Da das Ufer aus einer sehr steilen Sanddüne besteht, welche man mit dem ganzen Gepäck erklimmen muss, gestaltete sich das Aussteigen etwas schwierig. Auch sind die hundert Touristen, welche auf ihr Gepäck warten, auch nicht gerade ein Vorteil, um im Dunkeln seine Taschen zu finden und sich einen Weg nach oben zu bahnen. Dazu kommt, dass die Einheimischen einem das Gepäck förmlich aus der Hand reissen, um – gegen einen Betrag – zu helfen. Man sollte unbedingt vor dieser freundlichen Unterstützung den Preis abmachen, da ich so um 10 Franken leichter geworden bin. Angemessen wäre etwa ein Drittel dieses Betrags gewesen. Wir fanden sogleich ein schönes Guesthouse, wobei sich jedoch herausstellte, dass es wegen eines Defekts kein fliessendes Wasser hatte. Nun standen wir vor dem Problem, dass alle anderen Guesthouses bereits voll waren. Wir fanden dann ein, von aussen ansprechendes, Guesthouse für 5 Franken die Nacht. Es wurde uns warmes Wasser versprochen, welches sich dann als “warm” (eiskalt) entpuppte. Auch gab es keine Handtücher und das Bett wurde sehrwahrscheinlich noch nie frisch bezogen. Vor allem wurde der Strom im Guesthouse abgestellt, bevor wir vom Abendessen zurückkehrten.

Nach einer kalten Dusche gingen wir dann etwas Essen. Wir fanden ein kleines Restaurant mit einem sehr freundlichen Chef, der uns ein paar Geheimnisse über Pakbeng verraten konnte. Ich probierte zwei Spezialitäten aus dem Mekhong Gebiet: Mekhong Flussgras und einen laotischen Curry mit Büffelfleisch. Tatsächlich wird eine Art Alge aus dem Mekhong geerntet, an der Sonne getrocknet, mit Sesam bestreut und in Öl frittiert. Es schmeckte ganz ordentlich. Das laotische Curry war ein ganz normales gelbes Thaicurry mit Büffelfleisch. Büffelfleisch ist hier natürlich keine Spezialität, sondern lediglich einen billigen Ersatz für Rindfleisch. Da dieses Fleisch für mich etwas Neues war, sah ich es dennoch als ein spezielles Gericht an. Geschmeckt hat es auch ganz ordentlich, es ist lediglich etwas zäher als ein Stück Rind. Für viele Thais ist Büffelfleisch abstossend, als Tourist sieht man die Lage eher lustig und abenteuerlich.

Tag 2
Nach eine langen und erholsamen Schlaf im Milbenbett sind wir dann wieder um 7.30 aufgestanden und haben Pakbeng ein wenig erkundet. So sahen wir, wie die Kinder zur Schule gingen und wie auf einem kleinen Markt Orangen und andere Esswaren verkauft wurden. Gefrühstückt haben wir mit einem Grüntee. Danach machten wir uns auf dem Weg zum Boot. Glücklicherweise fuhren wir die zweite Strecke mit einem anderen Boot, welches zwar von aussen gleich ausschaut, wo jedoch einige Holzbänke durch bequeme Bussitze ersetzt worden waren. Somit konnten wir uns noch ein paar freie “convy seats” ergattern und waren glücklich. Es ging nochmals zurück aufs Festland um Verpflegung zu kaufen. Ich begnügte mich mit frischen Bananen und einem Sandwich.

Die ganze Fahrt war eher langweilig, da sich die Landschaft – wie erwähnt – kaum änderte. Lediglich einmal hielten wir bei einem kleinen Dorf, welches ich ein wenig erkundete und fotografiert habe. Danach ging die Fahrt weiter auf dem Mekhong Fluss, bis wir nach insgesamt sieben Stunden in Luang Prabang angekommen sind. Dort wurden wir wesentlich freundlicher begrüsst als in Pakbeng und konnten uns dann auf die Suche nach einem Zimmer aufmachen.

Das Tor zu Indo-China

Sunday, January 11th, 2009

Wo der Mekhong Fluss das nördliche Thailand von Laos trennt, befindet sich das Tor zu Indo-China. Dieses befindet sich in der Grenzstadt Chiang Khong auf thailändischem Boden. Diesen kleinen Ort erreicht man am besten per Bus von Chiang Mai. Es gibt lediglich zwei direkte Busse am Tag, weshalb wir zuerst nach Chiang Rai gefahren sind um dort umzusteigen. Auf der ersten Strecke fuhren wir im modernsten Bus, den ich in Thailand je gesehen hatte. Es war ein nagelneues chinesisches Modell; zwar billig aber dennoch ganz neu, inklusive herunterklappbaren Flachbildschirmen für die Unterhaltung. Die zweite Strecke war weniger angenehm, da wir in einem ganz alten Bus fuhren. Dieser war erstens überfüllt und hatte zweitens keine Toilette (der Bus hielt nie länger als ein paar Sekunden in den Dörfern), weshalb die zwei-ein-halb stündige Fahrt etwas angespannt war. In Chiang Khong hält man mitten auf der Strasse, und gelangt dan per Tuk-Tuk bis an die Grenze. Dort gibt es eine lächerliche thailändische Grenzkontrolle, wo ich zum ersten mal einen schmunzelnden Grenzkontrolleur gesehen habe, welcher sich sogar noch kleine Spässe erlaubt hat. Auf der linken Strassenseite liegt der Emmigrationsposten, auf der rechten Seite kann man immigrieren. Jedoch hatte ich keine Grenzpolizei ausserhalb der beiden Büros gesehen, von wo aus die Strasse nur schlecht überblickbar ist. In meinen Augen könnte man einfach die Strasse hinaufspazieren, vor allem wenn man aussieht wie ein Thai und kein Gepäck dabei hat. Nach erfolgreicher Emmigration überquert man den Mekhong Fluss gegen eine kleine Gebühr und steht im Nu auf laotischem Boden. Hier war die Immigration noch lustiger als das Grenzerlebnis Minuten zuvor. Nach Ausfüllen von einem Formular kriegt man, gegen eine Gebühr von 50 Franken, ein Visum, mit welchem man sich bis zu 30 Tage in Laos aufhalten darf. Den Pass muss man dann, zusammen mit einem zweiten Formular, einem anderen Beamten geben, welcher das Visum dan abstempelt. Da es einige Touristen hatte, herrschte ein grosser Trubel und die Situation konnte nicht mehr ganz ernst genommen werden. So schnappte ich mir im Grenzbüro ein paar Formulare, da der Beamte alle Hände voll zu tun hatte. Eigentlich sollten nur Beamte Zugang zum Büro haben. Mit dem abgestempelten Pass und dem ganzen Gepäck ging es dann den kurzen Weg zum Dorf hinauf, wobei ein Beamter, welcher unter einem Sonnenschirm sass, die Worte “Passport” herausbrachte und ich mein Visum zeigen musste. Wem der Pass gehört, wollte er gar nicht sehen. Wir gingen sogleich in das erste Guesthouse, da wir nur eine Nacht in diesem Ort, Huay Xai, verbringen wollten. Das Personal war sehr freundlich und gab so ein herzliches Willkommen in Laos. Für 20 Franken konnten wir dann die Hotelsuite beziehen. Sogleich ging es weiter zu einem Essen und Bier Laos. Huay Xai ist auch ein Grenzort mit ein paar Guesthouses, kleinen Restaurants und sogar einem Tempel. Der Sonnenuntergang war bestens, da die Sonne genau am gegenüberliegenden Ufer untergeht. Am Abend konnte man aus Chiang Khong laute Musik hören, da dort gerade ein Festival gefeiert wurde. Nach Sonnenuntergang war es in unserem Ort fast totenstill.

Laos

Friday, January 9th, 2009

Laos, eines der Nachbarländer Thailands, ist ein wunderschöner Ort für einen Besuch während eines Austauschjahres in Bangkok. Mit 6.5 Millionen Einwohnern ist das Land deutlich weniger bevölkert als Thailand. Die Regierung ist kommunistisch, weshalb man ab und zu den Hammer und die Sichel zu Gesicht kriegt. Die Landschaft ist sehr grün, durchzogen von Hügelketten und Flüssen. Die Menschen hier sind ärmer als in Thailand – ein Thailänder kann sich im eigenen Land viermal soviel kaufen wie ein Laotier. Die Menschen sind hier überaus freundlich. Die Frauen tragen fast alle sehr lange Haare und die Menschen sind im allgemeinen sehr klein gebaut. Die Sprache ist fast identisch mit Thai, nur einige Wörter sind ein wenig anders. Auch die Schrift ähnelt dem Thai, jedoch mit mehr Schnörkeln und für mich fast unlesbar. Ein Thai kann hier jedoch das meiste lesen. Auch das Essen ist fast identisch mit dem Essen aus dem Land des Lächelns. In Laos wurde viel Opium produziert und auch heute noch wird an vielen Orten Marijuana oder andere Drogen angeboten. Das Nationalbier heisst “Beer Laos” und schmeckt den Thaibieren sehr ähnlich. Die Mehrheit der Bevölkerung ist buddhistisch, weshalb es auch hier viele tolle Tempel zu besichtigen gibt. Von 1893 bis 1953 war Laos eine französische Kolonie, weshalb man an vielen Orten schöne alte Bauten im französischen Stil sehen kann. Nach einer Zeit der Unabhängigkeit setzt sich dann in 1975 die kommunistische Bewegung durch. Die Hauptstadt heisst Vientiane und liegt an der Grenze zu Thailand, im Nordosten von Thailand. Es hat hier im Vergleich zu Thailand eher wenige Touristen, jedoch ist sich der Tourismus auch erst am entwickeln. Vor allem da Chinesen seit kurzem einfacher nach Laos reisen dürfen, gibt es jetzt immer mehr Reisetouren, welche nach Laos kommen. Es hat hier auch noch viel weniger Autos als in Thailand; Motorräder konnten sich aber schon lange durchsetzen. Auch die Taxis oder Tuk-Tuks sind einiges einfacher gebaut und sehen mehr selbst gebastelt als gekauft aus als sie es in Thailand sind. Die Währung ist hier “Kip”, wobei 1 Franken etwa 7700 Kip entspricht. Es gibt hier nur Noten, da diese einfacher und günstiger zu produzieren sind als Münzen. Es ist lustig zu sehen, wie der Verkäufer in einem einfachen Lebensmittelladen in einem Korb mit Notel wült, um das Wechselgeld herauszusuchen. Wer schnell zur ersten Million kommen möchte, sollte sich also am besten nach Laos begeben.