Da diese Woche Zwischenprüfungen waren, und bei mir nur zwei Prüfungen (am Montag und am Samstag) anfielen, haben wir uns dazu entschlossen, den Westen Thailands zu erkunden. Das Ziel fiel auf Kanchanaburi, wobei ein anderer Ort gar nie zur Diskussion stand (da ich keinen anderen Ort im Westen kenne). Die Reise ging per Bus, ausgehend vom südlichen Busterminal in Bangkok, und dauerte gute zwei Stunden. Da es vor unserer Abreise heftig geregnet hatte, waren die Strassen mit Autos überfüllt und die Taxifahrt zum Bahnhof dauerte über eine Umfahrung eine knappe Stunde. Der Busbahnhof musste vergrössert werden, weshalb der alte aufgegeben und der neue in einem Einkaufszentrum (ja, im Einkaufszentrum drin) errichtet wurde. Man kommt per Taxi an, geht in das Einkaufszentrum, weiss nicht wohin, geht, wie viele andere Einheimische auch, zum Parkwächter und fragt, wohin man gehen muss. Dann geht man durch die ganze Menschenmenge, welche am einkaufen ist, in den zweiten Stock, kauft an einem von 200 Schaltern das Ticket (in Thailand gibt es für jede Strecke einen eigenen Schalter, das ist an allen Busbahnhöfen so) und geht wieder runter. Man erkundet sich beim selben Parkwächter nochmals nach dem Weg, welcher diesmal aber zum Parkplatz verweist. Also geht man durch die Garage und gelangt in ein anderes Gebäude. Dort hatten wir uns nochmals verirrt und nochmals zweimal nach dem Weg gefragt, bis wir im Bus sassen.
Kanchanaburi ist die Hauptstadt der Kanchanaburi Provinz, welche knappe 800000 Einwohner hat, aber flächenmässig die dritt grösste Provinz in Thailand ist. Die Provinz unterteilt sich in verschiedene Distrikts – die Stadt befindet sich im Amphoe Mueang (das bedeutet Hauptdistrikt) Distrikt, welcher gute 150000 Einwohner hat. Die Stadt selber hat gute 30000 Einwohner. Soviel dazu. Die Stadt liegt am Fluss Kwai (ausgesprochen “khwää”, “kwai” bedeutet Ochs und ein Thailänder bringt dich um wenn du ihm das sagst). In der Stadt gibt es die weltbekannte “Brücke am Kwai”.

Hier habe ich das Filmpost eingefügt, denn der Film ist aus dem Jahre 1957, sollte aber allen ein Begriff sein. Die Brücke wurde im zweiten Weltkrieg von den Japanern errichtet, wobei Kriegsgefangene die Arbeit erbringen mussten. Die Brücke war insofern wichtig, weil darüber der Todeszug fuhr. Dieser Zug reichte von Bangkok bis nach Rangoon (Myanmar’s Hauptstadt), wodurch Japan die Streitkräfte der Burma Kampagne unterstützen konnte.
Unser Hotel (vorgängig im Internet gebucht) lag direkt am Fluss, ein wenig flussabwärts der Brücke. Wir konnten die Brücke beim Frühstück beobachten. Heute fährt immer noch ein Zug über diese Brücke, aber nicht mehr bis nach Rangoon. Unser Hotel, der “River Kwai Bridge Resort“, ist ein 3-Stern Hotel und kostete gute 30 Franken pro Nacht. Es ist ein sehr gutes Hotel und schwer zu empfehlen. Die Strasse, an der das Hotel liegt, lädt zum Spazieren am Abend ein. Nach einem halben Kilometer gibt es unzählige kleine Restaurants, Bars und Guesthouses, wo man so den Abend verbringen kann. Es hatte sehr wenige Touristen, was wahrscheinlich an der Jahreszeit liegt (off-season). Am letzten Abend waren wir an einem thailändischen Fest, wo es einen grossen Biergarten mit Livemusik gab. Anders als bei uns werden in Thailand immer auch Kleider und Essen verkauft. Wir haben uns noch vier Stofftierchen erschossen, mit Luftgewehren.
Doch die Hauptattraktionen in Kanchanaburi sind weder das Hotel mit dem schönen Pool, noch das Nachtleben. Neben der Brücke, welche man in 15 Minuten gesehen hat, gibt es unzählige andere Dinge. Wo wir waren und was wir erlebt haben schreibe ich in separaten Beiträgen.