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Isaans köstliche Schlemmereien

Friday, January 2nd, 2009

Soeben hatten wir ein Nachmittagsschlemmen hinter uns. Wir waren in einem sehr bekannten Restaurant, welches Spezialitäten aus dem Isaan auftischt. Wir wurden von mehreren Taxifahrern auf dieses Restaurant aufmerksam gemacht, weshalb wir uns heute an die Gerichte herangewagt haben. Gegessen wird wie in jedem anderen einfachen Thai Restaurant. So hat es viele kleine Tische, um welche sich einige Plastikstühle gesellen. Die Tische sehen zwar sauber aus, jedoch sollte man immer nur aus dem Teller essen. Neben jedem Tisch hat es einen kleinen Servierwagen, auf welchem die Getränke gestellt werden. Bei uns stand natürlich – wie es sich gehört – zwei grosse Biere (wir sind ja schliesslich in den Ferien). Zum Essen gab es folgende Spezialitäten:

  • Som Tam: Dies ist ein Salat aus Papaya Früchten. Hierzu wird eine Papaya in feine Streifen geschält und oft werden ein paar Karottenstreifen dazugemischt. In den Salat werden lange grüne Bohnen, Erdnüsse, getrocknete Crevetten und natürlich Chilis gemischt. Den Salat gibt es in verschiedenen Ausführungen. Statt Nüssen und Crevetten hatte ich eine Krabbe im Salat. Dieser Salat ist normalerweise sehr scharf. Würde man ihn aber ohne Chilis essen, so würde er nicht wirklich schmecken. Seit ein paar Wochen liebe ich dieses Gericht.
  • Gai Yang: Dies ist ein grilliertes Huhn. Dazu werden zwei Saucen serviert, eine süss-scharfe Chilisauce und sehr scharfe braune Sauce.
  • Laab Muu: Muu bedeutet Schweinefleisch. Bei diesem Gericht wird das Schweinefleisch gehackt und gebraten. Dazu wird frischer Knoblauch und frische Zwiebeln gemischt. Gewürzt wird mit ganzen getrockneten roten Chilis und Pfefferminze.
  • Kaw Niaw: In Englisch wird dieser Reis als sticky-rice bezeichnet. Dieser Klebreis wird in kleinen Bambusbehältern serviert und ist somit ganz frisch und warm. Man isst diesen von Hand, da er so klebrig ist, und formt kleine Bällchen, welche man mit einem der obigen drei Gerichte kombinieren kann.

Das Essen hat sehr gut geschmeckt. Da alle Zutaten sehr frisch und gesund ist, fühlt man sich nach einem solchen Essen überhaupt nicht voll und voller Energie.

Fang den Fisch

Sunday, December 28th, 2008

Gleich nach Ende der Prüfungen an der Uni sind wir nach Nakhon Ratchasima (oder auch Korat) gereist. Diese Stadt liegt in Isan, dem Nordosten von Thailand. Mit gut 167000 Einwohnern ist dies die dritt-grösste Stadt im Land und gilt als Zugang zu Isan. Isan ist der Name der Region des Nordostens von Thailand und grenzt an Laos und Cambodia an. Die Leute sprechen die Sprache “Isan”, welche von manchen Menschen als Dialekt von Laos angeschaut wird. Jedoch wird die thailändische Schrift benutzt. In Korat jedoch wird noch Thailändisch gesprochen, da die Stadt im Westen von Isan liegt. Am besten gelangt man von Bangkok aus per Bus nach Korat – die Fahrt dauert gute drei Stunden. In der Stadt gibt es zwei Busbahnhöfe, einen alten und einen neuen. Viele Busse stoppen bei beiden Bahnhöfen. Wir sind in Korat nur umgestiegen und haben dann einen farbigen Bus genommen, der uns zu Annchalees Zuhause gefahren hat.

Die Fahrt dauert knappe zwei Stunden, da der Bus oft hält, damit Fahrgäste ein- oder aussteigen können. Der Bus fährt die halbe Zeit auf einer Überlandstrasse und biegt dann nach knapp einer Stunde auf eine schmalere Strasse ab. An dieser Strasse hat es viele kleine Dörfchen, welche von Reisfeldern abgetrennt wurden. Zu dieser Jahreszeit wurde der Reis bereits geernet, so sind die Felder nun trocken und gelb. Dieser Anblick ist wunderschön, vor allem da er vom gewohnten grünen Thailand abweicht.

Annchalees Familie lebt in einem Dörfchen mit etwa 250 Einwohnern. Die meisten Menschen in Isan sind Reisbauern oder sonstige Farmer. Die Familie lebt in drei Häusern, welche von einem kleinen Reisfeld von der Strasse abgetrennt sind. Ihre Eltern leben mit zwei Tanten und einem Onkel zusammen. Auch Annchalees sechs jähriger Neffe lebt bei ihren Eltern. Dieser geht jeden morgen in die Primarschule, welche nur knappe zehn Gehminuten vom Haus entfernt ist. Die Mutter ist traditionell die erste Person, welche am morgen aufsteht und gleich anfängt zu kochen, damit die ganze Familie nach Sonnenaufgang das Frühstück in Angriff nehmen kann. Bei allen Mahlzeiten gibt es Reis oder ab und zu Nudeln. Der Vater bringt dann den Neffen mit dem Töff zur Schule. Danach wird entweder auf dem Feld gearbeitet oder zu Hause Dinge erledigt. Hier gibt es eine strickte Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau. Wenn es nichts zu tun gibt, sitzt man in einer offenen Bambushütte und schläft oder quatscht mit Familie oder Freunden, welche sich im Laufe des Tages auch unter die Bambushütte setzen.

Am ersten Tag habe ich mit den Tanten Karten gespielt. Nach ein paar Runden habe ich das Spiel dann auch begriffen. Am zweiten Tag mussten wir am morgen früh aufstehen, da wir fischen gegangen sind. Wir sind mit anderen Leuten vom Dorf mit dem Auto zu einem nahe gelegenen Reisfeld gefahren. Von dort aus haben wir eine kleine Wanderung durch die Agrarlandschaft unternommen, bis wir bei einem kleinen Wald angekommen sind. Die Männer haben sich sogleich in den Schlamm gestürzt – um Fische zu fangen. Dies geschieht lediglich mit den Händen. Sehr wahrscheinlich hatte es dort mehr Wasser, als die Reisfelder noch nass waren. Da das Wasser jetzt immer mehr verdunstet, kann man die Fische von Hand fangen. Die Männer haben in einer guten Stunde über hundert Fische gefangen, welche zwischen 20 und 30 cm lang waren. Die Frauen hingegen haben sich hingesetzt, zugeschaut und Witze über die Männer gerissen. Eine Tante hat für mich einen Fisch grilliert. Jedoch gab es dann einen kleinen Disput darüber, dass diese Tante sich erlaubte, bereits zu kochen, obwohl sonst niemand gegessen hat.

Es war eine sehr spannende Erfahrung, der ländlichen Kultur etwas näher zu kommen. Besonders der Ausflug zum Schlammtümpel war spannend, da ich so eine wunderbare Landschaft gesehen habe und den Thais beim Arbeiten zuschauen konnte.