Posts Tagged ‘festival’

Songkran

Friday, April 24th, 2009

Traditionell wird das thailändische Neujahr zwischen dem 13 und 15 April gefeiert. Diese drei Feiertage werden hier als Songkran bezeichnet. Am auffälligsten ist das Wasserfest, welches während dieser Zeit stattfindet. Da um diese Jahreszeit die Temperaturen bis über 40 Grad Celsius ansteigen und diese Tage somit zu den heissesten des Jahres gehören, beklagt sich niemand, wenn er mit eiskaltem Wasser übergossen wird. Nämlich genau das geschieht, wenn man seine eigenen vier Wände während Songkran verlässt. Die offiziellen Aktivitäten, welche in diesem Jahr wegen den “redshirts” grösstenteils abgesagt wurden, beinhalten Umzüge, wobei traditionelle Kleider getragen werden. Viel interessanter sind jedoch die privaten Aktivitäten. So stellen Familien am Strassenrand grosse Wassertänke auf und bespritzen vorbeifahrende Autos, Tuk-Tuks und Motorräder mit einer Ladung Wasser. Am besten kauft man sich eine grosse Wasserwaffe, sodass man sich gegen Angreifer wehren kann. Genau dies haben wir getan – jedoch musste ich meine Waffe nach dem ersten Tag durch eine neue ersetzen (chinesische Ware). Die grösste Menschenmenge findet man bei der Khao San Road oder bei der Silom Road. Hier kommen viele Familien mit ihrem Pick-up und spritzen Wasser. Auch gibt es viele Stände, wo man seine Waffe für 5 Baht mit neuem, eiskaltem Wasser aufladen kann. Tausende Menschen bespritzen sich andauernd mit Wasser und haben einen riesigen Spass dabei. Traditionell diente das Wasser zum sich Reinigen vor Beginn des neuen Jahres. Auch wird einem Lehm oder Puder an die Wangen gestrichen. Dies ist die einzige Zeit, wo man ungeniert anderen Menschen, vor allem jenen vom anderen Geschlecht, das Gesicht berühren kann. Heutzutage gibt es allerdings gewisse junge Männer, welche die Situation ausnützen. So berühren sie Frauen auch am Körper, was in der thailändischen Kultur strikt verboten ist. Auch wird einem der Lehm zum Teil ins ganze Gesicht gestrichten, was einem dann die Sicht nimmt. Glücklicherweise folgt auf eine Lehmeinheit meistens ein Kübel kaltes Wasser, was einem dann wieder zurück in die Situation versetzt. Ich fand die Zeit besonders spannend, wie locker ein Wasserangriff genommen wird. Alle Menschen lachen ständig und haben einen riesigen Spass. Vor allem junge Menschen waren in Bangkoks Strassen unterwegs. Ich habe keinen einzige wütende Person gesehen, trotz einer riesigen Anhäufung von Wassersoldaten. Besonders in Chiang Mai soll Songkran ein ganz tolles Erlebnis sein. Bangkok ist aber auch sehr empfehlenswert, besonders für Wasserratten. Die Kehrseite der Medaille ist, dass es während den drei Festtagen viele Tote gibt. So wird, wie bei jedem Fest, mehr Alkohol als sonst getrunken. Auch ist es natürlich, besonders für Motorräder, gefährlich, wenn einem während der Fahrt plötzlich Wasser vor die Frontscheibe geworfen wird. Die meisten Unfälle gibt es im Nordosten von Thailand – ich nehme an, dass es dort vor allem Verkehrsunfälle sind, da auf Landstrassen schneller gefahren wird, und unerwartetes Wasser einen grösseren Schaden anrichtet als in der Stadt. Wir blieben vor Unfällen verschont und konnten dieses unglaubliche Fest in vollen Zügen geniessen.

Bilder vom Wasserfest können im Album “Exchange Year in Bangkok” angeschaut werden. Ich habe dazu meine alte Kamera verwendet und diese gut in Plastik eingepackt. Live von der Front!

Xin Nian Kuai Le

Wednesday, February 4th, 2009

Dieses Jahr wurde am 26 Januar das neue Chinesische Jahr eingeleutet. Das Jahr 2009 ist das Jahr vom Ochsen, welcher ein Symbol von Stärke und Zielstrebigkeit darstellt. Er wird als Zeichen von Veränderung interpretiert und bringt Entwicklung als auch positive Energie mit sich. Die Tage um das neue Jahr sind für die Chinesen, welche etwa 5% der Bevölkerung Bangkoks ausmachen, sehr festlich. Da die Thais gerne feiern, schliessen sie sich den Chinesen einfach an.

China Town
Wir haben den Abend des neuen Jahres in Bangkoks China Town verbracht. Die Strassen waren überfüllt – erstaunlicherweise vor allem mit indigen Thais. China Town liegt um die Hauptrasse Yaowarat und erstreckt sich über zahlreiche Seitenstrassen und Gassen. Normalerweise häufen sich am Strassenrand Essenstände, welche Chinesische Spezialitäten anbieten. Fürs neue Jahr wurde jedoch die ganze Strasse vom Verkehr abgeriegelt. Statt Autos fand man nun Kleider, Schmuck und anderes, was am Boden zum Verkauf angepriesen wurde. Auch gab es eine Art Umzug, jedoch sah ich nur zwei Drachen, als ich mich endlich durch die Menschenmasse gezwängt hatte. Die Drachen tanzten auf der Strasse und wurden von traditioneller Schlagmusik begleitet. Alle wollten sich mit einem Drachen zusammen fotografieren lassen oder ihn zumindest einmal berühren. Für Bangkoks Grösse fand ich das ganze Spektakel ein wenig mager. Wir gingen in einem bekannten Restaurant (bzw. im Restaurant daneben, jedoch glaube ich, dass sie das selbe Menu anbieten) essen. Es heisst “Lao Li Shark’s Fin”. Die Haifischsuppe mussten wir aus Kostengründen auslassen, und die gebratenen Schnecken waren leider bereits ausverkauft. Dennoch konnten wir drei Spezialitäten geniessen. Zuerst hatten wir zwei eiskalte Austern zur Vorspeise, dann gab es speziell marinierte spare ribs sowie Ziegenfleisch, welches ausgezeichnet schmeckte.

Sonnenfinsternis
An jenem Tag gab es auch noch eine partielle Sonnenfinsternis. Diese war jedoch nur in Asien sichtbar, weshalb wahrscheinlich kein grossen Trubel darum gemacht wurde. Sehen konnten wir sie leider nicht, da die Sonne sich nicht genug verdunkelte.

Loi Krathong

Thursday, November 20th, 2008

Am 12. November fand in ganz Thailand das Loi Krathong Festival statt. Übersetzt heisst dies “schwimmende Krathongs”. Ein Krathong ist ähnlich einem Weihnachtskranz, nur dass er mit Blumen, Kerzen und Räucherstäbchen besteckt wird und im Wasser schwimmen kann. Das Festival findet immer an einer Vollmondnacht statt. Vornweg, Bangkok ist nicht der ideale Ort um das Festival zu geniessen. Da ich jedoch bis kurz vor Beginn noch an der Uni war, sind wir hier geblieben. Wir gingen in ein 4-Sterne Restaurant, da ich mir dachte, wir sollten am Fluss essen. Da alle (sprich: 100%) aller anderen Restaurants schon Wochen vor dem Tag ausgebucht waren, blieb uns nichts anderes übrig. Das Restaurant heisst Supatra River House und hat uns ein teures Buffet offeriert. Das Essen war gut aber viel zu teuer. Das Restaurant ist aber sehr bekannt, da es auch ein Thai Theater offeriert. Jedenfalls hatte es viele Touristen aber auch Thais kennen das Restaurant. Leider hatte ich kein einziges Krathong gesehen. Da der Fluss sehr breit ist, sieht man die Krathongs schlecht. Zudem hat es Schiffe, welche die Krathongs überfahren. Jedoch konnten wir dann unser eigenes Krathong basteln, wurden mit dem Restaurantschiff auf den Fluss gefahren und konnten dann mit dem Krathong unseren Wunsch davonschwimmen lassen.

Das Festival dient dazu, sich beim Fluss für die Nutzung und Verschmutzung zu entschuldigen. Angefangen hat die Tradition in der nördlichen Provinz Sukothai, wo das Festival scheinbar am schönsten sei. Es war jedoch eine tolle Erfahrung, denn die ganze Stadt ist im Festivalrausch und schon am morgen kann man überall Krathongs kaufen. Es gibt kleine und grosse Krathongs, je nach Budget. Auch gibt es zum Teil einen Wettbewerb, wer das grösste und schönste Krathong bauen kann. In der Fotogallerie habe ich ein paar Eindrücke zusammengestellt.