Fährt man von Ao Nang aus etwa 50 Kilometer südöstlich der Küste, gelangt man zu Laem Kruat, ein kleines Küstendorf. In dieser Gegend leben vor allem Muslims, ein etwas ungewohnter Anblick im ansonsten buddhistischen Thailand. Es gibt zwei Piers, von wo aus man zur Insel Jum gelangt. Ein anderer Name für Koh Jum ist auch Koh Pu (Krabben Insel), da der 395 Meter hohe “Berg” auf der Insel Pu heisst. Den Pier von wo aus unser Boot abgefahren ist, befand sich hinter einer Garage, welche als Eingangsbereich fungiert. Das kleine Boot war voll beladen mit Esswaren und Eis (das natürlich bei Ankunft halb geschmolzen war). Wir waren die einzigen Touristen auf der Hinreise und teilten das Boot lediglich mit ein paar lokalen Frauen.
Auf Koh Jum gibt es drei Dörfer. Am südlichen Ende befindet sich das Dorf Koh Jum, auf der Inselmitte Ting Rai und am nordöstlichen Ende Koh Pu. Angekommen sind wir beim ersteren. Wir wurden freundlicherweise von unserer Gastgeberin, eine ältere thailändische Frau, von der Woodland Lodge, abgeholt. Die Fahrt dauerte gute zehn Minuten bis wir bei unserem Bungalow ankamen. Erfreut wurden wir mit einem Willkommensgetränk, ein frisches Früchtegetränk.
Unser Bungalow lag an der Andaman Beach. Dies ist der erste Strand vom Süden ausgesehen. Nach der ersten Übernachtung haben wir einen Ausflug in den Norden der Insel gemacht um die anderen Strände einzuweihen. Wir waren, neben einem einzig anderen Gast, welcher nur während der ersten Nacht anwesend war, die einzigen Touristen auf der ganzen Insel. Auf die Andaman Beach folgt die Golden Pearl Beach, wo es auch einige Bungalows hat. Allerdings sind ausser unserem Bungalow und einem anderen alle geschlossen während der Monsunsaison. Geht man weiter nördlich, gelangt man zur ganz einsamen Ao Si Beach. Dabei muss man, vor allem bei Flut, über einige Felsen und Steine klettern, bis man den tollen Strand betreten kann. Bis ans obere Ende von Ao Si Beach brauchten wir eine gute Stunde. Da es von dort aus am Strand nicht mehr weitergeht, haben wir angenommen, dass es keine weiteren Strände mehr gibt. Die Karte verrät mir allerdings, dass man noch zu einer Magic Beach weitergehen kann (allerdings über die Strasse, welche weiter inlands liegt und dann zur Magic Beach abzweigt). Nach der Magic Beach kommt die Ting Rai Beach (welche sich neben dem gleichnamigen Dorf befindet). Die Insel wird von der North Beach abgeschlossen, welche ganz im Norden liegt.
Glücklicherweise hat es während unserem Aufenthalt bis zur Abreise nicht geregnet. So konnten wir das Inselparadis ganz für uns geniessen. Auch wurden wir von der guten Küche, den frischen Früchten und dem natürlich Tee unserer Gastgeberin verwöhnt. Strom gab es nur zwischen 6 und 9 Uhr abends, wenn der Generator angelassen wurde. So waren die Abende entsprechend kurz. In der Nacht wurde unser Bungalow einmal von Fledermäusen heimgesucht. Auch findet man regelmässig Kakerlaken auf der Toilette, da diese durch den Ablauf hereinschleichen. Man muss einfach lernen, mit den etwas unangenehmeren Tierchen das Zimmer zu teilen. Im Bett ist man jedenfalls ungestört, da ein Mosquito-Netz eine gute Barriere gegen Eindringlinge darstellt.
Man könnte einen Ausflug auf den Mt. Pu unternehmen. Allerdings haust dort eine 4.5 Meter lange Schlange, die darauf wartet, frisches Fleisch zu verspeisen. Daher sollte man einen lokalen Führer mitnehmen. Da wir nur zwei Nächte dort waren, hat es uns für diesen Ausflug leider nicht gereicht. Dafür konnten wir zwei sensationelle Sonnenuntergänge geniessen. Auch der Unterschied zwischen Ebbe und Flut war extrem, da die Strände sehr flach sind. Für Sonnenaufgänge hats mir nicht gereicht, aber ich war einmal joggen gegangen und ein anderes Mal konnten wir Yoga am Strand praktizieren. Die Abreise wurde von einem Regen, der innerhalb von etwa zehn Sekunden ausbrach, in das Wasser gerissen. Die kleine Hütte, welche als Regendach vom Pier beim Dorf Koh Pu die Passagiere schützen soll, hat es fast vom Wind mitgenommen. Glücklicherweise war der Regen, wie die meisten Monsungewitter, schnell abgeschwächt und wir konnten die Rückreise mit einem riesigen Bootsführer antreten. Koh Jum ist ein wunderbares Inselparadis, wo die lokale Kultur noch present ist. Allerdings, so stelle ich mir vor, könnten die rund 20 Bungalows in der Hochsaison voll werden und ein eher touristisches Bild entstehen lassen.