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Rangsit

Monday, June 15th, 2009

40 Kilometer nördlich von Bangkok befindet sich der Vorort Rangsit. Der alte Flughafen Don Mueang befindet sich dort. Am besten gelangt man per Autobahn, wessen Netz sich auf mehreren Metern Höhe über die ganze Stadt verteilt, zu diesem Aussenbezirk. Im Zentrum von Rangsit befindet sich Future Park, ein riesiges, modernes Einkaufszentrum. Dort findet man alle bekannten Fastfood-Ketten, Kleiderläden und Department Stores. Wenn man die Strasse überquert kommt man zu Major Cineplex, ein Multiplex-Kino, wo es z.B. gute Schweinshaxen zu essen gibt.

Ich war in Rangsit am Muay Thai Institute für gute drei Wochen. Dort habe ich die Kurse Muay Thai 1 und 2 besucht. Das Institut ist das einzige Gym, das vom Sportministerium anerkannte Diplome im Thaiboxen ausstellen darf. Die Kurse dauerten je 40 Stunden, wobei man zweimal am Tag je 2 Stunden trainiert. Das Institut vermietet auch Zimmer, wobei man besser in einem Hotel in der Nähe übernachtet, da es wahrscheinlich günstiger kommt und man ein besseres und ruhigeres Zimmer erhält (gleich neben dem Institut wird täglich geschweisst). So durfte ich jeden morgen um halb 7 aufstehen und mich zum morgentlichen Training begeben. Danach ging ich normalerweise zum Markt, der etwa zehn Gehminuten vom Insitut entfernt liegt. Dort gibt es auch das Einkaufszentrum Makro, ein Grosshändler, wo Thais ihre Lebensmittel für ihre Essenstände herkriegen. Auf dem Markt gibt es u.a. Nudelsuppe oder Huhn auf Reis. Dieses Essen kostet 30 Baht (1 Franken) und schmeckt ganz gut. Das Besteck nimmt man aus einem Sammeltopf, wo sich z.T. noch nasses Besteck befindet. Leider befinden sich manchmal Ameisen im Zucker – man muss einfach ein bisschen Ausschau halten. Die Verkäufer haben schnell mit mir zu reden begonnen, was ich hier mache, wieso ich Thai könne, wann ich wieder nach Hause gehe… Möchte man etwas trinken, nimmt man einfach ein Glas (von welchem bereits andere getrunken haben), füllt es mit Eis (aus einem grossen Behälter) und schenkt sein Getränk ein (Wasser aus dem Topf oder eine Flasche Cola, die man selber öffnet). Getrunken wird mit einem (frischen) Strohhalm. Das Wasser ist normalerweise eingefangenes Regenwasser.

Das Training war gut, jedoch anders als in einem Gym. Die Schule hat ein Programm für jedes Trainingsniveau. Somit kann es schnell ein wenig eintönig werden, besonders auf den ersten beiden Stufen. Die dritte Stufe dürfte dann ein wenig interessanter werden. Jedoch ist es gut, die Basis nochmals strukturiert und klar zu lernen. In den Gyms wird hier und da etwas an der Technik korrigiert, jedoch lernt man nie von Grund auf, da man mit allen Schülern zusammen trainiert. Auch konnte ich gut von meinem Thai Gebrauch machen und mich mit den Trainern unterhalten.

Ein besonders spannender Trainer war Moo (Doktor in Thai), ein grosser und breiter Mann in den Dreissiger, welcher bereits hunderte von Kämpfe und ein Sportmedizinstudium hinter sich hat (er ist scheinbar der einzig studierte Thaiboxer). Wir gingen mehrmals zum Future Park um uns die Bäuche an einem Buffet vollzuschlagen. Am letzten Abend (ich hatte die Prüfung für Niveau 2 am nächsten morgen) gingen wir gemeinsam Essen auf dem Markt (nord-östliches Thai Essen). Danach ging es in einen Nachtclub, der sich gleich neben dem Institut befindet. Wie üblich, trinkt man gemeinsam Whiskey und bevor man es merkt ist es bereits sechs Uhr morgens. Zum Schluss: Moo kann deshalb am Wochenende in den Ausgang (und muss nicht trainieren), weil er keinen Gegner zum Kämpfen findet. Thais sind nicht so schwer wie er, die Ausländer möchten ihn nicht als Gegner haben. Aussehen tut er eher wie ein Doktor als ein Thaiboxer – doch der Schein täuscht…

Bangkoks feinste Restaurants

Sunday, May 10th, 2009

Um meinen Nachfolgern das Wasser im Gaumen zusammen laufen zu lassen, stelle ich an dieser Stelle ein paar der speziellsten und feinsten Restaurants in Bangkok zusammen:

  • The Cedar: Ein sehr gutes und familiäres libanesisches Restaurant. Das Essen schmeckt sehr fein und die Bedienung ist freundlich. Das Ambiente ist stilvoll und erinnert an den nahen Osten. Neben einem mittelgrossen Menü, das aus Vor- und Hauptspeisen besteht, gibt es auch noch eine angemessene Weinliste. Die Preise liegen im oberen mittleren Bereich – man muss für eine Hauptspeise ca. 400 Baht rechnen. Wenn man sich ein paar Tage im Voraus meldet, kann man sogar ein ganzen Lammbein verspeisen. Lage: Sukhumvit Soi 49/9
  • Oam Thong: Weswegen man nach Thailand kommt – thailändisch essen! Oam Thong ist da eine sehr gute wahl, mit Preisen im mittleren Segment. Das Menü ist sehr vielfältig und bietet neben Standards auch einige Spezialitäten. Als Vorspeise empfiehlt sich eine frische, auf Eis servierte, Auster, die man mit Chili, thailändischen Kräutern, Knoblauch, Ginger und Sauche zusammen am Stück hinunter schlingt. Zu thailändischem Essen empfiehlt sich Wasser oder Bier – Wein verstärkt die Schärfe und wäre eine kleine Verschwendung (da man ihn nicht wirklich schmeckt). Lage: Sukhumvit Soi 33
  • Taste of India: Ein kleines und unbekanntes indisches Restaurant, wo ich bereits als Bekannter empfangen werde. Es befindet sich auf dem ersten Stock eines Hauses, und der enge Eingang führt vorbei an einem Schneiderladen (selber Besitzer). Die Bedienung ist sehr freundlich; das Fenster hingegen zeigt lediglich eine Ansammlung von Stromkabeln und einen Ausschnitt der Khao San Road. Nichtdestotrotz, das Essen ist sehr gut und kommt schnell auf den Tisch. Meiner Meinung nach ist es besser als das renommierte Rang Mahal im fünf Sterne Hotel Rembrandt. Sehr gut istChicken Tandoori und Mutton Sheesh Kebab. Indisch ist man eher mit Brot (Naan), wobei man natürlich auch Reis bestellen kann. Lage: Khao San Road
  • Tom Yam Goong: Auch an der Khao San Road, fast gegenüber von Tase of India, befindet sich das sehr bekannte Tom Yam Goong (ausgezeichnet von New York Times). Tom Yam Goong ist eine bekannte thailändische Suppe mit Riesencrevetten. Neben dieser Speise gibt es auch ganz andere viele verschiede tolle Gerichte. Obwohl die Khao San Road sehr chaotisch ist, befindet man sich im Tom Yam Goong in einer Oase. Man geht zirka 20 Meter in eine Seitengasse und befindet sich auf einem kleinen Platz, wo sich drei Restaurants befinden. Bei Regen ist von einem Besuch abzuraten, da die guten Plätze nur unbedacht vorzufinden sind. Lage: Khao San Road
  • Le Dalat Indochine: Ohne Reis, dafür Vietnamesisch. Mein erstes Mal in einem richtigen vietnamesischen Restaurant. Interessanterweise kamen alle Speisen ohne Reis, jedoch hat das vorzüglich gepasst. Vieles Essen konnte man am einfachsten mit den Fingern essen. Oft musste man Fleisch, Gewürze und Nudeln in Salat einwickeln – eine Fingerspeise. Dazu gibt es sehr guten Weisswein. Das Essen ist ein wenig teuer – das Ambiente dafür extrem vornehm und stilgerecht. Lage: Sukhumvit Soi 23
  • Mrs. Balbir’s: Ein weiteres indisches Restaurant. Auch sehr familier und sehr klein. Wir mussten kurz auf einen Tisch warten, was sich gelohnt hat. Die Weinliste ist sehr beschränkt und einige Weine waren gar nicht an Lager. Das Essen war hingegen extrem köstlich. Zu empfehlen sind hier auch die Kebabs, da sie auf einer Platte mit Kerzenlicht serviert werden. Die Preise sind ein wenig gehoben, vor allem da das Restaurant sehr familier eingerichtet ist. Lage: Sukhumvit Soi 11/1
  • Al Majlis: Tee, Spa und marokkanisches Essen. Eine köstliche Auswahl an marokkanischen Spezialitäten gibt es bei Al Majlis, ein verstecktes Restaurant, das man als Tourist kaum findet. Man sitzt im Freien und befindet sich in einem arabischen Garten, wo man auch Shisha rauchen kann (es gibt fast 20 verschiedene Tabaksorten). Gemütlich hockt man am Boden auf bequemen Kissen und gönnt sich abendländische Speisen. Das Manko: Für die Preise erhält man eher kleine Portionen. Es wird also eher ein teurer Ausflug – dafür unvergesslich. Lage: 83/8 Soi Charoen Chai, Ekamai Road (man fährt in Soi 12 von Ekamai Road und nimmt die zweite Abzweigung links)
  • Vertigo: Im fünfsterne Hotel Banyan Tree befindet sich das Restaurant Vertigo – auf dem 61. Stockwerk, freihimmel. Am besten gönnt man sich hier ein Grillstück. Bis zu 400 Gramm Rindfleisch kriegt man auf den Teller. Der Grillmeister hat sein Stück bestens im Griff; auch die Weinliste wurde sorgfältig ausgearbeitet. Man sollte sicherstellen, dass es nicht regnen wird. Sonst darf man, wie wir, sich mit Duzenden anderen Gästen durch eine kleine Wendeltreppe zwängen bzw. darauf warten, bis die alte Herrschaft Dampf macht (man wird dabei nass). Auch sicherstellen sollte man, dass man genügend Kleingeld dabei hat. Sind diese beiden Bedingungen erfüllt, kann man sich auf einen atemraubenden Abend gefasst machen. Mit einem Blick über ganz Bangkok vergisst man schnell sogar das dicke Stück Fleisch vor dem Gesicht. Lage: 21/100 South Sathon Road

Songkran

Friday, April 24th, 2009

Traditionell wird das thailändische Neujahr zwischen dem 13 und 15 April gefeiert. Diese drei Feiertage werden hier als Songkran bezeichnet. Am auffälligsten ist das Wasserfest, welches während dieser Zeit stattfindet. Da um diese Jahreszeit die Temperaturen bis über 40 Grad Celsius ansteigen und diese Tage somit zu den heissesten des Jahres gehören, beklagt sich niemand, wenn er mit eiskaltem Wasser übergossen wird. Nämlich genau das geschieht, wenn man seine eigenen vier Wände während Songkran verlässt. Die offiziellen Aktivitäten, welche in diesem Jahr wegen den “redshirts” grösstenteils abgesagt wurden, beinhalten Umzüge, wobei traditionelle Kleider getragen werden. Viel interessanter sind jedoch die privaten Aktivitäten. So stellen Familien am Strassenrand grosse Wassertänke auf und bespritzen vorbeifahrende Autos, Tuk-Tuks und Motorräder mit einer Ladung Wasser. Am besten kauft man sich eine grosse Wasserwaffe, sodass man sich gegen Angreifer wehren kann. Genau dies haben wir getan – jedoch musste ich meine Waffe nach dem ersten Tag durch eine neue ersetzen (chinesische Ware). Die grösste Menschenmenge findet man bei der Khao San Road oder bei der Silom Road. Hier kommen viele Familien mit ihrem Pick-up und spritzen Wasser. Auch gibt es viele Stände, wo man seine Waffe für 5 Baht mit neuem, eiskaltem Wasser aufladen kann. Tausende Menschen bespritzen sich andauernd mit Wasser und haben einen riesigen Spass dabei. Traditionell diente das Wasser zum sich Reinigen vor Beginn des neuen Jahres. Auch wird einem Lehm oder Puder an die Wangen gestrichen. Dies ist die einzige Zeit, wo man ungeniert anderen Menschen, vor allem jenen vom anderen Geschlecht, das Gesicht berühren kann. Heutzutage gibt es allerdings gewisse junge Männer, welche die Situation ausnützen. So berühren sie Frauen auch am Körper, was in der thailändischen Kultur strikt verboten ist. Auch wird einem der Lehm zum Teil ins ganze Gesicht gestrichten, was einem dann die Sicht nimmt. Glücklicherweise folgt auf eine Lehmeinheit meistens ein Kübel kaltes Wasser, was einem dann wieder zurück in die Situation versetzt. Ich fand die Zeit besonders spannend, wie locker ein Wasserangriff genommen wird. Alle Menschen lachen ständig und haben einen riesigen Spass. Vor allem junge Menschen waren in Bangkoks Strassen unterwegs. Ich habe keinen einzige wütende Person gesehen, trotz einer riesigen Anhäufung von Wassersoldaten. Besonders in Chiang Mai soll Songkran ein ganz tolles Erlebnis sein. Bangkok ist aber auch sehr empfehlenswert, besonders für Wasserratten. Die Kehrseite der Medaille ist, dass es während den drei Festtagen viele Tote gibt. So wird, wie bei jedem Fest, mehr Alkohol als sonst getrunken. Auch ist es natürlich, besonders für Motorräder, gefährlich, wenn einem während der Fahrt plötzlich Wasser vor die Frontscheibe geworfen wird. Die meisten Unfälle gibt es im Nordosten von Thailand – ich nehme an, dass es dort vor allem Verkehrsunfälle sind, da auf Landstrassen schneller gefahren wird, und unerwartetes Wasser einen grösseren Schaden anrichtet als in der Stadt. Wir blieben vor Unfällen verschont und konnten dieses unglaubliche Fest in vollen Zügen geniessen.

Bilder vom Wasserfest können im Album “Exchange Year in Bangkok” angeschaut werden. Ich habe dazu meine alte Kamera verwendet und diese gut in Plastik eingepackt. Live von der Front!

Amphawa Floating Market

Friday, April 24th, 2009

Amphawa liegt in der Samut Songkhram Provinz, welche westlich von Bangkok liegt und ans Meer angrenzt. Eine Besondere Attraktion, welche die Region zu bieten hat, ist der schwimmende Markt von Amphawa. Am besten fährt per Auto, wobei man eine gute halbe Stunde Fahrt rechnen muss. Am Wochenende ist die zweispurige Strasse, welche Amphawa und die Schnellstrasse verbindet, vollgestopft mit Autos. Für 20 Baht darf man sein Auto bei Privatpersonen auf ihrem Parkplatz unterstellen. Wir fanden glücklicherweise einen Kundenparkplatz vor einer Bank; auch in Thailand sind Banken am Wochenende zu.

Der Markt liegt an einem Kanal, welcher von mehreren kleinen Brücken überquert werden kann. An beiden Ufern säumen sich hunderte Stände, welche Essen oder andere Spezialitäten der Region anbieten. Da sich tausende Thais durch die engen Wege quetschen, kommt man lediglich im Schneckentempo voran. Wir haben dann eine Bootsfahrt unternommen. Der Bootsmann hat uns bei mehreren bekannten Tempeln abgesetzt, wo wir jeweils eine halbe Stunde Zeit für Besichtigung zugeteilt bekamen. Die erste Station führte uns zu einem alten Haus, gebaut in einer traditionellen und vornehmen Architektur, wo wir uns im ersten Stock niedersetzen durfen. Uns wurde – in Thai – eine Geschichte von einer bekannten Schlacht zwischen den Thais und den Burmesen erzählt; illustriert mit einer schönen Wandmalerei, welche die Schlacht schön darstellte. Scheinbar waren die Thais in der Unterzahl, konnten jedoch mit einer cleveren Strategie brillieren. Ich habe nur soviel verstanden, dass sie bis in die Dunkelheit warteten. Was dann passiert ist, wissen nur die Thais. Bei der zweiten Station konnte man seine Stärke beim Gongschlagen messen. Mit einem Stoffknüppel muss man dreimal auf einen riesigen Gong einschlagen. Je lauter, desto grösser das Glück. Dort habe ich mir auch frische Litschis gekauft, welche in dieser Region angepflanzt werden und besonders lecker sind. Die dritte Station offerierte einen alten Tempel, welcher bereits von riesigen Bäumen überwachsen ist. Eine lange Schlange hinderte mich jedoch vor dem Eintritt; ich konnte allerdings einen Blick in das Innere werfen, und fand neben einem Buddha nichts Besonderes. Es gab dann auch einen Fotopunkt, von wo man ein Foto durch ein Fenster schiessen kann. Bei der letzten Station konnten wir einen wunderschönen Tempel bestaunen. Das Innere war in komplett in Teakholz gestaltet. Die Wände und die Decke weisen schöne Schnitzereien auf. Auch konnte ich meine Zukunft vorhersagen. Dazu schüttelt man einen offenen Becher , welcher mehrere Holzstäbe enthält, solange, bis ein Holzstab hinausfällt. Danach wirft man zwei Holzformen (mit je einer flachen und runden Seite) in die Luft und schaut, ob beide Hölzer die gleiche Seite zeigen. Wenn ja, dann ist der Holzstab nicht war und man muss nochmals von vorne beginnen. Sobald man einen wahren Holzstab gefunden hat, schaut man die Nummer, welche auf dem Holzstab eingraviert ist, nach und geht zu einem Informationsbrett, welche die Zukunft zu jeder Nummer angeschrieben hat. Leider war meine Nummer nicht mehr verfügbar, und somit ist meine Zukunft sehr ungewiss. Gewiss ist jedoch, dass am Amphawa Markt regelmässig Leuchtkäfer zu sehen sind. Leider verliessen wir die Region bereits am späteren Nachmittag, weshalb wir das Leuchtspektakel nicht bestaunen konnten.

Übrigens sind Fotos im Album “Exchange Year in Bangkok” verfügbar.

Koh Kred

Saturday, March 28th, 2009

Gute 20 Kilometer nördlich von Bangkok liegt die Insel Koh Kred (Koh bedeutet Insel auf Thailändisch; ausgesprochen “gko”). Sie liegt auf dem Chaopraya Fluss und enstand 1722 auf Grund von Kanalarbeiten, wodurch dieses Stückchen Land vom Wasser komplett umschlossen wurde. Eine schöne Flussfahrt führt von Bangkok per Expressboot bis an die Endstation Nonthaburi, von wo wir dann per Tuk-Tuk bis zum Wat Sanam Nuea gefahren sind. Dieser Tempel liegt direkt am Fluss, welchen man dann mit einer Fähre überqueren kann.

Auf Koh Kred gibt es nicht viel zu tun. Es hat vor allem viele thailändische Touristen, welche sich einen Nachmittagsspaziergang, abseits vom lärmenden Verkehr gönnen. Thailänder lieben Märkte, weshalb es auf dem ersten Fünftel des Weges, welcher die Insel umrundet, einen durchgehenden Markt hat. Speziell sind hier vor allem die Töpfereien, von welchen eine sogar von der Königin gesponsert wird. Die Waren kann man zu einem Spottpreis ergattern, wobei die Qualität trotzdem sehr gut ist. Auch gibt es Essensspezialitäten der Insel, die man dann in die eigene Küche heimtragen kann. Die restlichen vier Fünftel des Weges verbringt man dann in der puren Natur. Man ist sehr oft alleine unterwegs und wird nur manchmal von Fahrrädern oder Motorradtaxis überholt. Abseits vom Weg gibt es ab und zu eine Bananenplantage, wo auch am Wochenende gearbeitet wird. Die Route führt durch das eine oder andere Dorf, was auch als Attraktion angepriesen wird, da man so einen Einblick in die Lebensweise der eher ländlichen Bevölkerung erhält. Die Inselbewohner hier sind eher arm, begrüssen die Touristen jedoch immer mit einem Lächeln. Nach etwa sechs Kilometern hat man die Insel bereits umrundet und kann mit der Fähre wieder aufs Festland übertreten.

Xin Nian Kuai Le

Wednesday, February 4th, 2009

Dieses Jahr wurde am 26 Januar das neue Chinesische Jahr eingeleutet. Das Jahr 2009 ist das Jahr vom Ochsen, welcher ein Symbol von Stärke und Zielstrebigkeit darstellt. Er wird als Zeichen von Veränderung interpretiert und bringt Entwicklung als auch positive Energie mit sich. Die Tage um das neue Jahr sind für die Chinesen, welche etwa 5% der Bevölkerung Bangkoks ausmachen, sehr festlich. Da die Thais gerne feiern, schliessen sie sich den Chinesen einfach an.

China Town
Wir haben den Abend des neuen Jahres in Bangkoks China Town verbracht. Die Strassen waren überfüllt – erstaunlicherweise vor allem mit indigen Thais. China Town liegt um die Hauptrasse Yaowarat und erstreckt sich über zahlreiche Seitenstrassen und Gassen. Normalerweise häufen sich am Strassenrand Essenstände, welche Chinesische Spezialitäten anbieten. Fürs neue Jahr wurde jedoch die ganze Strasse vom Verkehr abgeriegelt. Statt Autos fand man nun Kleider, Schmuck und anderes, was am Boden zum Verkauf angepriesen wurde. Auch gab es eine Art Umzug, jedoch sah ich nur zwei Drachen, als ich mich endlich durch die Menschenmasse gezwängt hatte. Die Drachen tanzten auf der Strasse und wurden von traditioneller Schlagmusik begleitet. Alle wollten sich mit einem Drachen zusammen fotografieren lassen oder ihn zumindest einmal berühren. Für Bangkoks Grösse fand ich das ganze Spektakel ein wenig mager. Wir gingen in einem bekannten Restaurant (bzw. im Restaurant daneben, jedoch glaube ich, dass sie das selbe Menu anbieten) essen. Es heisst “Lao Li Shark’s Fin”. Die Haifischsuppe mussten wir aus Kostengründen auslassen, und die gebratenen Schnecken waren leider bereits ausverkauft. Dennoch konnten wir drei Spezialitäten geniessen. Zuerst hatten wir zwei eiskalte Austern zur Vorspeise, dann gab es speziell marinierte spare ribs sowie Ziegenfleisch, welches ausgezeichnet schmeckte.

Sonnenfinsternis
An jenem Tag gab es auch noch eine partielle Sonnenfinsternis. Diese war jedoch nur in Asien sichtbar, weshalb wahrscheinlich kein grossen Trubel darum gemacht wurde. Sehen konnten wir sie leider nicht, da die Sonne sich nicht genug verdunkelte.

Muang Boran

Sunday, February 1st, 2009

Die antike Stadt von Thailand befindet ein wenig ausserhalb von Bangkok. Muang auf Thailändisch heisst Stadt, Boran bedeutet antik. Dieser Ort ist nicht zu verwechseln mit Ayutthaya, welche die alte Hauptstadt von Thailand ist. Muang Boran ist ein grosser Park, welcher kulturelle Objekte beinhaltet. So hat es einerseits viele Replikas von bekannten Tempeln, Palästen und Stupas, welche sich in Thailand befinden. Andererseits werden gewisse Originale in die antike Stadt verlegt, wo sie dann restauriert werden. Ausserdem findet man auch kreative Kunst. Als kreative Kunst werden diejenigen Objekte bezeichnet, welche zwar alt aussehen, aber neu und extra für diesen Park errichtet wurden. Diese Objekte sind teilweise extrem eindrücklich und sehenswert. Sie verleihen dem Park auch eine gewisse Legitimität, da er ansonsten nur aus Replikas bestehen würde, die man eigentlich lieber im Original anschauen geht.

Da der Park relativ gross ist (eine komplette Tour ist sicherlich 20 Kilometer lang), haben wir uns zwei Golfautos gemietet, mit welchen man gemütlich und bequem durch den Park fahren kann. Man findet hier insgesamt 116 grosse Objekte; daneben gibt es aber auch noch duzende kleine und nicht bezeichnete Objekte. Im ganzen Park hat es Gewässer, welche sich um die kulturellen Paläste und Pavilions schlängeln. Damit man keine nassen Füsse kriegt, wurden Brücken errichet, einige davon sind sehr speziell. So gibt es eine Regenbogen Brücke, welche sich wunderschön im Wasser spiegelt.

Der Park wird vor allem auch von vielen lokalen Thais besucht, welche die ruhige Atmosphäre geniessen möchten. Dank der Grösse des Parks verteilen sich die Besucher gut und man ist oft alleine unterwegs. Leider hatten wir ein bisschen zuwenig Zeit um den ganzen Park besichtigen zu können. Man sollte sich einen ganzen Tag Zeit nehmen und schon am Vormittag dort sein.

Die Geburt Ganeshas

Saturday, January 24th, 2009

Suan Lum
Der Lumpini Park ist der grösste Park in Bangkok. Gleich neben dem Park befindet sich ein grosser Nachtmarkt. An diesem Markt gibt es unter anderem viele Einrichtungsgegenstände kaufen. So gibt es Lampen, Buddhas, Vasen und andere Dinge. Auch gibt es Textilien und Schuhe zu kaufen, oder man lässt sich mit einer Fussmassage verwöhnen. Neben dem Markt gibt es ein riesiges Bierzelt, wo man sich gemütlich hingesellen kann. Dabei gibt es neben den lokalen Bieren auch viele deutsche Biere zu kaufen, entweder im Glass oder im Tower. Um das Zelt herum stehen etwa 50 Essensstände, welche von Meerestieren über Hühnchen alles verkaufen. Das Essen schmeckt sehr gut und ist nicht teuer. Man muss zuerst Bargeld in Coupons wechseln, welche dann für Nahrung – fest oder flüssig – eingetauscht werden können.

Joe Louis Puppet Theater
Neben dem Markt und dem Zelt gibt es noch eine weitere Attraktion. Das Joe Louis Puppentheater fand seinen Ursprung im Jahre 1984. Dort wurde Herr Sakorn – ein alter und armer Mann – wegen seinen Puppenkünsten an einem Jahrmarkt entdeckt. Darauf hin erhielt er vom Tourismusdepartment Geld, damit er sein eigenes Theater aufbauen konnte – zum Bewahren seiner Künste. Dank seiner guten Leistung erhielt er 1996 eine königliche Auszeichnung. Den Namen Joe Louis erhielt das Theater dann im 2000 und wurde zwei Jahre darauf an den heutigen Platz gezügelt. Am “Word Festival of Puppet Arts” in Prag konnte Joe Louis bereits zweimal eine Medallie herausspielen: In 2006 erhielt er die Auszeichnung für die beste traditionelle Aufführung, letztes Jahr wurde er sogar mit der Auszeichnung für die beste Aufführung belohnt. Leider ist der Gründer, Herr Sakron, letztes Jahr gestorben.

Das Theater selber ist sehr elegant gestaltet und mit vielen alten Puppen ausgeschmückt. Man wird sehr freundlich begrüsst. Der Saal bietet für mehrere hundert Zuschauer Platz und die Sitze sind ganz gemütlich. Vor der Einführung wird ein Video über die Entstehung des Theaters gezeigt. Die Aufführung selbst beginnt mit Livemusik: Aus der einen Ecke werden traditionelle Instrumente aus Thailand gespielt, aus der anderen Ecke ertönen dann die Stimmen der Figuren. Gesprochen wird nur in Thai und dies in einem sehr theatralischen Tonfall. Aufgeführt wurde die Geburt Ganeshas. Die Puppen werden jeweils von drei Personen getragen und bewegt, wobei die Spieler jeweils alle Gesten der Puppe mitmachen. Auch gibt es ein paar Spezialeffekte, welche die Geschichte sehr lebhaft werden lassen. Die Szenen sind auch schön gestaltet und runden das Schauspiel auf eine mystische Weise ab.

Die Geburt Ganeshas
Der Gott Isuan ist traurig über den Verlust Satee und wird zum Asket. Der böse Gott Taraka plant zum neuen Führer des Universums aufzusteigen und wünscht sich vom Hauptgott Brahma unsterblich zu sein. Nur von Isuans Sohn kann er besiegt werden – jedoch ist Isaun bereits ein Asket. Darauf hin erstürmt sich Taraka mit seinen Dämonen den Himmel. Der Kriegsgott Indra flieht vor dem Angriff und bittet Brahma um Hilfe. Dieser befielt Karmasut, den Gott der Liebe, Isuan mit Uma zu vermählen. Diese wird dann sofort schwanger. Als der Himmel zum zweiten Mal angegriffen wird, gebährt Uma ihr Kind. Sie nennt ihren Sohn Kumarn und kommandiert ihn zum Bewachen des Palasttores. Als Isuan beim Palast erscheint wird er vom Kind vor dem Eintreten abgehalten. In der Wut tötet er das Kind. Sofort erscheint Uma und sitzt weinend über dem Kind. Als Isuan klar wird, dass er soeben seinen eigenen Sohn getötet hat, ist er entsetzt. Uma transformiert sich in ein vierarmiges Monster. Isuan’s Gehilfe, Visukam, macht sich sofort auf die Suche nach einem neuen Kopf für das tote Kind. Nach einer kurzen Suche kommt er mit einem Elefantenkopf zurück. Dieser wird dann auf das Kind gesetzt, welches dann als Ganesha neu zum Leben erwacht. Ganesha eilt dann den Göttern zur Hilfe und kämpft mit Takara. Die Riesenschlange Buangbat hilft Ganesha, indem sie sich um Takara wickelt und ihn so festhält, damit der böse Dämon besiegt werden kann. Nach dieser Heldentat wird Ganesha als Gott des Erfolges verehrt.

Bier

Thursday, January 1st, 2009

Wenn man sich in Thailand aufhält, ist es einem kaum möglich, um sich von einem Glas Bier zu drücken. Obwohl Thailänder nicht als exzellentes Bierbrauervolk bekannt sind, ist hier die Bierkultur dennoch sehr entwickelt. In meinen Augen wurde sehr viel aus Deutschland kopiert. So gibt es zum Beispiel sehr viele Biergärten, die – so glaube ich – aus Deutschland stammen. Auch gibt es in diesen Biergärten oft deutsches Bier zu trinken. Dieses wird dann extra angepriesen: So gibt es beim Night Market in Bangkok – in “Suan Lum” – einen riesigen Biergarten, welcher neben dem lokalen Bier auch Paulaner, Schneiders Weisse oder Erdinger verkauft; in Grossen oder in 2 bis 3 Liter Tower. Doch auch die lokalen Biere sind sehr köstlich, man kann die bekannten Namen auch bei uns beim Fachhändler kaufen.

  • Singha: Das wohl bekannteste Thaibier heisst “Singha Beer”, was übersetzt Löwenbier heisst. Der aktuelle Slogan des Bieres heisst “One Nation. One Beer.” und zeigt einen bekannten Golfspieler, wie er jungen Spielern das Golfen beibringt und wie alle zusammen den Ball bis über die Freiheitsstatue schlagen. Das Bier gibt es überall in Thailand zu kaufen und wird vor allem in Bangkok und von Touristen getrunken. Die ländliche Bevölkerung greift lieber zum “Chang Beer”. Das Bier schmeckt mir köstlich, zumal es sehr gut zum lokalem Essen passt. Da es leicht süss ist, löscht es scharfes Essen prima ab und ergänzt es um den guten Biergeschmack. Auch bei heissem Wetter kann es eiskalt getrunken werden und schmeckt auch ohne Essen dank vollem Geschmack ganz gut.
  • Chang: Der Löwe ist ganz dicht gefolgt vom Elefanten, dem “Chang Beer”. Dieses Bier stammt vom Konkurrenten ThaiBev. Dieses Bier schmeckt ganz anders und hat im Gegensatz zu den 5% Alkohol im Singha starke 6.4% auf dem Kasten. Exportiertes Chang hat jedoch nur 5% Alkohol. Es wird vor allem von der lokalen und ruralen Bevölkerung getrunken, da es günstiger ist. Auch hat es einen herberen Geschmack und ist daher eher ein “richtiges” Bier im Gegensatz zum süsseren und milderen Singha. Dennoch passt es bestens zur Thaiküche und kann auch gut so getrunken werden.
  • Leo: Der Leopard wird auch von der “Boon Rawd Brewery”, welche das Singha braut, hergestellt. Es ist eine günstigere Variante, welche dem Chang Beer Konkurrenz schaffen sollte. Auch dieses Bier schmeckt gut und wechselt sich gut mit dem Singha Beer ab. Es hat einen weniger vollen Geschmack und ist deshalb ideal als Durstlöscher.
  • Archa: Das Pferdebier – trotz des weniger köstlichen Namens – schmeckt nicht allzu schlecht. Das Pferd wurde als Konkurrenten zum Leoparden ins Leben gerufen und wird folglich von ThaiBev gebraut. Es ist eher ein billiges Bier – ich hatte es nur einmal getrunken, als ich bei beim Lisu Village meine Detox-Kur machte (ja, bevor ich die Kur begann). Dieses Bier ist in meinen Augen nicht wirklich eine Erwähnung wert.
  • Federbräu: Ein ganz neues Bier, auch von ThaiBev, heisst Federbräu. Es wurde so produziert, dass es den Anschein erweckt, aus Deutschland zu stammen. Sogar ich hatte zuerst geglaub, es handelt sich um ein deutsches Bier, bis ich von einer Marketingpräsentation des Besseren belehrt wurde. In der Tat wurden deutsche Bierbrauer (wie auch bei Singha und Chang) zu Rat gezogen um das Rezept zu erstellen. Federbräu ist das teuerste lokale Bier und wird auch als Premiumbier vermarktet. Es schmeckt gut – wie ein normales Lagerbier halt schmeckt.
  • Cheers: Gestern habe ich zum ersten Mal das Cheers Beer probiert und es wird auch bei diesem einen Mal bleiben. Es schmeckt überhaupt nicht speziell und der Preis war auch dementsprechend niedrig.
  • Andere: Sehr wahrscheinlich gibt es noch ein paar andere Biere, da man nie alle Biere eines Landes kennt. Wikipedia sagt mir, es geben noch ein “Thai Beer”. In der Tat gibt es noch Singha Light und Chang Light, welche weniger Kalorien aufweisen.
  • Importbiere: Interessanterweise sind San Miguel und San Mig Light sehr populär (neben Heineken). In vielen Nachtclubs gibt es diese Biere zu trinken. Wahrscheinlich möchte San Miguel in Asien Fuss fassen. Auch gibt es an manchen teureren Orten auch das bekannte “Corona Beer” zu trinken, welches aber wie bei uns sehr teuer ist.

Grundsätzlich wird Bier hier aus Flaschen getrunken. Dosen sind eher selten. Flaschen gibt es in zwei – für Europa unkonventionelle – Dosen: 325ml und 640ml. In günstigeren Restaurants wird oft die grössere Flasche bestellt und zwischen den Gästen aufgeteilt. Auch trinken Thailänder ihr Bier mit Eis (aus Wasser) um es vor dem Erwärmen zu bewahren. Normalerweise werde ich jedoch gefragt, ob ich Eis möchte, was ich dann meistens ablehne. Dennoch schmeckt Eisbier nicht so schlecht – einfach wässriger. Als Durstlöscher ist dies sogar positiv, da der Alkohol pro Volumen natürlich abnimmt. Auch macht es Thais nichts aus, das Bier aus Plastikbechern zu trinken, welche wir normalerweise zum Mundspühlen nach dem Zähneputzen benutzen.

Zum Essen schmeckt Bier köstlich, da es als ideale Ergänzung zum scharfen Essen dahsteht. Eigentlich wird gesagt, am besten sei kaltes Wasser, dennoch kann ein kaltes Thaibier ein scharfes Essen aufpeppen, indem es ein wenig Süsse hinzugibt. Hier kommt es ganz auf die Familie an, ob Bier zum Essen getrunken wird. Annchalees Familie und auch die Familie eines Freundes trinken kein Bier zum Essen. Bei ihnen kommt lediglich Wasser auf den Tisch. Jedoch trinken Thais im Allgemeinen viel Bier, denn bei diesen Temperaturen ist ein kaltes Bier nach der Arbeit ideal.

Bis in die 90er Jahre hatte die Boon Rawd Brewery das königliche Bierrecht. Dieses wurde dann jedoch aufgehoben, weshalb sich ThaiBev in das Bierspiel einmischte. Um sein Chang Beer zu verbreiten, wurde jedem Laden aufgezwungen, beim Kauf einer Flasche Mekhong Whiskey einen Karton Chang Beer dazuzukaufen. Da Mekhong Whiskey sehr populär ist, und viele Thais einen Laden meiden würden, wenn er neben Anderem keinen Mekhong Whiskey in Lager hat, haben die Läden Chang Beer dazugekauft. Scheinbar hatten die Leute den günstigen Preis geliebt und das Bier hat ihnen geschmeckt, weshalb Chang Beer im Jahre 2004 über 60% Marktanteil ausweisen konnte. Im letzten Jahr konnte jedoch der Löwe den ersten Platz übernehmen, da das Singha Beer stark vermarktet wurde.

10 Megapixel

Friday, December 19th, 2008

Gestern abend habe ich mir eine neue Kamera gekauft. Ursprünglich hatte ich mir gedacht, meine alte Kamera würde dieses Austauschjahr noch überleben, jedoch habe ich nach ein paar nächtlichen Bildern die Geduld verloren. Bei wenig Licht werden die Bilder so schlecht, dass es heutigen Ansprüchen nicht mehr genügt. Da wir am Sonntag für knappe vier Wochen verreisen werden, habe ich den Kamerakauf vorverlegt, so dass ich bei der langen Reise bereits profitieren kann.

In Thailand gibt es prinzipiell vier gängige Möglichkeiten, um an ein elektronisches Gerät heranzukommen:

  • IT-City: Eine thailändische Kette, welche nur Elektronik verkauft. Darunter Computer, Mobiltelefone, TVs und auch Kameras. Die Shops befinden sich meistens im obersten Stock eines grossen Einkaufszentrums. Es finden sich nicht allzu viele Geräte auf einem sehr grossen Raum, wodurch der Shop sehr aufgeräumt wirkt. Auch das Personal ist zurückhaltend und sehr informiert.
  • Powerbuy: Die Kette aus den USA befindet sich auch in Einkaufszentren. Hier hat es oft sehr viel Personal, welches herumsteht. Es gibt einiges mehr an Produkten auf selbem Raum und der Shop ist daher recht eng.
  • Indivuelle Shops: Oft gibt es kleine Shops von bestimmten Marken oder für ein bestimmtes Produkt (Kamera, Laptop, etc.). Im Pantip Plaza gibt es tausende solcher Shops, weshalb jenes Einkaufszentrum auch als “Computer Zentrum” gilt. Diese Shops geben oft einen grossen Rabatt auf die Produkte, jedoch sind die original Preise auch oft höher als z.B. in IT City.
  • Markt: Auch auf dem Markt werden Mobiltelefone, Memorysticks und ähnliches verkauft. Das sind oft sehr kleine Stände, welche ein Sammelsurium an Geräten anbieten. Hier hat man aber die Möglichkeit, an ein günstiges Gebrauchthandy heranzukommen – man kann auch sein altes Handy (je nach Zustand) verkaufen.

Ich habe mich für IT City entschieden. Ich hatte bereits meinen Bildschirm, meine kleine Harddisk und meinen Drucker dort gekauft und hatte gute Erfahrungen gemacht. Wie beim Drucker hat mich der Verkäufer zu einem anderen Produkt umgestimmt. Scheinbar wissen die Leute dort wirklich gut Bescheid und haben oft ein günstigeres oder besseres Produkt im Angebot. Ich wollte mir eine Sony Kamera kaufen, bin jedoch mit einer Ricoh Kamera aus dem Laden gegangen. Dies deshalb, da die Kamera eine viel bessere Qualität für den selben Preis bietet. Dafür ist sie grösser, weniger kompakt und sieht schlechter aus. Aber heh, eine Kamera muss nicht auf den Laufsteg!

Wenn man bei IT City ein Produkt kauft, geht das mindestens eine Viertelstunde. Nach Auswahl des Produktes wird man gebeten sich hinzusetzen. Dann bezahlt man. Das bedeutet, man gibt der Bedienung das Geld oder die Kreditkarte und wartet bis die Bedienung zurückkommt, natürlich mit Wechselgeld. Nach eine kurzen Wartezeit wird das Produkt an den Tisch gebracht und ausgepackt. So sieht man, dass alles vollständig ist. Auch wurde meine Kamera (und auch mein Drucker) an den Strom angeschlossen und ausprobiert. Der Verkäufer hatte uns dann die wichtigsten Funktionen der Kamera gleich gezeigt. Nachdem ich drei Garantieformulare unterschrieben hatte, wurde die Kamera wieder sauber eingepackt. Als Bonus hatte ich noch ein Stativ, ein Kamerareinigungskit, eine Schutzfolie und einen 2GB Memorystick dazuerhalten.

Die Kamera selbst hat mich sehr überzeugt – jedoch bin ich hier kein Experte und habe den Informationen aus dem Internet und dem Verkäufer vertraut. Jedoch sollte ich so im Januar einige tolle Bilder mit nach Hause bringen können. Wer sich einen Eindruck der neuen Kamera verschaffen kann, findet Informationen unter folgendem Link: Ricoh R8