Archive for January, 2009

Die Geburt Ganeshas

Saturday, January 24th, 2009

Suan Lum
Der Lumpini Park ist der grösste Park in Bangkok. Gleich neben dem Park befindet sich ein grosser Nachtmarkt. An diesem Markt gibt es unter anderem viele Einrichtungsgegenstände kaufen. So gibt es Lampen, Buddhas, Vasen und andere Dinge. Auch gibt es Textilien und Schuhe zu kaufen, oder man lässt sich mit einer Fussmassage verwöhnen. Neben dem Markt gibt es ein riesiges Bierzelt, wo man sich gemütlich hingesellen kann. Dabei gibt es neben den lokalen Bieren auch viele deutsche Biere zu kaufen, entweder im Glass oder im Tower. Um das Zelt herum stehen etwa 50 Essensstände, welche von Meerestieren über Hühnchen alles verkaufen. Das Essen schmeckt sehr gut und ist nicht teuer. Man muss zuerst Bargeld in Coupons wechseln, welche dann für Nahrung – fest oder flüssig – eingetauscht werden können.

Joe Louis Puppet Theater
Neben dem Markt und dem Zelt gibt es noch eine weitere Attraktion. Das Joe Louis Puppentheater fand seinen Ursprung im Jahre 1984. Dort wurde Herr Sakorn – ein alter und armer Mann – wegen seinen Puppenkünsten an einem Jahrmarkt entdeckt. Darauf hin erhielt er vom Tourismusdepartment Geld, damit er sein eigenes Theater aufbauen konnte – zum Bewahren seiner Künste. Dank seiner guten Leistung erhielt er 1996 eine königliche Auszeichnung. Den Namen Joe Louis erhielt das Theater dann im 2000 und wurde zwei Jahre darauf an den heutigen Platz gezügelt. Am “Word Festival of Puppet Arts” in Prag konnte Joe Louis bereits zweimal eine Medallie herausspielen: In 2006 erhielt er die Auszeichnung für die beste traditionelle Aufführung, letztes Jahr wurde er sogar mit der Auszeichnung für die beste Aufführung belohnt. Leider ist der Gründer, Herr Sakron, letztes Jahr gestorben.

Das Theater selber ist sehr elegant gestaltet und mit vielen alten Puppen ausgeschmückt. Man wird sehr freundlich begrüsst. Der Saal bietet für mehrere hundert Zuschauer Platz und die Sitze sind ganz gemütlich. Vor der Einführung wird ein Video über die Entstehung des Theaters gezeigt. Die Aufführung selbst beginnt mit Livemusik: Aus der einen Ecke werden traditionelle Instrumente aus Thailand gespielt, aus der anderen Ecke ertönen dann die Stimmen der Figuren. Gesprochen wird nur in Thai und dies in einem sehr theatralischen Tonfall. Aufgeführt wurde die Geburt Ganeshas. Die Puppen werden jeweils von drei Personen getragen und bewegt, wobei die Spieler jeweils alle Gesten der Puppe mitmachen. Auch gibt es ein paar Spezialeffekte, welche die Geschichte sehr lebhaft werden lassen. Die Szenen sind auch schön gestaltet und runden das Schauspiel auf eine mystische Weise ab.

Die Geburt Ganeshas
Der Gott Isuan ist traurig über den Verlust Satee und wird zum Asket. Der böse Gott Taraka plant zum neuen Führer des Universums aufzusteigen und wünscht sich vom Hauptgott Brahma unsterblich zu sein. Nur von Isuans Sohn kann er besiegt werden – jedoch ist Isaun bereits ein Asket. Darauf hin erstürmt sich Taraka mit seinen Dämonen den Himmel. Der Kriegsgott Indra flieht vor dem Angriff und bittet Brahma um Hilfe. Dieser befielt Karmasut, den Gott der Liebe, Isuan mit Uma zu vermählen. Diese wird dann sofort schwanger. Als der Himmel zum zweiten Mal angegriffen wird, gebährt Uma ihr Kind. Sie nennt ihren Sohn Kumarn und kommandiert ihn zum Bewachen des Palasttores. Als Isuan beim Palast erscheint wird er vom Kind vor dem Eintreten abgehalten. In der Wut tötet er das Kind. Sofort erscheint Uma und sitzt weinend über dem Kind. Als Isuan klar wird, dass er soeben seinen eigenen Sohn getötet hat, ist er entsetzt. Uma transformiert sich in ein vierarmiges Monster. Isuan’s Gehilfe, Visukam, macht sich sofort auf die Suche nach einem neuen Kopf für das tote Kind. Nach einer kurzen Suche kommt er mit einem Elefantenkopf zurück. Dieser wird dann auf das Kind gesetzt, welches dann als Ganesha neu zum Leben erwacht. Ganesha eilt dann den Göttern zur Hilfe und kämpft mit Takara. Die Riesenschlange Buangbat hilft Ganesha, indem sie sich um Takara wickelt und ihn so festhält, damit der böse Dämon besiegt werden kann. Nach dieser Heldentat wird Ganesha als Gott des Erfolges verehrt.

Vientiane

Thursday, January 22nd, 2009

Die Hauptstadt von Laos, Vientiane (ausgesprochen: “Wiengtschan”), erinnert start – ganz im Kontrast zu Luang Prabang – an die Zeit der französischen Kolonisierung. So befinden sich zum einen ausgesprochen viele französische Touristen und Geschäftsleute in der Stadt, zum anderen hat es noch ganz viele Gebäude aus jener Zeit in der Stadt. Auch die Strassen sind in zwei Sprachen angeschrieben: Französisch und Laotisch. Die französische Gesellschaft scheint hier noch stark vertreten zu sein. So gibt es zum Beispiel einen französischen Club, welcher von Zeit zu Zeit spezielle Fester organisiert. Im Allgemeinen scheint sich die lokale Kultur nur schwer mit dem französischen Überbleibsel zu vermischen. Eine Ausnahme stellen die einheimischen Geschäftsleute dar, welche auch gut Französisch sprechen. Offenbar wird an der Universität nach wie vor auch Französisch gelehrt. Die Stadt befindet sich direkt an der Grenze zu Thailand – am Ufer vom Mekhong kann man direkt zum Nachbarland hinüber schauen. Mit etwa 200000 Einwohnern ist dies die grösste Stadt in Laos.

Nach einer 12-stündigen Busfahrt über mehrere Hügelpässe sind wir von Luang Prabang nach Vientiane gereist. Auf dem Weg haben wir einige eindrucksvolle Bergdörfer gesehen. Es gibt nur eine Strasse, welche die beiden Städte verbindet. Diese Strasse ist zudem durchwegs zweispurig. Dies ist besonders dann mühsam, wenn es viele Motorräder hat, welche die Bahn nicht freigeben und der Bus ständig abbremsen und wieder beschleunigen muss. Nach dieser etwas anstrengenden Fahrt sind wir an der Busstation angekommen, wo wir zu meiner Überraschung nicht von Taxifahrern begrüsst wurden. Zum Glück hatten es wir noch auf einen der Sammeltaxis ins Zentrum geschafft, da die Busstation einige Kilometer ausserhalb des Stadtzentrums liegt. Im Zentrum hat uns dann ein Tuk-tuk-fahrer zu einem ansprechenden Hotel gebracht. Wir fanden für unsere zwei Nächte eine Unterkunft im “Day Inn Hotel”, welches ein ansprechendes Zimmer für etwas zuviel Geld anbot. 

Pha That Luang
Eine der grossen Attraktionen der Stadt ist der Goldene Stupa. Dies ist ein goldener Tempel, welcher sich auf einer kleinen Erhebung befindet. Um diesen Tempel herum gibt es einen schönen Platz, wo man auch einige Souveniers kaufen kann. Die Mehrheit der Touristen stellten Thais dar, welche schnell über die Grenze gesprungen wird (eine Gruppe jedoch kam ganz aus dem Süden von Thailand). Der ganze Platz vor dem Eingang wird soeben neu betoniert und wir vielleicht gut aussehen, sobald er fertig gestellt ist. Auch gibt es ein kommunistisches Monument, welches komplett in weiss gestrichen ist. Der ganze Platz mit Park sollte in meinen Augen in ein paar Monaten fertig gestellt sein und wird sicherlich ansprechend aussehen. Hoffentlich gibt es dann auch einige Essensstände, welche die Gegend ein wenig einladender machen.

Patouxay
Eine Kopie vom Arc de Triomphe wurde hier aufgestellt. Es ist ein wenig höher als die parisische Version und hat vier Tore (statt nur zwei). Der Ausblick von oben ist grossartig, jedoch hat die Stadt wenige grossartige Gebäude zu präsentieren. Rund um das Siegestor befinden sich einige Springbrunnen und es gibt viele Bänke zum sich hinsetzen. Wir hatten die Gelegenheit benutzt, um den Magen ein wenig aufzufüllen. Dabei hatten wir beim einzigen Restaurant einige thailändische Spezialitäten gekauft. Ich wollte das Essen unbedingt um ein Ei ergänzen. Das Ei hat sich dann unter Freude eines alten Franzosen als ein Entenei herausgestellt. Nicht nur das, sondern es war ein gekochtes Embryoei. Unter gutem Zureden vom Alten hatte ich dann das Eiweiss (welches hart war) und das Eigelb (welches wie normales Eigelb schmeckte) gegessen. Den Embryo, an dem man bereits den Entenschnabel erkennen konnte, hatte ich dann aber ohne grösseres Zögern ausgelassen. Wenn man das Essen mit einem kalten Beer Lao herunterspühlt, sieht man schnell über den Schnabel hinweg.

Old European Quarter
Dieser Platz wird auch als Nampu bezeichnet und wird von den besten Restaurants der Stadt umgeben. Diese sind fast ausschliesslich französisch oder italienisch. Der Platz befindet sich ganz in der Nähe vom Fluss, an welchem es auch einige kleine Restaurants oder Bars gibt. Unser Hotel war auch ganz in der Nähe des Platzes. Eine weitere Attraktion, auch ganz in der Nähe, heisst That Dam und ist ein ganz alter Stupa. Richtung Fluss befindet sich dann der Präsidentenpalast, welchen man leider nur durch Gitter beobachten kann. Dafür kann man den Wat Hophakeo besichtigen, welcher sich gleich neben dem Palast befindet. Dieser Tempel ist von einem schönen Garten umgeben und beinhaltet eine Kollektion von vielen Buddhas, welche mich aber nicht wirklich beeindrucken konnte.

Fa Ngoum
Ein paar Kilometer Richtung Flughafen befindet sich “Fa Ngoum King”. Dies ist eine Statue eines Königs. Ein paar Minuten weiter hatten wir uns in eine “Disco” gewagt. Eigentlich wollten wir den Club im Don Chan Palace Hotel besuchen. Dieses Hotel ist die bekannte fünfstern Residenz, welche zu Gunsten einiger Regierungen, die dort getagt hatten, geschlossen war. Deshalb gingen wir ins “Future”, welches sich eher als antik herausgestellt hatte. Trotz dem Angebot für einen über tausend Franken teuren Whiskey konnten wir uns nicht wirklich mit der Bude anfreunden. Das Nachtleben in der ganzen Stadt scheint nicht wirklich an einen thailändischen Standard heranzukommen und konnte auch nicht mit dem ländlichen Charme von Luang Prabang auftrumpfen.

Buddha Park
Auf dem Weg zur thailändischen Grenze machten wir einen Halt beim Buddha Park, auch Xieng Khuan genannt. Dieser Park ist wunderschön und beinhaltet viele alte Buddhas aus Stein. Der Park scheint eine Art Geschichte von Buddha zu erzählen. Meiner Ansicht nach erzählt die Geschichte von den Dämonen, welche der Buddha auf dem Weg zur Erleuchtung bekämpfen musste um schliesslich Nirvana zu erlangen. Die Stimmung war sehr mystisch und konnte mich faszinieren.

Der Weg hat dann aus dem Park über die Freundschaftsbrücke an die Grenze geführt. Die Grenze hat sich wieder mal als einen Witz herausgestellt. Einheimische Personen versuchten sich an der Schlange vorbeizudrängeln und der Passbeamte hat nach dem Abstempeln den Pass lustlos auf den Tresen geworfen. Tuk-tuks probierten uns für 200 Baht an die thailändische Grenze zu bringen, jedoch konnten wir für einen Zehntel vom Preis dieselbe Strecke mit einem überfüllten Bus zurücklegen. Nach einer fünf minütigen Fahrt kamen wir dann an der thailändischen Grenze an, wo die Kontrolle wieder geregelt ablief. Die Grenzstadt heisst Nong Khai. Glücklicherweise hatten wir es noch auf verspäteten Zug nach Korat geschafft, wo wir dann auf den Bus nach Bangkok umgestiegen sind (die weitere Zugfahrt hätte zeitlich zulange gedauert). Thais reisten gratis mit dem Zug, für mich hatte die sieben-stündige Fahrt etwa zwei Franken gekostet.

Luang Prabang

Sunday, January 11th, 2009

Angekommen in Luang Prabang, der dritt grössten Stadt in Laos, machten wir uns sogleich auf die Zimmersuche. Wir fanden beim dritten Anlauf ein wunderschönes Guesthouse, Tavandaeng Guesthouse, welches uns für 30 Franken die Nacht neben einem kleinen aber schön dekorierten Zimmer auch eine heisse Dusche offerierte. Luang Prabang ist eine kleine, heimische und freundliche Stadt mit gut 100000 Einwohnern, welche noch wenig modernisiert ist. So gibt fast keine ATMs (Geldautomaten), keine Convenient Stores (z.B. 7/11) noch sonstige Dinge, welche eine grosse Stadt bietet.

Um 5 Uhr morgens ertönen Gongschläge, gefolgt von Trommelmusik, zu welcher Mönche auf den Strassen herumgehen und von den Menschen Reis erhalten. Allgemein gibt es auch in dieser Stadt viele Tempel. Der bekannteste, der Wat Chedi Phousi haben wir auch besichtigt. Dieser liegt auf einem Hügel in der Stadtmitte, von welchem man eine herrliche Aussicht über die ganze Region erhält. Der Aufstieg war mehr als 300 Stufen durch einen kleinen Wald und führte dann zum Phousi Stupa. Eindrücklich war vor allem die Aussicht. Auch sah man ein altes Kanonengestell und Schiessscharten, was darauf hindeutet, dass hier die Franzosen eine kleine Festung errichtet hatten.

Gegenüber von unserem Hotel befand sich das Polizeihauptquartier. Ernst nehmen konnte man die Polizei überhaupt nicht. Der Eingang wurde nicht kontrolliert und am Abend fand eine regelrechte Versammlung von jungen Männern statt, welche sich vergnügten (ja, zusammen mit der Polizei). Auch haben wir eine Auseinandersetzung beobachtet, und zwei Polizisten, welche bereits Feierabend hatten, schauten zwar herüber, gingen jedoch tatenlos daran vorbei. Die Uniformen sehen schlechter aus als die von thailändischen Sicherheitsbeamten.

Der Verkehr bewegt sich nur sehr langsam vorwärts, dafür fahren alle durcheinander. Es gibt so gut wie keine Verkehrsregeln. Dies wurde vor allem auf dem Weg zu Vientiane deutlich, da sich die wenigsten Motorradfahrer die Mühe machten, dem Bus auch nach einem Hupen für ein Überholen Platz zu machen. Generell gibt es wenige Autos, dafür viele Motorräder und auch einige Fahrräder.

Eine weitere Sehenswürdigkeit war der alte Königspalast, welcher jetzt als Nationalsmuseum fungiert. Dort gab es auch einen bekannten Tempel und eine Statue, umgeben von einem schönen Park mit grossen Palmen. Das Wetter war perfekt. Am Tag war es schön warm bei einem strahlend blauen Himmel. In der Nacht kühlte die Luft stark ab und es wurde gegen die 5 Grad kalt. Luang Prabang ist von Hügeln umgeben, weshalb die Kälte von der Höhe herunterschleicht.

Am Abend gibt es einen wunderbaren Markt, wo man ausschliesslich lokale, handgefertigte Souvenirs kaufen kann. So gibt es Textilien, Kunsthandwerke, Taschen und andere Dinge. Auch habe ich Lao Whiskey gesehen, in welchem sich eine Schlange befindet. Ich habe jedoch auf den Kauf verzichtet, da der Whiskey sehr wahrscheinlich eine schlechte Qualität hat. Unter Whiskey ist hier natürlich Reisschnaps zu verstehen. Ich habe mir dafür ein Schachspiel gekauft, welches aus Stein und Holz gefertig ist und dessen Figuren in einem laotischen Stil gemacht sind. Die Menschen sind sehr freundlich und zurückhaltend, im Gegensatz zu den lauten und eher aggressiven touristischen Märkten an gewissen Orten in Thailand. Auch gab es keine gefälschten Artikel zu kaufen.

Das Essen ist, wie bereits erwähnt, dem thailändischen Essen sehr ähnlich. Dennoch konnte ich auch hier wieder Spezialitäten entdecken. So hatten wir Crevetten in Tamarindensauce, welche ausgezeichnet schmeckten. Auch probierte ich “Sa Gai”, welches ähnlich “Laab Gai” (thailändisches Essen aus Isaan), aus gehacktem Pouletfleisch, Knoblauch und Gewürzen besteht. Zusätzlich wurde die Blüte der Bananenstude hineingemischt. Es schmeckte ganz gut. Auch probierten wir die laotische Wurst, welche aus verschiedenen Zutaten besteht. Auch diese schmeckte ganz gut. Wir konnten auch einen Ingwertee ausprobieren. Hier wird lediglich frischer Ingwer aufgeschnitten und im heissen Wasser gesodet. So sieht der Tee zwar langweilig aus, schmeckt aber köstlich und gesund. Bei uns ist der Ingwer scheinbar zu trocken, als dass man daraus einen guten Tee brodeln könnte.

Am zweiten Tag besuchten wir die Kuang Si Wasserfälle. Diese liegen knappe 30 Kilometer ausserhalb der Stadt. Die Fahrt mit dem Taxi führte uns durch die Hügel und zeigte einige eindrucksvolle Momente. So sahen wir, wie die Kinder zur Schule gehen. Die Jugendlichen parkierten ihr Mofa mitten auf dem Schulgelände unter einem Baum und sassen auf der Wiese. Auch gibt es keine Schuluniformen, im Gegensatz zu Thailand. Die Felder werden oft immer noch mit einem Büffel gepflügt, in Thailand ist dies seit etwa 15 Jahren nicht mehr üblich. Angekommen beim Wasserfall findet man eine Reihe von kleinen Läden vor, welche Essen verkaufen, jedoch hatte es keine anderen Touristen. Dies war deshalb der Fall, da das Wetter gräulich und eher kühl war – eine Seltenheit zu dieser Jahreszeit. Das Wasser war türkis blau und es gab einige, nahezu perfekte, Bassins wo man schwimmen gehen konnte. Der Hauptwasserfall ist etwa dreissig Meter hoch und sieht aus wie aus einem Bilderbuch. Wir erklimmten den steilen Weg neben dem Wasserfall um eine schöne, aber begrenzte, Aussicht auf die Gegend zu erhalten. Danach gingen wir im eiskalten Wasser schwimmen. Das Wasser war von ausserordentlicher Qualität und auch hatte es keinerlei Tiere, mit welchen man den Badespass teilen musste.

Am letzten Abend besuchten wir die “Hive Bar”, welche die modernste Bar in der Gegend ist. Sie serviert vor allem moderne Vorspeisen (Tapas), Cocktails und natürlich Bier Lao. So haben auch unsere Freunde mit uns ein Bier genommen und wir konnten das Abenteuer nochmals ein wenig feiern. Die Bar ist aber ganz einfach und eher vergleichbar mit einer modernen Bar auf einer kleinen thailändischen Insel. Am Morgen darauf machten wir uns dann auf die Reise nach Vientiane, die Hauptstadt von Laos.

Auf dem Mekhong

Sunday, January 11th, 2009

Tag 1
Nach der ruhigen Nacht in Huay Xai begaben wir uns bereits um 7.30 Uhr per Tuk-Tuk an den Pier, welcher knappe zwei Kilometer vom Ortszentrum entfernt liegt. Dort erfuhren wir, dass Tickets erst um 8 Uhr gekauft werden können und dass das Boot erst um 11 Uhr abfährt (entgegen meinen Informationen aus dem Internet). Somit konnten wir erstmals ausgiebig frühstücken.

In Thailand ist Kaaw Dtom das traditionelle Frühstück. Dieses Gericht ist eine Reissuppe mit gehacktem Grünen der Frühlingszwiebel, angebratenem Knoblauch und gekochtem gehacktem Poulet- oder Schweinefleisch. Am Schluss wird ein Ei in die Suppe gegeben, welches dann ab der kochenden Suppe sofort fest wird. Bevor dieses Gericht gegessen wird, gibt man nach eigenem Geschmack Chilipulver, Fischsauce, eine Art Zitronensaft und ein bisschen Zucker dazu. Dieses Gericht ist dank den Zwiebeln und Chilis sehr erfrischend, hat dank dem Ei und dem Fleisch wichtige Proteine, tut nach einem Schlaf dank der heissen Suppe sehr gut, und lässt sich wegen dem weichen Reis sehr leicht essen und liegt nicht schwer auf.

Beim Frühstück lernten wir ein schwules Päärchen, einen Deutschen und einen Thailänder, kennen. Diese Freundschaft begleitete uns dann während den folgenden Tagen bis nach Luang Prabang. So kauften wir zusammen die Tickets für die Bootsfahrt nach Luang Prabang. Pro Person musste man gute 30 Franken bezahlen. Da es keine reservierten Sitzplätze gibt, machten wir uns um 9.30 Uhr auf den Weg zum Boot, wo wir ein paar der ersten Passagiere waren. Gemeinsam warteten wir dann gespannt bis 11 Uhr, wobei es dann 12 Uhr wurde bis das Boot abfuhr. Kurz vor der Abfahrt erschienen dann nochmals einige Touristen am Pier, welche sich weigern wollten dieses Boot zu besteigen. Da es scheinbar nur ein Boot am Tag gibt, zwängten sich dann diese Menschen auch noch auf das Boot, wodurch es ein wenig eng wurde. Man sitzt zu zweit auf Holzbänken, wobei Laotier hinten im Maschinenraum am Boden hocken müssen.

Die Fahrt am ersten Tag dauerte sechs Stunden und führte uns nach Pakbeng. Das Wetter war perfekt, jedoch war es auf dem Boot wegen dem Fahrtwind ein wenig kühl. Viele Touristen machen am ersten Tag ständig Fotos, unterlassen dies aber am zweiten Tag, da sich die Landschaft kaum ändert. Links und rechts vom Fluss gibt es grüne Hügel, auf welchen ab und zu ein kleines Dorf zu finden ist. Das Boot hielt etwa drei Mal, um Passagiere oder Waren ein- oder auszuladen. Bei einem Halt erschienen plötzlich etwa 20 Kinder aus dem Nichts und haben gewunken, geschaut und posiert. Auch sieht man zum Teil Büffel, welche sich sonnen oder Kinder, welche nackt im Fluss baden.

Pakbeng
Um 18 Uhr hielt unser Boot in Pakbeng, wo die Nacht verbracht wird. Dieses Dorf mit 2500 Seelen ernährt sich hauptsächlich vom Touristen, welche sich gezwungenermassen ein Zimmer, ein Abendessen und ein Frühstück finanzieren müssen. Jedes Boot bringt etwa 100 gehende Geldbeutel mit sich. Aus diesem Grund warten dann auch bereits viele junge Männer und Kinder, sobald das Boot am Ufer anlegt. Unglücklicherweise ging die Sonne bereits unter, weshalb es dann nach dem Aussteigen sogleich stockfinster war. Da das Ufer aus einer sehr steilen Sanddüne besteht, welche man mit dem ganzen Gepäck erklimmen muss, gestaltete sich das Aussteigen etwas schwierig. Auch sind die hundert Touristen, welche auf ihr Gepäck warten, auch nicht gerade ein Vorteil, um im Dunkeln seine Taschen zu finden und sich einen Weg nach oben zu bahnen. Dazu kommt, dass die Einheimischen einem das Gepäck förmlich aus der Hand reissen, um – gegen einen Betrag – zu helfen. Man sollte unbedingt vor dieser freundlichen Unterstützung den Preis abmachen, da ich so um 10 Franken leichter geworden bin. Angemessen wäre etwa ein Drittel dieses Betrags gewesen. Wir fanden sogleich ein schönes Guesthouse, wobei sich jedoch herausstellte, dass es wegen eines Defekts kein fliessendes Wasser hatte. Nun standen wir vor dem Problem, dass alle anderen Guesthouses bereits voll waren. Wir fanden dann ein, von aussen ansprechendes, Guesthouse für 5 Franken die Nacht. Es wurde uns warmes Wasser versprochen, welches sich dann als “warm” (eiskalt) entpuppte. Auch gab es keine Handtücher und das Bett wurde sehrwahrscheinlich noch nie frisch bezogen. Vor allem wurde der Strom im Guesthouse abgestellt, bevor wir vom Abendessen zurückkehrten.

Nach einer kalten Dusche gingen wir dann etwas Essen. Wir fanden ein kleines Restaurant mit einem sehr freundlichen Chef, der uns ein paar Geheimnisse über Pakbeng verraten konnte. Ich probierte zwei Spezialitäten aus dem Mekhong Gebiet: Mekhong Flussgras und einen laotischen Curry mit Büffelfleisch. Tatsächlich wird eine Art Alge aus dem Mekhong geerntet, an der Sonne getrocknet, mit Sesam bestreut und in Öl frittiert. Es schmeckte ganz ordentlich. Das laotische Curry war ein ganz normales gelbes Thaicurry mit Büffelfleisch. Büffelfleisch ist hier natürlich keine Spezialität, sondern lediglich einen billigen Ersatz für Rindfleisch. Da dieses Fleisch für mich etwas Neues war, sah ich es dennoch als ein spezielles Gericht an. Geschmeckt hat es auch ganz ordentlich, es ist lediglich etwas zäher als ein Stück Rind. Für viele Thais ist Büffelfleisch abstossend, als Tourist sieht man die Lage eher lustig und abenteuerlich.

Tag 2
Nach eine langen und erholsamen Schlaf im Milbenbett sind wir dann wieder um 7.30 aufgestanden und haben Pakbeng ein wenig erkundet. So sahen wir, wie die Kinder zur Schule gingen und wie auf einem kleinen Markt Orangen und andere Esswaren verkauft wurden. Gefrühstückt haben wir mit einem Grüntee. Danach machten wir uns auf dem Weg zum Boot. Glücklicherweise fuhren wir die zweite Strecke mit einem anderen Boot, welches zwar von aussen gleich ausschaut, wo jedoch einige Holzbänke durch bequeme Bussitze ersetzt worden waren. Somit konnten wir uns noch ein paar freie “convy seats” ergattern und waren glücklich. Es ging nochmals zurück aufs Festland um Verpflegung zu kaufen. Ich begnügte mich mit frischen Bananen und einem Sandwich.

Die ganze Fahrt war eher langweilig, da sich die Landschaft – wie erwähnt – kaum änderte. Lediglich einmal hielten wir bei einem kleinen Dorf, welches ich ein wenig erkundete und fotografiert habe. Danach ging die Fahrt weiter auf dem Mekhong Fluss, bis wir nach insgesamt sieben Stunden in Luang Prabang angekommen sind. Dort wurden wir wesentlich freundlicher begrüsst als in Pakbeng und konnten uns dann auf die Suche nach einem Zimmer aufmachen.

Das Tor zu Indo-China

Sunday, January 11th, 2009

Wo der Mekhong Fluss das nördliche Thailand von Laos trennt, befindet sich das Tor zu Indo-China. Dieses befindet sich in der Grenzstadt Chiang Khong auf thailändischem Boden. Diesen kleinen Ort erreicht man am besten per Bus von Chiang Mai. Es gibt lediglich zwei direkte Busse am Tag, weshalb wir zuerst nach Chiang Rai gefahren sind um dort umzusteigen. Auf der ersten Strecke fuhren wir im modernsten Bus, den ich in Thailand je gesehen hatte. Es war ein nagelneues chinesisches Modell; zwar billig aber dennoch ganz neu, inklusive herunterklappbaren Flachbildschirmen für die Unterhaltung. Die zweite Strecke war weniger angenehm, da wir in einem ganz alten Bus fuhren. Dieser war erstens überfüllt und hatte zweitens keine Toilette (der Bus hielt nie länger als ein paar Sekunden in den Dörfern), weshalb die zwei-ein-halb stündige Fahrt etwas angespannt war. In Chiang Khong hält man mitten auf der Strasse, und gelangt dan per Tuk-Tuk bis an die Grenze. Dort gibt es eine lächerliche thailändische Grenzkontrolle, wo ich zum ersten mal einen schmunzelnden Grenzkontrolleur gesehen habe, welcher sich sogar noch kleine Spässe erlaubt hat. Auf der linken Strassenseite liegt der Emmigrationsposten, auf der rechten Seite kann man immigrieren. Jedoch hatte ich keine Grenzpolizei ausserhalb der beiden Büros gesehen, von wo aus die Strasse nur schlecht überblickbar ist. In meinen Augen könnte man einfach die Strasse hinaufspazieren, vor allem wenn man aussieht wie ein Thai und kein Gepäck dabei hat. Nach erfolgreicher Emmigration überquert man den Mekhong Fluss gegen eine kleine Gebühr und steht im Nu auf laotischem Boden. Hier war die Immigration noch lustiger als das Grenzerlebnis Minuten zuvor. Nach Ausfüllen von einem Formular kriegt man, gegen eine Gebühr von 50 Franken, ein Visum, mit welchem man sich bis zu 30 Tage in Laos aufhalten darf. Den Pass muss man dann, zusammen mit einem zweiten Formular, einem anderen Beamten geben, welcher das Visum dan abstempelt. Da es einige Touristen hatte, herrschte ein grosser Trubel und die Situation konnte nicht mehr ganz ernst genommen werden. So schnappte ich mir im Grenzbüro ein paar Formulare, da der Beamte alle Hände voll zu tun hatte. Eigentlich sollten nur Beamte Zugang zum Büro haben. Mit dem abgestempelten Pass und dem ganzen Gepäck ging es dann den kurzen Weg zum Dorf hinauf, wobei ein Beamter, welcher unter einem Sonnenschirm sass, die Worte “Passport” herausbrachte und ich mein Visum zeigen musste. Wem der Pass gehört, wollte er gar nicht sehen. Wir gingen sogleich in das erste Guesthouse, da wir nur eine Nacht in diesem Ort, Huay Xai, verbringen wollten. Das Personal war sehr freundlich und gab so ein herzliches Willkommen in Laos. Für 20 Franken konnten wir dann die Hotelsuite beziehen. Sogleich ging es weiter zu einem Essen und Bier Laos. Huay Xai ist auch ein Grenzort mit ein paar Guesthouses, kleinen Restaurants und sogar einem Tempel. Der Sonnenuntergang war bestens, da die Sonne genau am gegenüberliegenden Ufer untergeht. Am Abend konnte man aus Chiang Khong laute Musik hören, da dort gerade ein Festival gefeiert wurde. Nach Sonnenuntergang war es in unserem Ort fast totenstill.

Laos

Friday, January 9th, 2009

Laos, eines der Nachbarländer Thailands, ist ein wunderschöner Ort für einen Besuch während eines Austauschjahres in Bangkok. Mit 6.5 Millionen Einwohnern ist das Land deutlich weniger bevölkert als Thailand. Die Regierung ist kommunistisch, weshalb man ab und zu den Hammer und die Sichel zu Gesicht kriegt. Die Landschaft ist sehr grün, durchzogen von Hügelketten und Flüssen. Die Menschen hier sind ärmer als in Thailand – ein Thailänder kann sich im eigenen Land viermal soviel kaufen wie ein Laotier. Die Menschen sind hier überaus freundlich. Die Frauen tragen fast alle sehr lange Haare und die Menschen sind im allgemeinen sehr klein gebaut. Die Sprache ist fast identisch mit Thai, nur einige Wörter sind ein wenig anders. Auch die Schrift ähnelt dem Thai, jedoch mit mehr Schnörkeln und für mich fast unlesbar. Ein Thai kann hier jedoch das meiste lesen. Auch das Essen ist fast identisch mit dem Essen aus dem Land des Lächelns. In Laos wurde viel Opium produziert und auch heute noch wird an vielen Orten Marijuana oder andere Drogen angeboten. Das Nationalbier heisst “Beer Laos” und schmeckt den Thaibieren sehr ähnlich. Die Mehrheit der Bevölkerung ist buddhistisch, weshalb es auch hier viele tolle Tempel zu besichtigen gibt. Von 1893 bis 1953 war Laos eine französische Kolonie, weshalb man an vielen Orten schöne alte Bauten im französischen Stil sehen kann. Nach einer Zeit der Unabhängigkeit setzt sich dann in 1975 die kommunistische Bewegung durch. Die Hauptstadt heisst Vientiane und liegt an der Grenze zu Thailand, im Nordosten von Thailand. Es hat hier im Vergleich zu Thailand eher wenige Touristen, jedoch ist sich der Tourismus auch erst am entwickeln. Vor allem da Chinesen seit kurzem einfacher nach Laos reisen dürfen, gibt es jetzt immer mehr Reisetouren, welche nach Laos kommen. Es hat hier auch noch viel weniger Autos als in Thailand; Motorräder konnten sich aber schon lange durchsetzen. Auch die Taxis oder Tuk-Tuks sind einiges einfacher gebaut und sehen mehr selbst gebastelt als gekauft aus als sie es in Thailand sind. Die Währung ist hier “Kip”, wobei 1 Franken etwa 7700 Kip entspricht. Es gibt hier nur Noten, da diese einfacher und günstiger zu produzieren sind als Münzen. Es ist lustig zu sehen, wie der Verkäufer in einem einfachen Lebensmittelladen in einem Korb mit Notel wült, um das Wechselgeld herauszusuchen. Wer schnell zur ersten Million kommen möchte, sollte sich also am besten nach Laos begeben.

Palmen & Orchideen

Sunday, January 4th, 2009

In der Umgebung von Chiang Mai finden sich einige wunderschöne Gärten, welche zum Verweilen einladen. Denn das etwas kühlere und weniger drückende Wetter im Norden führte zur Existenz tausendenden Pflanzenarten. In den letzten beiden Tagen haben wir zwei dieser Parks besichtigt. Diese Destinationen sind unter Touristen eher weniger bekannt und werden vor allem von Thais zum Erholen besucht.

Tweechol Botanical Garden
Dieser botanische Garten wurde 1997 errichtet und besitzt eine der grössten Pflanzenkollektionen in Thailand. Der Garten ist etwa 114 Aren gross und liegt etwa 15 Kilometer ausserhalb von Chiang Mai. Sein Zweck besteht darin, Pflanzen auszustellen und zu konservieren, Leute zu bilden, zu Forschen und Menschen beim Erholen zu helfen. Im Garten angekommen konnte man Fahrräder mieten und sich mit diesen durch den Park fortbewegen. Der Park besteht unter anderem aus Hecken, welche zu wunderschönen Tieren geformt sind. So gibt es einen riesigen Affen oder Delphine – ein Dinosaurier befindet sich derzeit noch im Wachstum. Im Park liegt eine Art See, welcher sich mit mehreren Fingern durch den Park schlängelt. Auf diesem See konnten wir mit einem Tretboot herumfahren und einige tolle Augenblicke erleben. Kleine Brücken führen jeweils vom einen Ufer zum anderen. Ein Minizoo beherbergt einige sehr spezielle Vogelarten und auch Kamele. Daneben gibt es auch ein Museum und ein Labyrinth zum Verirren. Nach der Bootsfahrt haben wir die Kakteen und Sukkulenten besichtigt. Diese befinden sich in einem pyramidenartigen Zelt, wo sie schön gedeihen können. Auch habe ich erstmals den Baum gesehen, auf welchem die Drachenfrucht wächst. Weiter sind wir auf einem Pfad gefahren, welcher 72 verschiedene Palmenarten zeigt. Die interessanteste Art ist eine graue Palme, welche keine Farbe hat. Der zweite Pfad hat verschiedene Heilkräuter aus Thailand gezeigt. Diese wurden nach Effekt gruppiert. So gab es zum Beispiel Kräuter gegen Bauchschmerzen oder gegen Fieber. Zum Schluss kamen wir zum Center Point, welcher ein wunderschöner Minipark ist.

Queen Sirikit Botanical Garden
Dieser Park wurde 1993 eröffnet und erhielt ein Jahr darauf die Ehre, den Namen der Königin tragen zu dürfen. Er ist über 1000 Hektaren gross und befindet sich knappe 30 Kilometer ausserhalb von Chiang Mai, bei Mae Rim. Die Fahrt führte aufwärts in die Hügel, wo die Luft noch ein wenig kühler und frischer ist. Wir gingen bereits am morgen und waren somit fast die einzigen Leute im Park. Dieser botanische Garten hat vier Hauptzwecke. Erstens hat er die Funktion Pflanzen zu konservieren. Zweitens soll er Menschen bilden. Drittens fungiert er als Informationzentrum mit einer Referenzkollektion von lokalen und ausländische Pflanzenarten. Viertens soll er zum Verweilen einladen und Erholung spendieren. Der ganze Park liegt an einem Hügel und ist somit sehr steil. Unser Taxi brachte und zuerst ganz zum hinteren Ende des Parkes, wo die Gewächshäuser liegen. Dort gibt es ein Dutzend solcher Glasbauten – jeder mit einer bestimmten Kategorie von Pflanzen. Ich habe ganz spezielle fleischfressende Pflanzen, dessen Blüten über 20 Zentimeter lang sind, entdeckt. Es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, nicht den Finger hineinzustecken. In einem anderen Raum befanden sich alles Pflanzen, welche in Thailand als Glücksbringer gelten. Ich habe die sehr spezielle Erfahrung gemacht, dass ich eine sehr starke Energie fühlte, sobald ich den Raum betrat. Ich denke es war deshalb, weil sich hunderte von diesen Pflanzen an einem Ort befinden und sich der wahrscheinlich (fast) unspürbare Effekt von nur einer Pflanze extrem verstärkt. Das grösste Gewächshaus hatte den tropischen Regenwald als Thema und zeigte einige Riesenpalmen. Die Blätter sind bis zu 2 Meter im Durchmesser. Auch habe ich einige Bananenarten entdeckt. Diese haben wunderschöne Blüten und ganz kleine Bananen, welche nur etwa 2 bis 3 Zentimeter lang werden. Die Form der Früchte ist jedoch gleich wie die der normalen Bananen. Weiter ging es zum Kletterpfad. Während man sich auf diesem Pfad bewegt, sieht man einige verschiedene Kletterpflanzen. Die eindrücklichste war ein Kletterer, dessen Körper (das Ding, an welchem die Blätter wachsen und welches sich den Baum hinaufschlängelt) etwa 5 Zentimeter durchmesser hatte. Zwei andere Pfade (Heilkräuterpfad und Arboretapfad) hatten wir aus Zeitgründen ausgelassen. Der letzte Pfad zeigte einen Steingarten mit speziellen Orchideen und Palmen. Dort sahen wir auch noch den Mae Sa Noi Wasserfall. Danach machten wir uns wieder auf den Nachhauseweg.

Isaans köstliche Schlemmereien

Friday, January 2nd, 2009

Soeben hatten wir ein Nachmittagsschlemmen hinter uns. Wir waren in einem sehr bekannten Restaurant, welches Spezialitäten aus dem Isaan auftischt. Wir wurden von mehreren Taxifahrern auf dieses Restaurant aufmerksam gemacht, weshalb wir uns heute an die Gerichte herangewagt haben. Gegessen wird wie in jedem anderen einfachen Thai Restaurant. So hat es viele kleine Tische, um welche sich einige Plastikstühle gesellen. Die Tische sehen zwar sauber aus, jedoch sollte man immer nur aus dem Teller essen. Neben jedem Tisch hat es einen kleinen Servierwagen, auf welchem die Getränke gestellt werden. Bei uns stand natürlich – wie es sich gehört – zwei grosse Biere (wir sind ja schliesslich in den Ferien). Zum Essen gab es folgende Spezialitäten:

  • Som Tam: Dies ist ein Salat aus Papaya Früchten. Hierzu wird eine Papaya in feine Streifen geschält und oft werden ein paar Karottenstreifen dazugemischt. In den Salat werden lange grüne Bohnen, Erdnüsse, getrocknete Crevetten und natürlich Chilis gemischt. Den Salat gibt es in verschiedenen Ausführungen. Statt Nüssen und Crevetten hatte ich eine Krabbe im Salat. Dieser Salat ist normalerweise sehr scharf. Würde man ihn aber ohne Chilis essen, so würde er nicht wirklich schmecken. Seit ein paar Wochen liebe ich dieses Gericht.
  • Gai Yang: Dies ist ein grilliertes Huhn. Dazu werden zwei Saucen serviert, eine süss-scharfe Chilisauce und sehr scharfe braune Sauce.
  • Laab Muu: Muu bedeutet Schweinefleisch. Bei diesem Gericht wird das Schweinefleisch gehackt und gebraten. Dazu wird frischer Knoblauch und frische Zwiebeln gemischt. Gewürzt wird mit ganzen getrockneten roten Chilis und Pfefferminze.
  • Kaw Niaw: In Englisch wird dieser Reis als sticky-rice bezeichnet. Dieser Klebreis wird in kleinen Bambusbehältern serviert und ist somit ganz frisch und warm. Man isst diesen von Hand, da er so klebrig ist, und formt kleine Bällchen, welche man mit einem der obigen drei Gerichte kombinieren kann.

Das Essen hat sehr gut geschmeckt. Da alle Zutaten sehr frisch und gesund ist, fühlt man sich nach einem solchen Essen überhaupt nicht voll und voller Energie.

Bier

Thursday, January 1st, 2009

Wenn man sich in Thailand aufhält, ist es einem kaum möglich, um sich von einem Glas Bier zu drücken. Obwohl Thailänder nicht als exzellentes Bierbrauervolk bekannt sind, ist hier die Bierkultur dennoch sehr entwickelt. In meinen Augen wurde sehr viel aus Deutschland kopiert. So gibt es zum Beispiel sehr viele Biergärten, die – so glaube ich – aus Deutschland stammen. Auch gibt es in diesen Biergärten oft deutsches Bier zu trinken. Dieses wird dann extra angepriesen: So gibt es beim Night Market in Bangkok – in “Suan Lum” – einen riesigen Biergarten, welcher neben dem lokalen Bier auch Paulaner, Schneiders Weisse oder Erdinger verkauft; in Grossen oder in 2 bis 3 Liter Tower. Doch auch die lokalen Biere sind sehr köstlich, man kann die bekannten Namen auch bei uns beim Fachhändler kaufen.

  • Singha: Das wohl bekannteste Thaibier heisst “Singha Beer”, was übersetzt Löwenbier heisst. Der aktuelle Slogan des Bieres heisst “One Nation. One Beer.” und zeigt einen bekannten Golfspieler, wie er jungen Spielern das Golfen beibringt und wie alle zusammen den Ball bis über die Freiheitsstatue schlagen. Das Bier gibt es überall in Thailand zu kaufen und wird vor allem in Bangkok und von Touristen getrunken. Die ländliche Bevölkerung greift lieber zum “Chang Beer”. Das Bier schmeckt mir köstlich, zumal es sehr gut zum lokalem Essen passt. Da es leicht süss ist, löscht es scharfes Essen prima ab und ergänzt es um den guten Biergeschmack. Auch bei heissem Wetter kann es eiskalt getrunken werden und schmeckt auch ohne Essen dank vollem Geschmack ganz gut.
  • Chang: Der Löwe ist ganz dicht gefolgt vom Elefanten, dem “Chang Beer”. Dieses Bier stammt vom Konkurrenten ThaiBev. Dieses Bier schmeckt ganz anders und hat im Gegensatz zu den 5% Alkohol im Singha starke 6.4% auf dem Kasten. Exportiertes Chang hat jedoch nur 5% Alkohol. Es wird vor allem von der lokalen und ruralen Bevölkerung getrunken, da es günstiger ist. Auch hat es einen herberen Geschmack und ist daher eher ein “richtiges” Bier im Gegensatz zum süsseren und milderen Singha. Dennoch passt es bestens zur Thaiküche und kann auch gut so getrunken werden.
  • Leo: Der Leopard wird auch von der “Boon Rawd Brewery”, welche das Singha braut, hergestellt. Es ist eine günstigere Variante, welche dem Chang Beer Konkurrenz schaffen sollte. Auch dieses Bier schmeckt gut und wechselt sich gut mit dem Singha Beer ab. Es hat einen weniger vollen Geschmack und ist deshalb ideal als Durstlöscher.
  • Archa: Das Pferdebier – trotz des weniger köstlichen Namens – schmeckt nicht allzu schlecht. Das Pferd wurde als Konkurrenten zum Leoparden ins Leben gerufen und wird folglich von ThaiBev gebraut. Es ist eher ein billiges Bier – ich hatte es nur einmal getrunken, als ich bei beim Lisu Village meine Detox-Kur machte (ja, bevor ich die Kur begann). Dieses Bier ist in meinen Augen nicht wirklich eine Erwähnung wert.
  • Federbräu: Ein ganz neues Bier, auch von ThaiBev, heisst Federbräu. Es wurde so produziert, dass es den Anschein erweckt, aus Deutschland zu stammen. Sogar ich hatte zuerst geglaub, es handelt sich um ein deutsches Bier, bis ich von einer Marketingpräsentation des Besseren belehrt wurde. In der Tat wurden deutsche Bierbrauer (wie auch bei Singha und Chang) zu Rat gezogen um das Rezept zu erstellen. Federbräu ist das teuerste lokale Bier und wird auch als Premiumbier vermarktet. Es schmeckt gut – wie ein normales Lagerbier halt schmeckt.
  • Cheers: Gestern habe ich zum ersten Mal das Cheers Beer probiert und es wird auch bei diesem einen Mal bleiben. Es schmeckt überhaupt nicht speziell und der Preis war auch dementsprechend niedrig.
  • Andere: Sehr wahrscheinlich gibt es noch ein paar andere Biere, da man nie alle Biere eines Landes kennt. Wikipedia sagt mir, es geben noch ein “Thai Beer”. In der Tat gibt es noch Singha Light und Chang Light, welche weniger Kalorien aufweisen.
  • Importbiere: Interessanterweise sind San Miguel und San Mig Light sehr populär (neben Heineken). In vielen Nachtclubs gibt es diese Biere zu trinken. Wahrscheinlich möchte San Miguel in Asien Fuss fassen. Auch gibt es an manchen teureren Orten auch das bekannte “Corona Beer” zu trinken, welches aber wie bei uns sehr teuer ist.

Grundsätzlich wird Bier hier aus Flaschen getrunken. Dosen sind eher selten. Flaschen gibt es in zwei – für Europa unkonventionelle – Dosen: 325ml und 640ml. In günstigeren Restaurants wird oft die grössere Flasche bestellt und zwischen den Gästen aufgeteilt. Auch trinken Thailänder ihr Bier mit Eis (aus Wasser) um es vor dem Erwärmen zu bewahren. Normalerweise werde ich jedoch gefragt, ob ich Eis möchte, was ich dann meistens ablehne. Dennoch schmeckt Eisbier nicht so schlecht – einfach wässriger. Als Durstlöscher ist dies sogar positiv, da der Alkohol pro Volumen natürlich abnimmt. Auch macht es Thais nichts aus, das Bier aus Plastikbechern zu trinken, welche wir normalerweise zum Mundspühlen nach dem Zähneputzen benutzen.

Zum Essen schmeckt Bier köstlich, da es als ideale Ergänzung zum scharfen Essen dahsteht. Eigentlich wird gesagt, am besten sei kaltes Wasser, dennoch kann ein kaltes Thaibier ein scharfes Essen aufpeppen, indem es ein wenig Süsse hinzugibt. Hier kommt es ganz auf die Familie an, ob Bier zum Essen getrunken wird. Annchalees Familie und auch die Familie eines Freundes trinken kein Bier zum Essen. Bei ihnen kommt lediglich Wasser auf den Tisch. Jedoch trinken Thais im Allgemeinen viel Bier, denn bei diesen Temperaturen ist ein kaltes Bier nach der Arbeit ideal.

Bis in die 90er Jahre hatte die Boon Rawd Brewery das königliche Bierrecht. Dieses wurde dann jedoch aufgehoben, weshalb sich ThaiBev in das Bierspiel einmischte. Um sein Chang Beer zu verbreiten, wurde jedem Laden aufgezwungen, beim Kauf einer Flasche Mekhong Whiskey einen Karton Chang Beer dazuzukaufen. Da Mekhong Whiskey sehr populär ist, und viele Thais einen Laden meiden würden, wenn er neben Anderem keinen Mekhong Whiskey in Lager hat, haben die Läden Chang Beer dazugekauft. Scheinbar hatten die Leute den günstigen Preis geliebt und das Bier hat ihnen geschmeckt, weshalb Chang Beer im Jahre 2004 über 60% Marktanteil ausweisen konnte. Im letzten Jahr konnte jedoch der Löwe den ersten Platz übernehmen, da das Singha Beer stark vermarktet wurde.

300 Tempel

Thursday, January 1st, 2009

In Chiang Mai hausen über dreihundert Tempel. Wer alle besichtigen möchte, kann folglich ein ganzes Jahr damit verbringen. Ich habe mir die Mühe genommen, zumindest ein paar davon anzuschauen. Der erste Tempel ist “Wat Phra Singh”. “Wat” bedeutet Tempel auf Thailändisch. Dieser Tempel ist bekannt und befindet sich in der alten Stadt. Ein weiterer Tempel ist der “Wat Doi Suthep”, welcher auf einem nahe gelegenen Hügel liegt. Diesen Tempel hatte ich vor zwei Jahren besucht. Von diesem, im Jahre 1383 errichteten, Tempel aus hat man einen wunderbaren Ausblick über die ganze Gegend. Ein dritter ist der “Wat Chedi Luang”, der sich auch in der alten Stadt befindet. Der Tempel, welcher in 1401 errichtet worden war, wurde von einem Erdbeben teilweise zerstört. “Chedi” bedeutet soviel wie Stupa. Ein Stupa ist ein buddhistisches Monument. Man stellt sich am besten eine Art Felsen vor, auf welchem dann der Tempel steht. Im Stupa befinden sich oft buddhistische Relikte.

Thais gehen oft zum Tempel. Dabei kauft man sich beim Eingang ein Zeremonieset, bestehend aus Räucherstäbchen, einer Kerze, einer Blume und Goldpapier. Zuerst werden die Räucherstäbchen angezündet und zu bestehenden Räucherstäbchen gesteckt. Die Kerze wird dann an einem bestimmten Ort angezündet und hingestellt. Die Blume wird oft neben einem Buddha in einer Vase mit Wasser versorgt. Das Goldpapier schlussendlich wird an einem Buddha aufgeklebt. Jenachdem, welche Probleme man lösen will oder welchen Wunsch man erfüllen möchte, klebt man das Papier an einem anderen Körperteil des Buddhas an. Bevor man den Tempel betritt, müssen die Schuhe ausgezogen werden. Auch muss man auf die korrekte Kleidung achten; Frauen dürfen zum Beispiel keine Shorts tragen (es gibt extra Tücher, welche sie sich umbinden können). In gewissen Tempeln wird Frauen den Zutritt verweigert. Bei allen Tempeln leben Mönche, welche ausser einem gelben/orangen Gewand und Sandalen nichts tragen. Die Mönche, egal welchen Alters, sind hoch respektiert. So sollte man ihnen immer Vortritt gewähren oder den Sitzplatz im Bus freigeben. Auch ist es unter keinen Umständen erlaubt, dass sie oder ihr Gewand von einer Frau berührt werden. Ansonsten würde der Mönch beschmutzt. Vor allem in Bangkok sieht man oft, wie eine Frau zur Seite steht und wartet bis ein Mönch vorbei ist, um kein Risiko einzugehen. Zum Beten kniet man sich vor dem Buddha nieder und wiederholt dreimal die drei “Wai”. Ein Wai ist eine gängige Begrüssung in Thailand. Dazu werden die Handflächen vor der Brust zusammengebracht und man verbeugt sich leicht. Dieser Gruss ist sehr wichtig, da er Höflichkeit und Respekt zeigt. Jedoch sollte man nicht zu sozial niedrigeren Personen ein “Wai” aussprechen. Zum Beispiel ist es unangebracht, im Restaurant oder in einem Laden ein “Wai” auszusprechen (ausser evtl. dem Koch vom Restaurant). Es reicht mündlich seinen Dank auszusprechen. Grundsätzlich gilt, je tiefer man den Kopf neigt, desto höflicher ist der Gruss. Beim Gebet gibt es nun drei verschiedene “Wai”. Der erste Wai wird zur Brust gemacht und der zweite Wai zum Kopf. Der erste heisst Annchalee (von wo meine Freundin ihren Namen hat), der zweite heiss Wan Tha. Der letzte wird zum Boden gemacht und entspricht einer traditionellen Verbeugung, so wie wir sie aus dem Fernsehen kennen (beide Hände und der Kopf am Boden) und nennt sich Aphi Waat.

Nebem dem Gebet gibt es noch andere Zeremonien, welche man in einem Tempel machen kann. So kann man sich zum Beispiel von einem Mönch mit Wasser segnen lassen. Danach wird einem ein weisses Stoffbändchen um das Handgelenk gebunden, welches Glück bringen soll. Dieses darf man auf keinen Fall abtrennen sondern muss warten, bis es auf eine “natürliche” Art und Weise abfällt. Thais zerstören dann das Bändchen bis zum letzten Faden, sodass die Natur dem Bändchen dann schnell den Rest geben kann. Auch gibt es Zukunftsvorhersagen und andere buddhistische Traditionen, welche ich aber erstens nicht verstehe, da sie komplett in Thai sind und mit der westlichen Tradition überhaupt nicht verwandt sind. Um mehr darüber herauszufinden müsste ich für eine Weile als Mönche in einem Tempel leben, was durchaus möglich ist. Was man aber sehr schnell herausfindet ist, dass in allen Tempeln monetäre Spenden sehr willkommen sind.