Archive for August, 2008

Die ersten zwei Wochen Uni

Friday, August 22nd, 2008

Es war cool und ich denke, es wird auch cool bleiben. Aber es gibt sehr viel zu tun. Vorab ist es vielleicht am besten, wenn ich kurz meine Fächer, die ich besuche, aufliste:

  • Consumer Behavior: Ist am Montag von 9-12 Uhr. Wird von einer Dame mittleren Alters abgehalten. Ist eine Basisvorlesung des Marketings, weshalb fast nur Marketing Major Studenten drin sitzen. Die Vorlesung ist sehr praxisnah, mit vielen Beispielen aus Thailand (wie Werbung gemacht wurde). So lerne ich auch etwas über die Kultur. Beispiel: Die Citibank hat als Promotion ein grosses Einkaufszentrum (das Emporium) gemietet und eine grosse Party veranstaltet. Eine andere Bank hat sich überlegt, wie sie die Promotion vermiesen kann und hat eine Gruppe von 20 Girls auf die Beine gestellt, welche im Bankendress (in grün) ein grosses Blumenbouquet der Citibank überbringen soll. Citibank hat dies antizipiert und konnte den Coup durch Verhandlungen rechtzeitig unterbinden. Schweizer Banken wären hierfür viiiel zu konservativ.
    Wir lesen auch ein Buch vom Pearson Verlag. Sehr informativ.
  • Internatinal Financial Management: Findet am Montag von 13-16 Uhr statt. Der Professor weiss sehr viel und gibt uns einen Einblick, wie Asiaten die EU oder die USA wahrnehmen. Ganz interessant. Baut auf meinen Kenntnissen der VWL auf – jedoch weniger theoretisch mathematisch sondern mehr business-like. Könnte sehr schwierig werden, zumal wir auch ein Paper präsentieren müssen.
  • Marketing Strategy und Policy: Wird von einer jungen Dame am Dienstag von 14-17 Uhr präsentiert. Die Folien sehen ein wenig schlecht aus, aber die Vorlesung war gut. Wir müssen ein Paper schreiben und ein computer-basiertes Marketing Game spielen. Zusammen macht dies die Hälfte der Note aus. Ich bin mit Studenten aus dem 7. Semester zusammen, welche in einem Austauschjahr in den USA bzw. Dänemark waren.
  • Product and Brand Management: Ganz gute Vorlesung am Mittwoch von 14-17 Uhr. Der Professor hatte in den USA für accenture gearbeitet. Diese Woche hatte jede Gruppe eine 5 Minuten Präsentation. Die Präsentation wurde dann noch ca. 45 Minuten diskutiert, wobei der Professor selber nochmals die Folien in eigenen Worten präsentierte. Wir hatten Harley Davidson als Thema und hatten die beste Präsentation. Hoffentlich auch, denn unsere Gruppe hatte einige Stunden dafür gearbeitet (unvorstellbarer Zeitaufwand). Der Professor hat eine sehr grosse Ahnung und ich denke, die Vorlesung wird sehr toll. Wir müssen hier am Schluss eine eigene Brand kreieren und präsentieren.
  • Services Marketing: Diese Vorlesung findet am Samstag von 13-16 Uhr statt und wird auch von einer jungen Dame, welche in der Marketingleitung einer Bank arbeitet, gehalten. Auch hier gibt es Gruppenarbeiten und die Vorlesung tönt spannend.
Grundsätzlich machen die schriftlichen Prüfungen etwa die Hälfte der Endnote aus, der Rest erhält man über Gruppenpräsentationen, Hausarbeiten und Teilnahme am Unterricht. Scheinbar ähnlich wie in den USA, wie ich von anderen Austauschstudenten erfahren habe. Es ist gut möglich, dass der deutschsprachige Raum sehr konservativ denkt, und alles über eine schriftliche Prüfung regeln will. Ich habe das Gefühl, dass ich hier viel mehr zu tun habe als an der Uni Zürich. Ich mache momentan nur 22.5 Credits, es fühlt sich aber so an wie wenn ich mindestens 30 machen würde. Generell habe ich das Gefühl, dass die Männer weniger seriös studieren als die Frauen, welche oft auch ein besseres Englisch haben. Die Professoren sind alle sehr jung (im Vergleich mit der Schweiz) und die Vorlesungen sind, trotz 180 Minuten mit nur einer 15 Minuten Pause, wirklich spannend. Das Niveau ist akademisch betrachtet evtl. weniger hoch, dafür sind die Anforderungen an Kreativität viel höher. Das liegt evtl. auch daran, dass ich Marketing habe, wo es mathematisch wenig zu diskutieren gibt. Auch wird viel Wert auf aktuelle Vorkommnisse gelegt, ganz im Gegenteil zur VWL an der Uni Zürich, wo fast nur mathematische Modelle berechnet werden. Ich denke, es ist wirklich eine Business School und weniger eine theoretische Universität.
Dieses Wochenende finden Games statt, wo ausgewählte Studenten aus der ganzen Welt (Amerika, Copenhagen, Maastricht, etc.) business cases lösen müssen. Dieses Jahr studiert auch jemand aus St. Gallen hier, aber wahrscheinlich ein anderes Programm (evtl. IMBA) als ich. Die BBA Fakultät hat ca. 50 Austauschschüler – ihr Ziel ist es, 100 Studenten zu haben. Mehr werden es nicht werden, da die Kapazitäten dann ausgeschöpft sind. Insgesamt hat es ca. 120 internationale Studenten an der Thammasat University – Tendenz steigend.
Ich habe auch einen Buddy, eine junge Dame, welche meine Ansprechspartnerin ist. Sie studiert im 4ten Jahr und war ein Jahr in den USA. Ich habe sie diese Woche das erste Mal gesehen. In den Gruppen bin ich fast nur mit Thais zusammen, was sehr interessant ist. Auch ist es sehr spannend mit Leuten von den USA zu reden, da diese die Welt ganz anders wahrnehmen. Die Wertvorstellungen sind (unüberraschend) sehr ähnlich. Generell sind die Schweizer und die nordischen Stämme (Schweden, etc.) eher zurückhaltend und reden nicht soviel, während die Amerikaner oder die Aussies eher gerne viel sagen und erzählen. Die Deutschen bleiben speziell, es sind auch die, welche am meisten sagen, wie toll und besser es doch zu Hause ist und wie komisch und schlecht es hier ist.
Ich bin überzeugt, die richtige Uni gewählt zu haben. Vor allem die Marketingfächer sind um Längen und Breiten besser als die aller Schweizer Unis zusammen. Auch die kleinen Klasse von ca. 30 Studenten erlauben es den Profs, einen sehr interaktiven Unterricht zu gestalten. Genau dies ist im Marketing auch wichtig, denn Theorien bringen hier viel weniger etwas als Praxiserfahrung. Und mit Gruppenarbeiten, Präsentationen und dergleichen lernt man eine gewisse Praxisorientiertheit viel besser als mit einem schriftlichen Test. Soviel zu den ersten zwei Wochen.

Die Stadt der Engel

Friday, August 15th, 2008

An dieser Stelle möchte ich ein paar Informationen über Bangkok geben.

Der ganze Name von Bangkok lautet: Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Yuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit. In Englisch bedeutet dies soviel wie: The city of angels, the great city, the eternal jewel city, the impregnable city of God Indra, the grand capital of the world endowed with nine precious gems, the happy city, abounding in an enormous Royal Palace that resembles the heavenly abode where reigns the reincarnated god, a city given by Indra and built by Vishnukam.

Ein bisschen Statistik:

  • Die Stadt Bangkok hat 8.16 Mio. Einwohner auf einer Fläche von 1568 km2. Dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von 4051 Einwohner/km2.
  • Die Metro Bangkok hat gute 10 Mio. Einwohner auf einer Fläche von 7761 km2. Dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von 1296 Einwohner/km2.
  • Zum Vergleich: Basel hat eine Dichte von 7276 Einwohner/km2.

Das wirkt sehr seltsam, da in der Stadt (und nicht nur im Zentrum) soviele Leute auf der Strasse sind, wie man in Basel höchstens am Morgenstraich oder bei der EM zu Gesicht bekam. Laut Statistik müssten in Basel pro Fläche doppelt soviele Menschen sichtbar sein wie in Bangkok. Da dies definitiv nicht der Fall ist, schliesse ich daraus, dass die Thais viel weniger zu Hause sind. Thais reisen viel mehr als die Schweizer oder die Europäer im Allgemeinen. An einem Sonntagmorgen sind schon um 7 Uhr viele Leute unterwegs; ich wage zu bezweifeln, dass nur annähernd ähnlich viele Leute in der Schweiz, oder auch in London oder New York unterwegs sind. Auch sind Busse, Züge, etc. meiner Meinung nach immer voll. Die Betonung liegt auf immer. Es hat auch immer viel Verkehr: von morgens um 7 Uhr bis am Abend um 8-10 Uhr. Ich frage mich da, wieso hat es um 10 Uhr morgens so viele Autos? Arbeiten diese Leute nicht? Oder wieso sind die Shoppingcenters mindestens so voll, wie bei uns an einem Samstag Nachmittag? Wenn die Einkaufszentren für thailändische Verhältnisse voll sind, würden nur wenige Schweizer einen Einkaufsbummel wagen. Eine mögliche Erklärung kann sein, dass in einer solch grossen und lebendigen Stadt, wo die Küche der Restaurants um 6 Uhr morgens beginnt und um 2 Uhr nachts schliesst (oder gleich durchgehend offen hat – so wie wir dies von den Dönerbuden her kennen) das Kommen und Gehen der einzelnen Menschen so nahtlos ineinander übergeht, ein ständiger Verkehrsstrom (zu Fuss, auf dem Motorrad, mit dem Auto, etc.) herrscht.

Abfall wird generell nicht sortiert. Jedoch habe ich eine Veränderung bemerkt: Bei uns im Apartment wird der Abfall (ausser dem Papier) sortiert. Papier ist weniger dramatisch, da nicht so viele Menschen eine Tageszeitung lesen. Auch gibt es die Bewegung “Green Bangkok”, welche vom Staat lanciert wurde. So sollen statt Einweg-Plastiksäcke Mehrweg-Stofftaschen für Einkäufe verwendet werden. Auch sah ich mehrere tausend Velofahrer auf einem “Green Bangkok”-Bike durch die Stadt radeln (von der Polizei abgeschirmt, zu deren Sicherheit). So könnte – hoffentlich – in den nächsten Jahren ein Umdenken stattfinden. Zumindest wäre es sehr sinnvoll, den Abfall zu sortieren. Es ist aber so, dass der Abfall nachträglich von Armen sortiert wird, welche für gesammelte Petflaschen oder Glas ein wenig Geld erbeuten können. Somit regelt sich – “dank der Armut” – die Sortierung von alleine. Es ist aber sehr toll, wenigstens das Wort “Green” zu hören; das zeigt, dass ein Umdenken möglich geworden ist.

Es gibt folgende öffentliche Verkehrsmittel:

  • Busse: Das meist genutzte Transportmittel der Durchschnittsthais. Extrem billig, extrem langsam, extrem voll. Zurzeit sind alle Busse gratis. Es soll ein komplett neues Busnetz geschaffen werden, mit welchem man schneller durch die Stadt kommen soll.
  • Taxi: So viele Taxis habe ich in noch keiner Stadt gesehen. Für eine 20km Fahrt durch die Stadt muss man ca. 4 Franken berappen.
  • Boote: Extrem cool und schnell, da es keine Staus gibt. Ich konnte erst eine Verbindung testen. Wenn man sich auskennt, kann man so schneller und angenehmer durch die Stadt kommen.
  • Tuk-Tuk: Ein motorisiertes Dreirad, wie ein Taxi (nur meistens teurer, da ein fester Preis im Vorhinein vereinbart wird). Nur ist es bei Stau viel schneller als ein Taxi, da es durch die schmalere Bauform besser durch Staus navigieren kann.
  • Skytrain: Eine Hochbahn, welche mitten durch die Stadt führt. Extrem schnell, extrem praktisch. Nur leider gibt es bis anhin nur zwei Linien. Diese beiden Linien sollen aber bis 2012 extrem erweitert werden, so dass ich auch von meinem Apartment quer durch die Stadt schweben kann.
  • Metro: Ja, es gibt auch eine Metro – die ich noch nie benutzt habe.
  • Zug: Und es gibt einen Zug. Auch hier habe ich bei einer Reise in den Süden von Thailand an JEDER Haltestelle extrem viele Menschen gesehen, obwohl es mitten in der Nacht war. Und es war kein Feiertag und Thais haben generell keine Ferien (in unserem Verständnis). Wo zum Teufel reisen alle hin?!
That’s it for now.

Das Rennen nach Visa

Friday, August 15th, 2008

Nachdem ich mich in Bangkok einigermassen eingelebt hatte, muss ich mir bereits Gedanken um die Ausreise machen. Warum? Ganz einfach: Die Aufenthaltsbewilligung, die ich durch mein Studentenvisum erhalten hatte, ist nur 90 Tage gültig. Das Visum ist zwar 365 Tage gültig, jedoch erhält man pro Einreise einen Stempel, der einem maximal 90 Tage Zeit gibt. Da ich ein “multiple entry visa” habe, kann ich während diesen 365 Tagen beliebig oft ein- und ausreisen. Eine Möglichkeit besteht darin, vor Ablauf der 90 Tage auf das Immigrationsbüro zu gehen, und eine Verlängerung zu beantragen. Nach den Fakten, die ich gehört habe, zu urteilen, bringt dies folgende Nachteile mit sich: Man kann die Periode immer nur um 30 Tage verlängern, d.h. man muss 1-Mal im Monat zum Büro pilgern. Eine Verlängerung kostet gute 60 Franken. Der Status des Visums wird bei erstmaliger Verlängerung auf ein “single entry visa” herabgesetzt, d.h. falls ich doch mal ausreisen möchte, muss ich eine Wiedereinreiseerlaubnis beantragen (was auch wieder kostet).

Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, alle 90 Tage Thailand zu verlassen. Der erste Trip habe ich bereits gebucht. Die restlichen Trips sind erst geplant:

  1. Singapore: Nur gute 2 Flugstunden von Bangkok entfernt. Die Stadt sei sehr schön, hat sogar eine künstliche Insel mit ein paar Stränden und bietet sicher einige Dinge, die ich besichtigen kann. Wenn ich doch schon so nah bin, kann ich doch einen Trip wagen. Ich werde am 24. Oktober abfliegen und am 26. Oktober zurückkehren. Die Kosten des Flugs mit zwei Hotelübernachtungen liegen bei gut 300 Franken.
  2. Kuala Lumpur: Noch näher als Singapore und laut einem Freund eine sehenswerte Stadt. Der Trip ist für den Januar 2009 geplant.
  3. Ho Chi Minh: Scheinbar ähnlich wie Bangkok, auch nicht allzu weit und vermutlich günstiger als Thailand. Den Trip habe ich für den April 2009 geplant; vermutlich werde ich länger als nur ein Wochenende bleiben, da mir gesagt wurde, dass es dort sehr viel zu tun gibt. So könnte ich z.B. 4-5 Nächte bleiben.
Warum nicht Cambodia? Erstens war ich bereits dort; der einzige Ort wäre Phnom Phen. Das wäre sicher auch eine interessante Stadt – ich denke aber, lieber sollte ich die anderen umliegenden Länder zuerst besichtigen.

Besuch auf einem thailändischen Markt

Tuesday, August 12th, 2008

Bereits früh am morgen kommen die ersten Verkäufer zu ihren Ständen mit frischem Essen. Das Essen kommt z.T. von der Familienfarm oder aber von einer Partnerfarm. Der Markt hat bis am Abend geöffnet, so ab 18 Uhr beginnen die ersten Verkäufer ihre Esswaren wieder einzupacken. Nicht verkauftes Essen wird am nächsten Tag wieder angepriesen.

Die Stände befinden sich auf dem Gehsteig oder unter einer Art grossem Zelt. Sie sind dicht aneinander gereiht und mit den vielen Menschen kann man sich nur langsam fortbewegen. Dies ist aber auch ok, da man ja die Esswaren während dem Schlendern begutachten soll.

Verkauft wird alles: Frische Früchte, Gemüse, Gewürze, Fleisch, Meerestiere, Blumen (für die Buddhisten), Küchenutensilien, etc. Die Curries befinden sich ein einem grossen Topf. Daraus wird (je nach gewünschter Menge) ein Stück mit einem grossen Löffel herausgenommen und in ein Plastiksäcklein abgefüllt. Gewürze sind z.T. schon fertig abgefüllt, oft in einer 10 Baht Menge, was etwa 30 Rappen entspricht. Auch Früchte kann man bereits fertig zugeschnitten kaufen (wie eine Ananas) oder aber noch unberührt. Dabei sind vor allem die Früchte extrem günstig. Eine Papaya kostet etwa einen Franken, in der Schweiz kostet eine solche Frucht das Zehnfache (und schmeckt schlechter – logischerweise). Ich habe kürzlich einen Stand gesehen, der Schweinsköpfe verkauft. Das sah sehr speziell aus ;-) Einen solchen Kopf kann man für unter 10 Franken ergattern.

Die Verkäufer sind sehr geschickt: Hat man die gewünschte Menge eines Produkts festgelegt, verpacken sie das Produkt schneller als man das Geld hervorsuchen kann.

Bezüglich Hygiene habe ich wenig Ahnung. Annchalee kennt sich da gut aus. Sie weiss gleich, ob bei einem Stand eingekauft werden soll oder nicht. Im Allgemeinen ist die Qualität des Essens jedoch gut und die Esswaren frisch. Es macht einiges mehr Spass auf dem Markt einzukaufen als im Supermarket. Einzig das Geflügel kaufen wir nicht auf dem Markt, da der Supermarket hat doch besseres Fleisch anbietet. Die anderen Produkte sind vom Markt jedoch besser – und günstiger.

Der Unterschied zu einem Schweizer Markt liegt darin, dass sich auf der gleichen Fläche etwa dreimal soviele Stände und Menschen drängen. Und dieser Markt ist im Vergleich zu dem in Basel um einiges grösser. Und er findet jeden Tag statt, da der Markt für normale Thais DEN Einkaufsort darstellt.

Adresse in Thailand

Tuesday, August 12th, 2008

Dies ist meine Adresse. Briefe und Pakete können gerne geschickt werden.

David Eberle
Sivalai Place
168 Soi Isaraphab 33
Isaraphab Road
Thra Pra
Bangkok-Yai
BANGKOK 10600
THAILAND

Mein Mobiltelefon: +66 (0)85 370 78 00

Falls ihr euch ein Bild des Apartments verschaffen wollt: www.sivalaiplace.com

Der erste Tag an der Uni

Saturday, August 9th, 2008

Zur Uni gelange ich zuerst per Motorradtaxi von der Soi (= Nebenstrasse) zur Hauptstrasse bis zum Pier “Wang Lang”. Der Weg führt u.a. durch einen Markt, wobei sich der Töff durch die Menschenmenge schlängelt. Kein Mensch schaut dabei komisch – es ist völlig normal, dass sich Töffs unter die Fussgänger mischen. Die Fahrt kostet 30 Baht, was einem Franken entspricht. Lediglich auf der Hauptstrasse fährt der Töff schnell (ca. 60 km/h), ansonsten eher langsam. Es ist aber der einzig sinnvolle Weg zum Pier. Erstens braucht man den Töff von der Soi bis zur Hauptstrasse. Dort einen Taxi oder ein Tuk-Tuk zu nehmen würde erstens Suchzeit kosten, andererseits bleiben diese im Stau stecken – der Töff schlängelt sich geschickt an der Autoschlange vorbei. Vom Pier nehme ich ein Boot (Preis ca. 10 Rappen), welches mich über der Chao Pryia River bringt. Die Fahrt dauert nicht mal 5 Minuten. Von dort aus muss ich zu Fuss ca. 2 Minuten durch ein Wirrwarr von kleinen Läden – welche Handtaschen, Essen, Zeitungen, Comics, etc. verkaufen – gehen, und schon bin ich auf dem Unigelände.

Der Prachan Campus liegt im alten Stadtteil Bangkoks, nur wenige Fahrtminuten vom Königspalast. In Bangkok gibt es zwei grosse (und international bekannte) Unis: Die Thammasat University und die Chulalongkorn University (benannt nach dem König Chulalongkorn) – kurz Chula. Die beiden Unis wurden so verglichen: Die Chula Uni entspricht Harvard, die Thammasat Uni entspricht Berkley. Denn von der Thammsat University gingen zahlreiche politische Proteste und Revolte aus, wobei die Chulalongkorn University eher die konservative Uni darstellt. Akademisch sind beide Unis etwa gleichgestellt (natürlich abhängig vom Fach). Die Thammasat Uni wurde 1934 von einem thailändischen Professor gegründet, dessen Statue auf dem Campus posiert. Der Campus selber ist schön, denn die Uni grenzt direkt an den Fluss an. Somit herrscht eine offene und nicht zu stickige Atmosphäre. Es gibt zahlreiche Essensstände, mehrere Bibliotheken und mittlerweile sogar ein öffentliches WLAN (hätte ich nicht gedacht) für alle Studenten. An der Uni gibt es verschiedene internationale Programme:

  • Business Administration: ca. 500 Studenten, davon etwa 20 aus dem Ausland (3 Deutsche, viele Amis und Kanadier sowie Skandinavier – 50% von den Austauschstudenten sind weiblich).
  • Economics
  • Thai Studies: Nur Austauschstudenten. Mehr als die Hälfte aller Austauschstudenten besuchen dieses Programm.
  • British and American Studies: Viele Thais (auch Palm hatte dieses Programm absolviert) und auch ein paar Austauschstudenten.
  • Es gibt noch ein paar andere, welche aber offiziell nicht erwähnt wurden
Der Vorteil, dass ich Business Administration (BBA) gewählt habe, ist sicherlich der, dass ich schnell viele Thais kennenlernen werden. Unter den Austauschstudenten herrscht eine sehr offene Atmosphäre – evtl. auch zwangsweise, weil nur sehr wenige Thais wirklich gut in Englisch kommunizieren können.
Der Tag begann mit einer Rede vom Vice Director of International Affairs, gefolgt von Tipps und Tricks eines ehemaligen Austauschstudenten aus Deutschland. Er hat uns drei wichtige Begriffe mit auf den Weg gegeben: Geduld, Offenheit, Höflichkeit. Danach hat ein amerikanischer Professor, welcher seit bereits 15 Jahren hier unterrichtet, noch viele Infos gegeben. Die Atmosphäre scheint mir recht locker – er meinte “party hardy, but study buddy”. Viele kommen auch nur für ein Semester und besuchen komische Fächer, wie “Thai Cooking” oder Ähnliches. Das BBA Programm hingegen scheint mir strikter, da wir u.a. die einzigen sind, welche die Uniform tragen müssen. Ich finde dies aber auch ok, denn ich möchte hier ja auch etwas lernen – die Parties in Thailand sind mir mittlerweile ja bekannt ;-)
Bezüglich Uniform: Ich habe mir beim Schneider “James Fashion” zwei Anzüge machen lassen. Einen Schwarzen (2 Knöpfe) mit weissen Hemden und 3 Hosen, für die Uni. Und einen grauen Nadelstreifen mit verschiedenen Hemden und Krawatten. Die Qualität der Anzüge ist beeindruckend, die Hemden sind ok (ich habe scheinbar nicht den besten Stoff ausgewählt). Tollerweise habe ich den richtigen Schneider gewählt, er ist (wie sich im Nachhinein herausstellte) auch Palms Schneider. Dadurch habe ich gleich zwei zusätzliche Hosen erhalten und bin jetzt mit der Chefin “befreundet”. Das hat sich auch gleich gelohnt, denn die Hemden waren beim zweiten Probieren immer noch ein wenig zu gross. Dies habe ich gesagt, aber die indischen Verkäufer (ALLE Verkäufer in den Schneiderläden in Thailand kommen aus Indien oder Umgebung) sind verdammt hartnäckig und drehen den Spiess gegen den Käufer. Ich habe dann die Chefin angerufen und sie hat dann den Angestellten gesagt, sie sollen die Hemden nochmals in die Fabrik geben. Wenige Stunden später hatte ich alle 14 Hemden bei mir im Hotel – und sie stimmen perfekt. Nach der Aktion habe ich Palm gefragt, ob es in Ordnung war, direkt zur Chefin zu gehen, und die Angestellten damit zu übergehen (ich hätte ja auch auf der Anpassung bestehen können). Somit habe ich mir einen Konflikt erspart, der Angestellte hat aber vor der Chefin das Gesicht verloren – was ja besonders in Asien äusserst zu vermeiden ist. Palm meinte aber, das sei absolut ok und wenn ich ein anderes Problem habe, dann sollte ich ohne zu zögern wieder der Chefin anrufen, sie werde mir helfen… Die Kleider haben mich gute 1000.- gekostet, ich denke aber, dies ist es Wert. Zum Vergleich: Mein bisherigen Anzug aus der Schweiz von “WE”, hat mit zwei Hemden gute 400.- gekostet. Die Qualität bei den neuen Anzügen ist um Meilen besser, dass merke sogar ich als Laie. Ein super Anzug bei James mit 4 Hemden gibt es so für 500.-. Bei Interesse bitte mich kontaktieren, dann gibt es einen Spezialrabatt ;-)
Soviel dazu – zurück an die Uni: Das internationale Programm und auch die BBA Fakultät werden regelmässige Aktivitäten anbieten. Es wurde uns angeraten, an möglichst vielen Aktivitäten teilzunehmen, was ich auch tun werde. Darunter z.B. einen Trip nach Ayutthaya (die alte Hauptstadt) in zwei Wochen.
Im internationalen Vergleich ist es sehr spannend: Vor allem die Deutschen (und ich) haben meiner Meinung nach viel mehr Erfahrung in Sachen Selbständigkeit. Wir sind alleine gekommen und haben (vor allem) akademische Ziele im Sinn. Die Kanadier oder die Amerikaner kommen eher in der Gruppe (also Freunde derselben Uni) und kommen vor allem um Ferien zu machen. Jedoch waren die wenigsten Studenten bereits in Thailand. Ich fühle mich sehr gut, dass ich nicht zum ersten Mal hier bin. Ich denke, da wird man sehr schnell überfordert: Essen, Verkehr, etc. Auch bin ich sehr froh, dass Annchalee hier ist – so habe ich gelernt auf dem Markt einzukaufen (Bericht folgt) und fühle mich nicht verloren, wenn mir etwas nicht klar ist.
Am Nachmittag mussten wir etliche Formulare der Fakultät ausfüllen. Es war vor allem ein Warten, da der ganze Prozess ungemein unorganisiert war – oder zumindest hat es sich so angefühlt. Die Menschen sind aber sehr hilfsbereit und sind zwischen dem Büro und unserem Zimmer hin und her gerannt, damit alles klappt. Ich habe nun 5 Kurse gebucht, zwei davon sind anders als ursprünglich gedacht. Ich habe jetzt vier Fächer in Marketing und ein Fach in Finance.
Die thailändische Sprache werde ich – anders als geplant – nicht an der Universität lernen. Denn bei 120 Austauschstudenten wird der Kurs sehr voll werden, auch wenn nur ein Viertel der Studis den Kurs besuchen möchte. Der Kurs wurde uns zweimal empfohlen, ich denke, dass viele Studis die Sprache lernen möchten. Zudem gibt es eine Überschneidung mit einem anderen Fach. Deshalb habe ich mich in Bangkok nach einer Sprachschule umgeschaut. Unser Apartment stellte mir glücklicherweise eine Liste mit ein paar bekannten Sprachschulen (Berlitz, etc.) bereit. Die Kriterien: Preis, Distanz, Studenplan haben nun die Auswahl eingeschränkt. Die meisten Schulen waren zu weit weg. Weit definiert sich hier nicht nach der Kilometerzahl, sondern nach den Minuten, die man im Stau verbringt. Ich habe nun im nächst gelegenen Shoppingcenter “Central Pinklao” (Pinklao ist die Gegend, in der wir wohnen – Central ist die Einkaufskette) einen Privatkurs bei inlingua gebucht (Genau die inlingua, die aus Bern stammt). In diesem Zentrum ist auch mein Fitnesscenter “Fitness First” lokalisiert. Somit kann ich diese beide Dinge gleich kombinieren, und die Anzahl der Taxifahrten reduzieren. Die Sprachschulen bieten für Thai nur Privatkurse an. Ich möchte 4 Lektionen pro Woche lernen. Ich denke, so werde ich viel mehr Fortschritte machen als an einem evtl. locker gehaltenem Kurs an der Uni, wo bis zu 80 Studenten teilnehmen werden. Eine Lektion kostet gute 500 Baht, was etwa 17 Franken entspricht. Da ich die Sprache aber unbedingt lernen möchte, finde ich das einen sehr fairen Preis. Zudem ist inlingua eine gute Schule. Annchalee wird dort einen Englischkurs besuchen. Der ist äusserst billig und praktisch. Vier Lektionen pro Woche in der Gruppe – 36 Lektionen kosten nur 170 Franken. Und das an einer Schweizer Sprachschule!
Jedenfalls, am Montag geht’s los an der Uni. Der Dienstag ist frei wegen dem Geburtstag der Königin (Nationalfeiertag), der Donnerstag ist auch frei, weil dann die Diplome an die Studis, die abgeschlossen haben, vergeben werden. Ich werde dann die erste Woche zusammenfassen.

Bangkoks Verkehrsregeln

Tuesday, August 5th, 2008
  1. Kein Vortritt: Drängeln ist nicht nur erlaubt sondern sogar erwünscht. Vielleicht nicht ganz, aber mit einem Schweizer Vortrittsdenken kommt man in der Stadt der unendlichen Möglichkeiten nicht besonders weit. Man zieht sich auch nicht den Ärger anderer Verkehrsteilnehmer auf sich, wenn man sich rein drängelt.
    Interessanterweise habe ich hier noch (fast) nie einen Unfall gesehen. Dies, obwohl praktisch keine Regeln zur Geltung kommen. Es wird rechts und links überholt, Motorräder schlängeln sich durch die Autoschlangen. Teilweise wird auch auf die Gegenfahrbahn ausgewichen, wenn der Verkehr zu dicht wird. Dies hängt vielleicht auch damit zusammen, dass sich die Geschwindigkeiten bei dichtem Verkehr zwischen 20 bis 40 km/h bewegen. Nimmt der Verkehr ab (z.B. in der Nacht), brausen die Autos schnell mal mit 100 km/h durch die Stadt. 
  2. Hupen als Warnsignal: Hier wird weniger gehupt wenn man sich ärgert, sondern um andere Verkehrsteilnehmer, insbesondere Motorradfahrer, auf sich aufmerksam zu machen. So können die Motorräder zur Seite der Fahrbahn ausweichen, damit ein daherkommendes Auto schnell vorbei brausen kann.
  3. Rotlicher sind oft mit einem Sekundzähler versehen, der Auskunft darüber gibt, wie lange noch gewartet werden muss. Bei Grünlichtern gilt das Analoge.
  4. In Thailand herrscht Linksverkehr.

Erste Schritte in Bangkok

Tuesday, August 5th, 2008

Nach einem Guten Start vom Flughafen Zürich und einem sehr kurzen Aufenthalt in Düsseldorf bin ich gut in Bangkok angekommen. Von dort aus gelangte ich per Taxi an die Khao San Road. Das ist eine (praktisch unbefahrene) Strasse, mit ca. 1000 kleinen Ständen, Läden, Massagesalons und Hotels. Da ich noch kein Hotel reserviert hatte, ging ich in die mir bekannte “Buddy Lodge”. Die Übernachtung ist nicht gerade günstig, dafür ist das Zimmer auch schon und es gibt einen Pool. Glücklicherweise war noch ein Zimmer frei, da das Tragen von 3 Gepäckstücken ohne Rollen etwas mühsam ist. Nach einem kurzen Nickerchen traf bereits meine Freundin Annchalee ein.

Die Suche nach einem Mobiltelefonabonnement gestaltete sich ein wenig schwierig. Ich wusste bereits, dass ich bei der Firma “DTAC” ein Abonnement abschliessen möchte, da sie explizit auch für Ausländer ein Angebot haben. Im ersten Shop reichten ihnen der Pass und die Kreditkarte nicht – sie wollten eine Arbeitsbewilligung. Ich sagte, ich studiere, hatte die Bestätigung allerdings nicht dabei. Später, im Shoppingcenter MBK, konnte ich das Abonnement dann abschliessen. Ich musste einige Formulare ausfüllen, wobei niemand wirklich drauskam, was auszufüllen ist. Mein Mobiltelefon funktioniert aber bestens. Die Hotline war dann aber überaus freundlich beim Einrichten von GPRS. Sie riefen mich mehrmals zurück um das Problem zu lösen – die Swisscom wäre da weniger kompetent.

Am Freitag, den 1. August, machten wir uns auf zur Wohnungssuche. Im Internet wurden wir nicht besonders fündig, ich schrieb mir aber die Telefonnummern der Broker heraus, um diese evtl. direkt kontaktieren zu können. Von der Uni erhielt ich eine kleine Brochure u.a. mit Infos zu Apartments. Ein wichtiges Kriterium, neben der Distanz zur Uni, war für uns das Vorhandensein einer Küche. Denn ein Jahr ohne Küche ist schon etwas mühsam. Auch der Preis sollte stimmen. Glücklicherweise war ein Apartment aus der Brochure auch im Internet zu finden. Dort sah man auf Fotos auch Bilder einer Küche. Per Taxi gingen wir dort vorbei und wurden herzlich empfangen. Sie hätten noch Wohnungen frei. Nach einer Besichtigung stimmten wir dem Mietvertrag zu. Für Thammasat-Studenten gibt es einen Spezialrabatt. Es ist eine 2-Zimmer Wohnung mit 50 Quadratmetern. Die Küche ist in das Wohnzimmer integriert. Die Wohnung ist fertig möbliert. Die Möbel sind alle aus dunklem Holz, dafür aber einheitlich und neu. Es hat auch ein Ledersofa und einen grossen Fernseher. Das Bad ist auch (am Thai-Standard gemessen) sehr modern. Dazu hat das Apartment einen 25m Swimmingpool, einen Tennisplatz und eine kostenpflichtigte Sauna. Der Preis inklusive Nebenkosten beläuft sich auf gute 500 Franken im Monat. Am Samstag sind wir eingezogen.

Die Wohnung haben wir inzwischen einigermassen eingerichtet. Bei der Universität habe ich mich auch schon gemeldet – am 7. August gibt es einen Orientierungstag.